HR Giger

Giger, HR, auch H.R., eigentlich Hansruedi Giger, Schweizer Maler und Grafiker, * Chur 5.2. 1940, † Zürich 12.5. 2014

Giger studierte ab 1962 Architektur und Industriedesign an der Hochschule für Angewandte Kunst in Zürich. Schon während seines Studiums zeichnete er für verschiedene Zeitschriften, ohne dass er eine Karriere als Zeichner beabsichtigte. Vielmehr arbeitete er nach Abschluss seines Studiums als Innenarchitekt und hatte etwa als Designer einiger Möbel für die Firma Knoll International erheblichen Erfolg. Über seine Arbeit als Innenarchitekt gab er das Zeichnen nicht auf und wurde mit seinen bildnerischen Werken bis Ende der 1960er-Jahre so bekannt, dass er sich schließlich nur noch als Bildender Künstler betätigte, dabei einerseits weiter Gemälde und Zeichnungen schuf, andererseits aber auch Skulpturen.

Einem größeren Publikum wurde Giger Anfang der 1970er-Jahre bekannt, als er zunächst für die britische Progressive-Rock-Band Emerson, Lake & Palmer das Cover zu deren LP »Brain Salad Surgery« gestaltete, dann aber durch die Szenen- und Kostümgestaltung für den Film »Alien« (1978; Regie: Ridley Scott); Giger wurde für seine Arbeit mit einem Oscar ausgezeichnet. Seine Bildwelt wurde dann auch für spätere Filme der »Alien«-Reihe verwendet, zuletzt für den Film »Prometheus« (2012; Regie Ridley Scott). Im Laufe der Jahre wurde Giger immer wieder mal für die Szenengestaltung von Filmen engagiert, so etwa für »Poltergeist II« (1986; Regie: Brian Gibson), »Species« (1995; Regie: Roger Donaldson). Im Laufe der 1990er-Jahre verlegte sich das Interesse Gigers von den Zeichnungen auf die skulpturale Ausgestaltung und nicht wenige seiner Zeichnungen überführte er in die Dritte Dimension.

Zwar wird Giger nicht unbedingt zum engeren Kreis der Gestalter von Schallplatten-Covers gezählt – wie etwa Roger Dean oder die Gruppe Hipgnosis –, doch hat er seit etwa 1970 für viele Bands die Covers derer LPs entworfen. Neben der Schallplattenhülle für »Brain Salad Surgery« von Emerson, Lake & Palmer – auch das seitdem verwendete Logo der Band stammt von Giger –, waren dies etwa die Covers für Floh de Cologne – das Cover zu deren Album »Mumien/Kantate für Rockband« (1974) weist auch ein Hakenkreuz auf –, Magma (»Attahk«, 1977), Debbie Harry (»KooKoo«, 1981; das Cover erinnert durchaus an das von »Brain Salad Surgery«) und Dead Kennedys (»Frankenchrist«, 1985; Poster). Die mit Insignien von Gewalt und Sex aufgeladenen Bilder Gigers erregten vor allem das Interesse von Heavy-Metal- und Hardcore-Bands: Celtic Frost, Steve Stevens, Atrocity, Sacrosanct, Danzig, Carcass und Böhse Onkelz (Video-Clip) etwa suchten die Zusammenarbeit mit Giger.

Gigers Bilder haben natürlich abseits allen Surrealismus und mittelalterlicher Symbolik in der Verschmelzung von Organismen und Maschinen eine futuristische Komponente. Er selbst nannte die von ihm erdachten Wesen Biomechanoide. In gewisser Weise entsprach Gigers Design für »Brain Salad Surgery« dem Image der Band, unterstrich aber noch das technische und angeblich »unmenschliche« Element in der Musik des britischen Trios, das den Musikern mehr als einmal vorgeworfen wurde. Dabei arbeitete Giger nur dieses eine Mal für die Band, anders als etwa Roger Dean, der für die britische Band Yes zahlreiche Cover gestaltete und damit ebenfalls das Image der Band bestimmte. Das Cover von »Brain Salad Surgery« verschaffte Giger den Eintritt in die Pop-Kultur, und führte letzten Endes zum Engagement des Künstlers für die Filme »Alien« und zuletzt »Prometheus«; damit einher ging schon nach kurzer Zeit, dass seine Bildwelten kopiert wurden und in diversen Filmen, Comics und eben auch auf Schallplatten-Covers auftauchen.

Literatur

Halbscheffel, Bernward: Progressive Rock – Die Ernste Musik der Popmusik; Leipzig 2012

Weblink

www.hrgiger.com (Offizielle Website des Schweizer Künstlers HR Giger)