Polydor Records

Polydor Records, zusammengesetzt aus altgriechisch poly für »viel« und doron für »Geschenk«, ehemals deutsches, inzwischen britisches Schallplatten-Unterlabel der Universal Music Group.

Nach der Auflösung der Gramophone Company 1924 wurde das Label Polydor als Exportlabel der Deutschen Grammophon Gesellschaft gegründet. Nach 1945 wurden zwar die Aufgaben der beiden Label geteilt: Die Deutsche Grammophon Gesellschaft widmete sich der Kunstmusik, Polydor der so genannten Unterhaltungsmusik, doch als Exportlabel auch der Kunstmusik. 1972 wurde Polydor mit Phonogram Records zur PolyGram-Gruppe verbunden, blieb aber unter eigenem Namen weiterhin aktiv. Nach einer kurzzeitigen Verbindung mit Atlas Records als Polydor/Atlas erhielt das Label 1995 seine Eigenständigkeit zurück und firmierte seitdem unter dem Namen Polydor Records. Wenn auch nur für wenige Jahre: Nachdem die Firmen Universal und PolyGram 1998 fusioniert hatten, wurde dem Label die Aufgabe übertragen, Musik der 1960er- und 1970er-Jahre auf dem gesamten europäischen Markt wieder zu veröffentlichen und zu vertreiben; lediglich in Großbritannien war es dem Label gestattet auch neue Künstler unter Vertrag zu nehmen. 2006 erhielt Polydor Records das Unterlabel Fascination Records zugeordnet, unter dessen Marke ausschließlich Popmusik veröffentlicht wird. Über die Jahrzehnte waren zahlreiche Künstler bei Polydor unter Vertrag, so Abba, Paul Anka, Allman Brothers Band, Bee Gees, James Brown, Eric Clapton, Petula Clark, Cream, The Cure, Placido Domingo, Kurt Edelhagen, Eminem, Jimi Hendrix, Julio Iglesias, Janet Jackson, Bert Kaempfert, James Last, Cole Porter, Pussycat Dolls, Sonic Youth, Take That, U 2, Caterina Valente und The Who.

 

Literatur

Greve, Bettina: Sternenhimmel. Polydor – Die Chronik einer deutschen Schallplattenmarke; Hamburg 2001