United Artists Records

United Artists Records, amerikanisches Schallplatten-Label, 1957 von Max E. Youngstein als Abteilung des 1912 von den Schauspielern Charlie Chaplin, Mary Pickford, Douglas Fairbanks und dem Regisseur D.W. Griffith gegründeten Filmkonzerns United Artists eingerichtet; die ersten Veröffentlichungen des Labels kamen 1958 auf den Markt.

Zweck des Labels war es, die Musik der für die Filme des Konzerns produzierten Soundtracks auf Schallplatte vermarkten zu können. Schon nach kurzer Zeit erhielt das Label die Möglichkeit eigener Aktivitäten und begann ohne Einschränkung zu veröffentlichen, selbst die Soundtracks anderer Filmstudios, etwa von MGM. So erschien bei United Artists nicht nur Schallplatten mit Soundtrack-Musik oder klassische Musik, sondern auch Rockmusik, unter anderem von The Clovers, The Falcons, The Exciters, später Bobby Goldsboro, The Easybeats und Manfred Mann. United Artists Records bemühte sich dabei, die Kosten klein zu halten. So unterhielt die Firma nie eigene Presswerke für die Singles und LPs, sondern ließ die Tonträger bei anderen Firmen pressen.
Großen Erfolg erbrachten Anfang der 1960er-Jahre die Filmmusiken zu den James-Bond Filmen, vor allem aber die Veröffentlichung des Soundtracks des Beatles-Films »A Hard Day’s Night« (1964; Regie: Richard Lester). Weitere erfolgreiche Platten ergaben etwa die Film-Musicals »Fiddler On The Roof« (1971; Regie Norman Jewison) und »Man of La Mancha« (1972; Regie: Arthur Hiller).
Zu dieser Zeit hatte sich United Artists als Schallplatten-Label längst etabliert; als Sub-Label waren Ascot Records, Musicor Records und Veep Records ins Leben gerufen worden. United Artists Special Projects diente Vermarktung von Musik über andere Unternehmen, darunter der Brausebrauer Pepsi Cola und der Zigarettendreher Marlboro.
1969 hatte das Label Liberty Records und dessen Tochter-Label Imperial Records gekauft. Zu Liberty gehörte auch das renommiere Jazz-Label Blue Note Records, das die bei United Artists 1966 gegründeten Jazz-Label Solid State Records unter Vertrag stehenden Musiker übernahm; Solid State wurde geschlossen. Bei United Artists, Liberty, Blue Note und den angegliederten Sub-Labels hatten im Laufe dieser Jahre Musiker und Bands wie Chick Corea, Kenny Rogers, Spencer Davis Group, Shirley Bassey, Gordon Lightfoot, Peter Sarstedt, War und Traffic, nach dem Zukauf von Mediarts Records Don McLean, Paul Anka, Ike & Tina Turner und Dusty Springfield einen Vertrag; auch die Platten von Electric Light Orchestra wurden in den USA zunächst von Liberty vertrieben. Als Liberty 1971 geschlossen wurde übernahm United Artists einige dessen vertraglich gebundenen Musiker und Bands, darunter Hawkwind, Dr. Feelgood, The Buzzcocks, Brinsley Schwarz, 999 und The Stranglers.
1978 kauften die bei United Artists angestellten Manager Artie Mogull und Jerry Rubinstein das Firmenkonglomerat. Möglich gemacht hatte das ein Kredit der britischen EIMI, die fortan den Vertrieb der Tonträger übernahm. Mogull und Rubinstein nannten ihre Firma Liberty/United Artists Records und belebten damit den Namen Liberty wieder. Die Umstrukturierung hatte allerdings auch eine missliche Folge: Jet Records, das Label der seinerzeit höchst erfolgreichen Band Electric Light Orchestra, ermöglichte der Besitzerwechsel den Vertrieb kündigen und zog von United Artists zu CBS. In der Folge konnten Mogull und Rubinstein den von EMI gegebenen Kredit nicht mehr bedienen und die gesamte Label-Gruppe ging 1979 an Capitol Records, das amerikanische Label der britischen EMI. EMI wiederum ließ 1980 den Namen United Artists fallen und nannte die Gruppe nur noch Liberty. Liberty Records bestand bis 1986 und wurde dann aufgelöst. Die Rechte der bei United Artists verlegten Platten liegen seitdem bei Capitol Records. Zwar unternahm der Filmproduzent Jerry Weintraub – er hatte gerade die Filmproduktion United Artists neu gegründet – den Versuch, auch das Label United Artists wieder zu beleben, gab das Experiment aber nach der Veröffentlichung einer einzigen LP wieder auf.