Universal Music Group

Universal Music Group, Gruppe von Schallplatten-Labels und Musik-Produktionen, die als Ganzes Teil des französischen Medienkonzerns Vivendi sind und dessen Musik-Abteilung darstellen; die Universal Music Group ist der größte Musikkonzern der Welt und hat seinen Sitz in New York und Santa Monica (Kalifornien). Die Universal Music Group führte ihre Geschichte bis zur Gründung der Deutschen Grammophone Gesellschaft im Jahr 1898 zurück.

Die Geschichte der Universal Music Group nahm unter dem Namen Universal Music ihren Anfang als Musikproduktion der Filmgesellschaft Universal Pictures. Die britische Plattenfirma Decca hatte ihre 1934 gegründete Dependance in Amerika 1939 wegen des Zweiten Weltkriegs mehr oder weniger still gelegt und auch nach dem Krieg unter diesem Namen keine Produktionen mehr vorgelegt, wohl aber unter Brunswick und unter Coral. Die auf dem Musikmarkt prosperierende Künstleragentur MCA Inc. verband sich 1962 mit den teils funktionierenden, teils nicht aktiven Teilen der Decca und verschaffte sich damit eine Stellung, die weiteres Wachstum ermöglichte. So kaufte MCA zielstrebig weitere Firmen der Musikindustrie, Labels, Verlage und Hersteller von Musikinstrumenten. Der Erwerb von Fernseh- und Filmproduktionen machte aus dem Musikkonzern einen Medienkonzern, für den sich 1995 die kanadische Whisky-Destille Seagrams interessierte und zunächst 80 % der Anteile kaufte. Seagrams hatte kein Interesse an der Fortführung des Namens MCA und nannte die Ansammlung von in irgendeiner Weise mit Musik verbundener Firmen 1996 Universal Music Group; diese war ihrerseits Teil der Universal Studios, Inc.

Seagrams kaufte 1998 auch dem niederländischen Hersteller von Unterhaltungselektronik, Philips, dessen Schallplatten-Firma Polygram ab und war damit – nun endgültig unter dem Namen Universal Music Group – schon zu einem der größten Musikkonzerne der Welt gewachsen. Seagram verkaufte seine gesamte Mediensparte einschließlich der Universal Music Group an den französischen Anisschnaps-Hersteller Pernod Ricard, der aber schon bald ein Kaufangebot des französischen Mischkonzern Vivendi annahm – die Firma war ursprünglich in der Trinkwasser-Versorgung tätig. Vivendi kam auch mit dem japanischen Elektronikkonzern Matsushita ins Geschäft und erwarb 2006 die restlichen 20 % an dem Konzern. Als im Jahr 2007 die BMG an Sony ging, war davon der Verlag BMG Music Publishing ausgenommen. Diesen kaufte Vivendi.

Die Struktur der Universal Music Group ist kompliziert und verteilt sich auf mehrer Gruppen von Label-Zusammenstellungen, die jeweils bestimmte Aufgaben haben, also auch bestimmter Musik zugeordnet sind. Neben dem Verlag Universal Music Publishing Group und den Vertrieben Universal Music Group Distribution und Fontana Distribution sind dies die größeren Gruppen Interscope-Geffen-A&M, die Island Def Jam Music Group (siehe Island Records, Def Jam Records) und die Universal Music Group Nashville. Kleinere Verbindungen sind etwa die Universal Motown Republic Group, Verve Music Group, Decca Label Group, Universal Music Latin Entertainment, Polydor Records, Mercury Music Group und Universal Classics and Jazz. Weitere Gruppen des Konzerns sind Universal Music TV und Universal Music Enterprises. Show Dog-Universal Music ist ein zwar unabhängig agierendes Label, den Vertrieb der Tonträger dieser Firma aber betreut Universal. Auch Richard Bransons Label V2 wurde 2007 von Universal übernommen; es nimmt im Konzern eine gewisse Sonderstellung ein, da es nicht mit einem oder mehreren weiteren Labels verbunden wurde.

Weblinks

www.universaslmusic.com (Offizielle Website der Universal Music Group)
www.universalmusic.com/history (Zeittafel zur Geschichte der Universal Music Group)