Vertigo Records

Stichworte Decca Records Ltd. | Gentle Giant | Yes



Vertigo Records, Schallplattenlabel der niederländischen Firma Philips, 1969 gegründet. Die Schallplatten-Sparte von Philips wurde später in Phonogram Records umbenannt. Nach Überführung von Phonogram Records in den Polygram-Konzern war Vertigo ein Unterlabel von Mercury Records. Seit des Verkaufes der Polygram-Gruppe an den Mischkonzern Vivendi gehört Vertigo zur Universal Music Group.

Vertigo Records war zunächst als Widerpart zu den von Decca Records Ltd. mit Deram Records und EMI mit Harvest Records gegründeten Labels eingerichtet worden und sollte sich wie diese anvancierter Rockmusik,dem so genannten Progressive Rock und auch Jazz widmen. Zunächst nahm das Label allerdings Bands unter Vertrag, die wie etwa Colosseum, Juicy Lucy, Manfred Mann’s Earth Band, Chapter Three und Rod Stewart eher Blues und Jazzrock verpflichtet waren. Mit Black Sabbath gehörte auch eine stilbildende Heavy-Metal-Band dem Label an. Bis 1973 konnte Vertigo allerdings tatsächlich einige Bands des Progressive Rock an sich zu binden, so etwa Magna Charta, Beggar’s Opera (mit deren erster LP), Gentle Giant und Jade Warrior. So repräsentierte das Label mit einem relativ kleinen Stamm von Musikern und Bands nahezu die gesamte stilistische Breite der damaligen Rockmusik. Dennoch war der Ruf des Labels als typisch für den Progressive Rock größer und nachhaltiger, als es den Tatsachen des Programms entsprach. So veröffentlichten in den 1970er-Jahren so unterschiedliche Bands wie Uriah Heep, Ian Matthews, Nucelus, Ian Carr, Legend, Jackson Heights, Catapilla, Lighthouse, Kraftwerk und Atlantis ihre Platten bei Vertigo. Mit dem Niedergang des Progressive Rock Ende der 1970er-Jahre verlor das Programm des Labels weiter an Kontur und unter Rockhörern verblasste sein Ruf. Eine mehr oder weniger einheitliche Linie ist seitdem im Programm des Labels nicht mehr zu erkennen, gleichermaßen wurden CDs von Dire Straits wie Metallica veröffentlicht, später auch die Alben von Noisettes und Killers.
In der Präsenz des Labels unterscheiden Schallplattensammler zwei Phasen: Von 1969 an verwendete das Label für das Etikett in der Mitte der Schallplatten – also das eigentliche Label – ein lediglich in Schwarz und Weiß gehaltenes Op-Art-Signet. Dabei handelte es sich um ineinander verschobene Kreisgruppen, die dem Betrachter während des Abspielens der LP eine seltsam taumelnde Bewegung vortäuschten. Das Etikett auf der A-Seite der Platten bestand nur aus diesem Signet – ohne weitere Beschriftung -, während auf der B-Seite die Informationen zur jeweiligen Platte mitsamt einer kleineren Abbildung des Signets abgedruckt waren. Unter Plattensammlern wurde das Etikett »Swirl Label« genannt. 1973 erhielten die Platten Vertigos ein neues Etikett, das der Maler und Grafiker Roger Dean entworfen hatte: Im typischen Stile Dans, der auch eine Reihe der Platten-Cover der britischen Band Yes gezeichnet hatte, zeigte das Etikett ein durch das All fliegendes Raumschiff. Ganz allerdings mochte Universal sich nicht von dem alten Signet verabschieden: Im neuen Jahrtausend wurde es wieder hervorgeholt.



Weblink

http://www.vertigorecords.co.uk/ (Offizielle Website des britischen Schallplattelabels Vertigo Records)