Mushroom Records

Mushroom Records, australisches Schallplattenlabel, 1972 von Michael Gudinski (* 1952) und Ray Evans in Melbourne gegründet.

Die erste Veröffentlichung des Labels war ein 1973 auf drei LPs vorgelegter Mitschnitt des im gleichen Jahr veranstalteten Sunberry Festivals. Danach nahmen Gudinski und Evans Gruppen wie die Progressive-Rock-Bands Madder Lake und Mackenzie Theory unter Vertrag. Erfolg brachte aber erst die 1975 engagierte Rockband Skyhooks, deren zwar allgemein gehaltenen, aber im Detail spezifisch auf das Leben auf dem fünften Kontinent eingehenden Themen in Australien ein großes Publikum fanden; schon das Debüt-Album »Living in the 70’« 1974 den ersten Platz der australischen Charts erreichte. Damit war auch die Existenz des Labels gesichert. Auch die etwa zur selben Zeit unter Vertrag genommene neuseeländische Band Split Enz wurde über Australien zumindest bei interessierten Rockhörern in Europa hinaus bekannt; die Brüder Neil und Tim Finn waren Mitglieder der Band und schlugen nach dem Ende der Band 1984 mehr (Neil Finn) oder weniger (Tim Finn) erfolgreiche Solokarrieren ein.
1981 richtete Gudinski mit White Label Records ein Unterlabel ein, das sich eher ausgefallener Musik von Formationen wie Hunters & Collectors, Machinations, Painters und Dockers, Kids in the Kitchen und The Stems widmete. Internationale Bedeutung erreichte Mushroom aber erst in den 1980er-Jahren nach der Verpflichtung von Musikern wie Kylie Minogue, deren Schwester Dannii und Jason Donovan. Die Eröffnung einer Dependance in Großbritannien ermöglichte es dem Label auch, näher am wichtigen britischen Markt agieren und auf dessen Gegebenheiten schneller reagieren zu können; international wurden die Platten von Donovan und Minogue allerdings von Pete Watermans Firma PWL veröffentlicht. Mushroom selbst gründete für den europäischen Markt die Unterlabel Infectious Records und Perfecto Records. Ähnliche Erfolg wie Minogue und Donovan hatte Mushroom erst wieder, nachdem die Band Garbage einen Vertrag bei dem Label unterzeichnet hatte.
Mushroom Records war aufgrund seiner geographischen Nähe stets erste Anlaufstelle für junge australische und neuseeländische Bands, die zum großen Teil weder in Europa noch in den USA größere Bekanntheit erreichen konnten. Sobald eine Band oder ein Musiker eine gewisse internationale Popularität erreicht hatte, verlor Mushroom sie an die Label der großen, den internationalen Markt beherrschenden Plattenfirmen. Eine Band wie Silverchair unterschrieb dann schon gar nicht mehr zuerst bei Mushroom, sondern ging gleich zu Sony.
1993 hatte Gudinski 49 Prozent des Labels an den Medienkonzern News Corporation verkauft, 1998 auch den Rest. Die News Corporation verband das Label mit einem seiner eigenen Label, Festival Records zu Festival Mushroom Records. Während Gudinski sich um sein neues Label Liberation Records engagierte, betrieb die News Corporation Festival Mushroom mit wechselndem Erfolg und verkaufte es schließlich 2005 an die australische Gruppe des Warner-Konzerns, den Verlag der News Corporation, Festival Music, übernahm Gudinski, der seinerzeit den Verlag Mushrooms, Mushroom Musik, behalten hatte. 2009 war Warner des Labels überdrüssig und Gudinski kaufte es zurück.
Bei Mushroom Records oder einem der Unterlabel der Firma standen oder stehen Musiker und Bands wie Gabriella Cilmi, The Dingoes, Gyroscope, Jimmy Barnes, The Angels, The Church, Chantoozies, The Saints, Yothu Yindi, Muse, Chain und Nelly Furtado unter Vertrag, in der Regel nur für den australischen und neuseeländischen Markt. Daneben gehört eine Vielzahl von Musikern und Bands zu Mushroom, die nur in Australien und Neuseeland aktiv sind.



Website

http://www.mushroommusic.com.au (Offizielle Website des Mushroom-Konzerns)