Bravo

Bravo, deutsche Jugendzeitschrift, von Peter Boenisch und Helmut Kindler 1956 als Zeitschrift für Filme und Fernsehen gegründet; die Zeitschrift widmete sich schon nach kurzer Zeit einem jugendlichen Publikum. Bravo erscheint wöchentlich in der in Hamburg ansässigen Bauer Media Group, der Sitz der Redaktion ist München.

Bravo erschien zunächst im Kindler & Schiermeyer Verlag. Kurzzeitig trug das Blatt 1957 den Untertitel »Die Zeitschrift mit dem jungen Herzen«. Bravo war seit Beginn des Erscheinens sehr erfolgreich, nicht zuletzt, weil es keine weiteren professionell gemachten Zeitschriften für die Zielgruppe junger Leser gab. So stieg die Auflage schnell auf über eine halbe Million Exemplare. Die Thematik war eng begrenzt: Es wurde über Stars und Sternchen aus Film, Musik und Fernsehen berichtet. Dabei standen neben dem jeweiligen »offiziellen« Anlass – Veröffentlichung eines Films oder einer Schallplatte etwa – vor allem die Persönlichkeit des jeweiligen Schauspielers oder Musikers im Zentrum. Von einigen Filmschauspielern und später auch Musikern wurden so genannte »Star-Schnitte« veröffentlicht, die aus einer Serie von Teilen eines in Lebensgröße abgedruckten Fotos des jeweiligen Schauspielers oder Musiker bestand. Der erst Star, von dem ein Star-Schnitt veröffentlicht wurde, war die französische Filmschauspielerin Brigitte Bardot.

In den 1960er-Jahren erkannte die Redaktion der Bravo schnell die wachsende Bedeutung der britischen Rockmusik und übernahm in diesen Jahren auch eine aktive Rolle, in dem sie als Sponsor der Beatles-Tourneen auftrat. In diesen Jahren hatte Zeitschrift geradezu eine Art Monopol auf die umfassende Berichterstattung über die gesamte Popmusik. Wenn auch manche Rock-Fans die Zeitschrift wegen anderer Themen – etwa der Lebenshilfe für Teenager und der Sexualberatung – eher mieden, so konnte die seit 1968 zum damaligen Bauer Verlag – heute Bauer Media Group – gehörende Zeitschrift ihr Auflage bis 1979 auf mehr als 1,8 Millionen Exemplare steigern.

Zu dieser Zeit hatte sich die Zeitschrift schon stark verändert, hatte vor allem im Musikbereich stark an Überzeugungskraft verloren und widmete sich stärker einem weiblichen Publikum. Dementsprechend veränderten sich die Themen und in späteren Jahren standen immer wieder auch Fernsehserien wie »Deutschland sucht den Superstar« im Fokus des Interesses von Redaktion und Lesern. Andere Rubriken wie etwa die Beratung durch einen fiktiven »Dr. Sommer« – hinter dem sich stets professionelle Psychologen verbergen – blieben Konstanten. Dennoch bekam auch die Bravo die starke Konkurrenz auf dem Markt der Musikblätter wie der für Mädchen gedachten Zeitschriften zu spüren, so dass die Auflage gegen Ende des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends auf knapp 400 000 Exemplare gesunken war. Der Verlag der Zeitschrift versuchte dieser Entwicklung mit diversen Ablegern der Bravo zu begegnen; im Einzelnen sind dies Bravo Girl, Bravo Sport, Bravo Hiphop, Yeah! und Twist. Der Bauer-Verlag betreibt unter Nutzung des Namens Bravo mehrere Web-Sites und vergibt als Medienpreis in mehreren Kategorien den Bravo Otto.

Website

www.bravo.de (Website der deutschen Teenager-Zeitschrift Bravo)