Sun Records

Sun Records, 1952 von dem zeitweilig als Radio-Disk-Jockey arbeitenden Sam Phillips (* 1923, † 2003) mit finanzieller Unterstützung von Jim Bulliet in Memphis (Tennessee) gegründet.

Phillips hatte in seinem Studio Memphis Recording Service schon seit 1950 die Musik schwarzer Sänger aufgenommen, um sie in seinen Rundfunksendungen zu verwenden. Zunächst nahm er, selbst ein Weißer, in seinem Studio ausschließlich schwarze Musiker auf – etwa Joe Hill Louis, Rosco Gordon, Howling Wolf und B. B. King – und verkaufte die Bänder an etablierte Schallplattenfirmen wie Chess Records in Chicago und Modern Records und RPM, Sublabel von Modern Records, in Los Angeles. Auf seinem eigenen Label veröffentlichte Phillips von 1952 an Platten von Rufus Thomas, Junior Parker und anderen.
Im Jahre 1954 nahm er den jungen Elvis Presley unter Vertrag; Presley war zu Phillips gekommen, um für seine Mutter eine Platte mit einigen Liedern aufzunehmen. In der Gewissheit, dass diese Musik – eine Mischung von Rockabilly, Country und Blues -, Erfolg haben würde, wechselte Phillips vom Blues zu Country und Rockabilly und veröffentlichte die Musik von Jerry Lee Lewis, Charlie Rich, Johnny Cash, Roy Orbison und Carl Perkins;
es entstanden Aufnahmen wie Perkins »Blue Suede Shoes«, Cashs »I Walk The Line« und Lewis‘ »Lotta Shakin‘ Goin‘ On«. Regelmäßig allerdings verlor Phillips seine Stars an größere
Schallplattenfirmen, Elvis Presley beispieslweise 1955 an RCA Records, Perkins und Cash 1958 an Columbia. Jerry Lee Lewis blieb bis 1963.
1969 verkaufte Phillips sein Label. Der Käufer Shelby Singleton (* 1931, † 2009), zuvor im Management von Mercury Records, benannte die Firma in Sun International Corporation um widmete sich der Aufgabe, die Aufnahmen des früheren Label-Eigners nach und nach wieder zugänglich zu machen. Dem von Phillips 1957 gegründeten Tochter-Label Phillips Records fügte Singleton weitere Unter-Label wie Plantation Records hinzu, übernahm auch Red Bird Records und Blue Cat Records von dem Songschreiber-Duo Leiber und Stoller. Das Label Sun Records mit dem dazugehörigen Studio, das seit 1987 einerseits als Museum betrieben wird, andererseits auch weiterhin als Tonstudio gebucht werden kann, gilt als die Wiege des klassischen Rock’n’Roll.



Literatur

Colin Escott/Martin Hawkins: Catalyst. The Sun Record Story, London 1975
Colin Escott/Martin Hawkins: The Complete Sun Label Session Files, Ashford/Kent 1975



Weblinks

http://www.sunrecords.com/ (Offizielle Website des Schallplatten-Labels Sun Records)
http://www.sunstudio.com/ (Website des Sun Studios)