Trojan Records

Trojan Records, britisches Schallplatten-Label, 1968 von dem Schallplattenhändler Lee Gopthal gegründet; Gopthal hatte zuvor auch mit dem Gründer des Labels Island, Chris Blackwell, in dessen Mailorder-Versand mitgearbeitet; der Name des Labels geht auf die Aufschrift auf dem LKW des Sound System Mans Duke Reid zurück, der auf die Bordwand seines Lastwagens »Duke Reid – The Trojan King of Sounds« gepinselt hatte. Der Bezug zu der in Kleinasien gelegenen antiken Stadt Troja ist zwar einigermaßen vage, doch zeigt das Logo der Firma die stilisierte Abbildung eines antiken Helms.

Gopthal gelang es, jamaikanische Musiker wie Lee Perry, dessen Band The Upsetters, Bob & Marcia, The Cimarons, Desmond Dekker, Bruce Ruffin, Nicky Thomas and Dave und Ansell Collins für die britischen Veröffentlichungen seines Labels gewinnen zu können. Zunächst veröffentlichte er Zusammenstellungen aus den jamaikanischen Hits seiner Vertragspartner. Die Kompilationen mit Rocksteady-Reggae erreichten zwar nicht auf Anhieb das große Publikum, fanden aber das Interesse bestimmter gesellschaftlicher Gruppen und waren besonders bei Skinheads, aber auch bei den Mods beliebt. Als mit Beginn der Reggae sich zu verändern begann und der relativ langsame Roots Reggae beim Publikum auf mehr Zustimmung stieß, ging der Erfolg des Labels zurück. Gopthal vermochte dem Wandel des Publikumsgeschmacks nichts entgegenzusetzen, weder Überarbeitung der jamaikanischen Aufnahmen – etwa das Hinzufügen von Streicherarrangements – noch die Verpflichtung britischer Musiker führten zu neuen Erfolgen. Island hatte sich bereits 1971 aus der Partnerschaft zurückgezogen, 1974 leitete Gopthal den Verkauf ein, so dass Trojan ab 1975 zu dem Medienkonzern Saga gehörte. Sag begnügte sich mit der Herstellung und dem Verkauf von Platten im Sektor der Niedrigpreise, ohne Ambitionen, dem Label zu einem eigenständigen Leben zu verhelfen. 1985 kaufte Colin Newman Saga das Label ab und baute es in der zweiten Hälfte umsichtig zu einer Art Sachwalter von Ska, Rocksteady und Reggae um, veröffentlichte historische Aufnahmen und präsentierte bis dahin unbekannte Reggae-Musiker, oft in mehrere Tonträger umfassenden Boxen. Newmans Konzept ging auf, innerhalb von wenigen Jahren konnte sich das Label wieder einen Namen machen. 2001 kaufte die Schallplattenfirma Sanctuary Records Trojan, wurde seinerseits aber 2007 von der Universal Music Group übernommen.
Zu Trojan gehörten im Laufe der Jahre eine Reihe von Tochter-Labels, die für kürzere oder längere Zeit bestanden, so etwa Blue Cat, Clandisc, Down Town, Duke, GG, High Note, Moodisc, Song Bird, Treasure Isle und Upsetter; oft handelt es sich dabei um Label-Gründungen jamaikanischer Musiker



Weblink

http://www.trojanrecords.com/ (Offizielle Website des Schallplatten-Labels Trojan Records)