Telefunken Gesellschaft für drahtlose Telegraphie m.b.H.

Telefunken Gesellschaft für drahtlose Telegraphie m.b.H., deutscher Hersteller von Nachrichtentechnik, 1903 auf Veranlassung von Kaiser Wilhelm II. von den Unternehmen Siemens & Halske und AEG in Berlin gegründet.

Siemens & Halske und AEG hatten für die deutsche Marine bzw. das deutsche Heer an der Entwicklung nachrichtentechnischer Geräte gearbeitet. Um Patentstreitigkeiten zu vermeiden, wurde Telefunken als gemeinsames Unternehmen gegründet. Nach diversen Umstrukturierungen während der folgenden Jahrzehnte wurde die Firma 1955in Telefunken GmbH umbenannt, 1963 wurde das Unternehmen unter dem Namen Telefunken AG in eine Aktiengesellschaft überführt. In den 1970er-Jahren geriet Telefunken zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten und wurde in den 1980er-Jahren nach und nach an andere Unternehmen verkauft. Die endgültige Auflösung erfolgte 2005; seitdem wird der Name in Lizenz für diverse Produkte vergeben.
Telefunken hatte 1932 die Schallplattenfirma Deutsche Ultraphon AG erwerben können und seitdem Schallplatten produziert, nicht zuletzt, um damit den Verkauf der von Telefunken hergestellten elektrischen Plattenspieler und Rundfunkgeräten zu stärken. Für die Übernahme der Firma wurde die Telefunken-Platten GmbH gegründet. Die Telefunken-Platten GmbH war sehr schnell erfolgreich auf dem deutschen Markt und gehörte Ende des Jahrzehnts zu den drei größten in Deutschland tätigen Plattenfirmen, nicht zuletzt, weil man sich mit den Nationalsozialisten arrangierte und deren Leider und Märsche auf Platten presste. Andererseits unterhielt die Firma mit dem von Heinz Wehner (* 1908, † 1945) geleiteten »Telefunken-Swing-Orchester« eine veritable Swing-Big-Band und übernahm in Lizenz auch Aufnahmen von unter anderem Django Reinhardt. Nach 1939 erhielt Telefunken-Platten Zugriff auf die Ultraphon-Unternehmen in Frankreich und der Tschechei.
Das Kriegsende ergab für die Firma nur eine kurze Unterbrechung der Produktion. Da die Matrizen der vor 1945 gefertigten Platten über die Wirren der letzten Kriegswochen gerettet werden konnten, nahm Telefunken bald wieder die Produktion dieser Schallplatten auf; neue Aufnahmen entstanden aber erst ab 1947.
1950 kam es zu einer Übereinkunft von Telefunken und der britischen Schallplattenfirma Decca, unter dem Namen TELDEC Telefunken-Decca Schallplatten GmbH ein neues eigenständiges Unternehmen zu gründen.