Trikont

Trikont, deutsches Schallplatten-Label, 1971 aus dem Trikont Verlag hervorgegangen; das von Achim Bergmann und Eva Mair-Holmes geführte Label ist das älteste unabhängige Label in der Bundesrepublik Deutschland. Der Name ist vom Namen der kubanischen Zeitung »Trikontinentale« abgeleitet.

Der Verlag wurde 1967 in Köln, unter anderem von Gisela Erler und Herbert Röttgen, gegründet und betrieben. Politisch links ausgerichtet und der 1968er-Studentenbewegung verbunden, wurden etwa Che Guevaras Tagebücher oder Verena Stefans Buch »Häutungen« veröffentlicht. Musik führte in diesen Jahren ein Schattendasein, denn der 68er-Generation war Rock-, erst recht Popmusik verdächtig.
Bergmann und Mair-Holmes änderten dies nach und nach: Die bayerische Mundart-Band Sparifankal – zu der auch der Musikjournalist Carl-Ludwig Reichert gehörte – wurde unter Vertrag genommen, und deren von der amerikanischen Band Grateful Dead beeinflusste Ansatz, Musik zu machen führte dazu, dass der Verlag allmählich zu einem Schallplatten-Label wurde. Später wurde der Vertrieb der Schallplatten von Ton Steine Scherben übernommen und Hans Söllner vertraglich an Trikont gebunden.
Im Programm des Labels, das als Motto über seine Arbeit »Unsere Stimme/Our Own Voice« stellt, sind CDs zu finden, die kein anderes Label in sein Repertoire nehmen würde. Die Maxime, dass es neben der aktuellen Rock- und Popmusik der großen etablierten Gesellschaften auch eine Musik – sowohl in den USA, in Deutschland als auch in anderen Ländern – gibt, die von Bedeutung ist, führte zu der Veröffentlichung von historischen und seltenen Aufnahmen. Von herausragender Bedeutung sind dabei die Zusammenstellungen, die jeweils einem Thema gewidmet sind und etwa Cajun Music, Zydeco, frühe Rhythm-and-Blues-Aufnahmen, Country Music und Volksmusik aus Bayern und Österreich umfassen. Zu den bei Trikont veröffentlichenden Musikern und Bands gehören Funny von Dannen, Walter Mossmann, Ringsgwandl, Rocko Schamoni, Schroeder Roadshow, Sogenanntes Linksradiale Blasorchester, 3 Tornados. Unter den historischen Aufnahmen finden sich solche von Liesl Karlstadt, Karl Valentin und Weiß Ferdl.



Literatur

Biegert, Claus: Die Alternative: Platten selber machen und vertreiben; in: Rock Session 1, Reinbek 1977



Weblink

http://www.trikont.de/ (Offizielle Website des deutschen Schallplatten-Labels Trikont)