Bomp!

Bomp!, amerikanische Rock-Zeitschrift, 1966 von Greg Shaw (* 1949, † 2004) in San Francisco gegründet; das Independent-Label Bomp! Records wurde 1974 gegründet.

Shaw, in San Francisco aufgewachsen, hatte sich seit seinem elften Lebensjahr für Rock- und Popmusik wie für Science-Fiction-Literatur interessiert und Schallplatten und SF-Magazine gesammelt. Nach Absolvierung der High School gründete er mit zwei Freunden ein Fanzine, das die drei Jungjournalisten »Mojo-Navigator Rock and Roll News« nannten. Innerhalb von zwei Jahren konnten sie das Magazin zwar auf einer semiprofessionellen Ebene etablieren, gaben die Fortführung des Fanzines aber auf, als die erste Ausgabe der Zeitschrift Rolling Stone erschien.

1969 gründete Shaw, frustriert von den damals gängigen Musikzeitschriften, gemeinsam mit seinem Freund Jonh Ingham erneut eine Zeitschrift, die den Namen »Who Put The Bomp?« trug; bald wurde die Zeitschrift nur noch »Bomp!« genannt. Insgesamt erschienen 21 Ausgaben des Magazins. Hier schrieben Autoren wie Greil Marcus, Mike Saunders, Charlie Gillett, Lester Banks, Lenny Kaye, Richard Meltzer und Shaw selbst, der auch für Zeitschriften wie »Creem«, »Phonograph Record Magazine« und dann und wann auch für den »Rolling Stone«. 1972 ging Shaw nach Los Angeles, wo er den Posten des Chefredakteurs des »Phonograph Record Magazine« übernahm, gleichzeitig aber auch für United Artists Records arbeitete.

1974 wurde der Zeitschrift das Label Bomp! Records beigestellt; mit dem Label setzte Shaw gemeinsam mit seiner Frau Suzy Shaw seine in der Zeitschrift aufgestellten Maximen in die Tat um und verpflichtete ausschließlich Einzelmusiker und Bands, die seinem Verständnis von genuiner Rockmusik gerecht wurden, also etwa Platten von Devo, Iggy Pop, The Weirdos, Stiv Bators & The Dead Boys, 20/20, Shoes, The Warlocks, Spacemen 3 und Miracle Workers.

1979 schloss Shaw die Zeitschrift; nach eigener Aussage beendete er auch die Existenz von Bomp! Records, um wenig später Voxx Records zu gründen. Mitte der 1980er-Jahre aber fand er die zeitgenössische Rockmusik wieder so interessant, dass er Bomp! Records reanimierte. Nach seinem Tod wurde das Label von Suzy Shaw und dem britischen Journalisten Mick Farren weitergeführt.

Die Zeitschrift »Bomp!« galt zur Zeit ihres Bestehens als unverzichtbare Plattform für Zeitzeugen der amerikanischen Rockmusik, angefüllt mit höchst sachkundigen Aufsätzen auch zu entlegener Musik und vor allem in den späteren Ausgaben mit Dokumentationen zu bestimmten Bereichen der amerikanischen und britischen Rockmusik, etwa zum Psychedelic Rock, Garagen-Rock und Powerpop. Sie stellte in ihren nicht einmal zwei Dutzend Ausgaben eine Brücke zwischen der Rockmusik der 1960er-Jahre zu der der 1980er-Jahre her, mit Absicht die Rockmusiker der 1970er-Jahre mit Stadium Rock, Jazzrock und Progressive Rock außer Acht lassend.

Literatur

Shaw, Suzy/Farren, Mick: Bomp! – Saving The World One Record At A Time; Los Angeles
Matheja, Bern (Hrsg.): Greg Shaw’s Bomp! – Vergessenes, Verschollenes und längst Verdrängtes aus dem legendären kalifornischen Rock ‘n’ Roll Fanzine; Reinbek 1982

Weblink

www.bomp.com/x/ (Offizielle Website des amerikanischen Labels Bomp! Records)