Ode Records

Ode Records, amerikanisches Schallplatten-Label, 1967 von Lou Adler (* 1933) in Los Angeles (Kalifornien) gegründet.

Lou Adler hatte 1964 Dunhill Records gegründet, nachdem er in Zusammenarbeit mit dem Trompeter Herb Alpert schon einige Erfolge im Musikgeschäft erreicht hatte; unter anderem stammte Sam Cookes Hit »Wonderful World« aus dieser Produktionsgemeinschaft.
Schon 1966 verkaufte Adler Dunhill Records an ABC Records, blieb aber der Rock- und Popmusik verbunden. 1967 organisierte er der Monterey Pop Festival, schloss aus dem Publikumszuspruch, dass Rock- und Popmusik eine lukrative Zukunft haben würde und gründete Ode Records. Die ersten Verträge für das Label schloss er mit den Sängern Barry McGuire und Scott McKenzie. McKenzie bescherte Adler mit seinem Song »San Francisco (Be Sure To Wear Flowers In Your Hair)« noch im Gründungsjahr einen Top-Ten-Hit. Adler hatte aber auch die Song-Autorin Carole King unter Vertrag genommen. King, zuvor im Team mit Gerry Goffin in der Song Fabrik Brill Building angestellt, veröffentlichte 1971 ihr Album »Tapestry«, eines der erfolgreichsten Alben der Rock- und Pop-Geschichte überhaupt: Im Laufe der Jahre wurden mehr als 14 Millionen Exemplare der LP verkauft. Ebenfalls 1971 nahm Adler das Rock-Komikerduo Cheech and Chong unter Verrag, deren mitunter etwas flacher Humor in den USA recht erfolgreich war, während er in Europa nur wenige Anhänger fand. Carole King dagegen war für Adler ein Erfolgsgarant: »Rhymes and Reasons« (1972), und »Fantasy« (1973) nahmen wiederum Top-Positionen in den Charts ein, Cheech and Chong erhielten 1973 einen Grammy und der Popjazz des Saxofonisten Tom Scott fand ebenfalls sein Publikum. Adler unterstützte King auch bei ihrem Ausflug in die Welt der Kinderlieder: 1974 erschien die Musik zu »Really Rosie«, einem Musical für Kinder, das sie mit dem Autor und Zeichner Maurice Sendak verfasst hatte. Die Arbeit an szenischer Musik weckte Adlers Interesse für den Film, und so wurde der Soundtrack zu dem »The Rocky Horror Picture Show« bei Ode veröffentlicht. Damit geriet Ode Records aber auch in den Hintergrund: Adler, der den Vertrieb der Platten Odes zunächst von Columbia Records hatte besorgen lassen, war seit 1970 vertraglich an A & M Records seines alten Freundes Herb Alpert gebunden. 1976 wechselte er dennoch den Vertrieb und betraute Epic mit dieser Aufgabe. Allmählich gab er die Arbeit für Ode auf und schloss das Label 1978. 1989 reaktivierte Adler die Marke unter dem Namen Ode Sounds and Visuals. Anlass für die Wiedergründung war ein Demo, dass ihm der DJ Cool’R geschickt hatte. Alder kam mit Alpert überein, von Fall zu Fall wieder Platten zu produzieren, die Alpert herstellen und vertreiben sollte. Der neue Schwung ließ aber schon im selben Jahr stark nach: A&M ging an die Polygram-Gruppe; Ode Records gehört nunmehr zu den Labels von Sony Musik Entertainment.