Mojo

Mojo, britische Musikzeitschrift, seit November 1993 von der East Midland Allied Press (EMAP) herausgegeben; EMAP gehört seit Januar 2008 zu der deutschen Bauer Verlagsgruppe. Der Titel der monatlich erscheinenden Zeitschrift bezieht sich auf den Song des Blues-Musikers Muddy Waters »Got my Mojo working« und damit auf die Bezeichnung für einen Talisman.

Bei EMAP erscheint seit 1986 das zwar im Kern der Rock- und Popmusik gewidmete, thematisch aber breiter gefächerte Magazin Q. Innerhalb weniger Jahre stieg Q zur größten Musikzeitschrift Großbritanniens auf, doch glaubte man bei EMAP, dass es neben Q noch einen Markt für ein weiteres Musikblatt gäbe, das sich abseits der Hitparaden mehr der klassischen Rockmusik widmen könnte. Die 1993 gegründete Zeitschrift, der der Verlag den Namen Mojo gab, entwickelte sich in der Tat innerhalb weniger Jahre zu einem stark beachteten Blatt, das Q in einigen Belangen durchaus Konkurrenz macht und in mancherlei Hinsicht sogar überlegen ist.

Mojo weicht in der Machart von der klassischer britischer Magazine nicht ab. Feste Rubriken gelten etwa Leserbriefen – von fachspezifischen Leseranfragen abgetrennt –, aktuellen Nachrichten aus Rock und Pop (What goes on), Nachrufen (Real gone) und Newcomern (Mojo rising). Einige Jahre lang gab es in unregelmäßiger Folge eine Rubrik zu rockspezifischen musiktheoretischen Fragen.

Im Zentrum steht die jeweilige Titelgeschichte, oft in Interviews, Diskografien oder weitere Aufsätze eingebettet. Auch die obligat mitgegebene CD korrespondiert in aller Regel zur Titelgeschichte – sie enthält entweder seltene historische Aufnahmen oder aber Cover Versions im Sinne einer Hommage an die Protagonisten der Titelgeschichte. Beispielsweise gab es schon mehrmals CDs mit Cover Versions einiger Songs von den Beatles.

Naturgemäß nimmt der Rezensionsteil, zusammengefasst unter dem Titel Mojo Filter, großen, um nicht zu sagen wesentlichen Raum ein. Der Kritik müssen sich CDs – auch Reissues –, DVDs, Bücher und Konzerte unterwerfen. Bewertet werden sie nach einem Fünf-Sterne-System; fünf Sterne können allerdings nur herausragende künstlerische Leistungen erreichen, ein eher seltener Fall.

In Mojo schreiben führende britische, gelegentlich auch amerikanische Musikjournalisten, durchweg in einer mild ironischen Sprache; modisches, aber inhaltsloses Vokabular wird vermieden. Die Ironie verdeckt aber in keinem Fall die detaillierten Kenntnisse der Autoren, die selbst vermeintlich abgeschlossenen Themen – wie es etwa die Musik von den Beatles, Queen oder The Clash sein könnte – neue Seiten abgewinnt. Alle Artikel, wie auch der Rezensionsteil, sind hervorragend bebildert.

Die Redaktion stellt in unregelmäßigen Abständen Sonderhefte zusammen, die einem Thema gewidmet sind, oft einer Band oder einem Musiker, seltener einem bestimmten Phänomen der Rockmusik. Auch gab die Zeitschrift einige Bücher heraus, betreibt eine Internet-Site und einen Rundfunksender.

Weblinks

www.mojo4music.com/blog (Offizielle Website der britischen Musikzeitschrift Mojo)