Prog (Zeitschrift)

Prog, britisches Musikmagazin, wie der Titel andeutet, dem Progressive Rock gewidmet; das Magazin wurde 2008 als Ableger der britischen, in London erscheinenden Zeitschrift »Classic Rock« gegründet. Der Untertitel »Astounding Sounds Amazing Music« stammt von der britischen Rockgruppe Hawkwind, die ihr 1976 veröffentlichtes sechstes Studio-Album mit diesem Titel versah. Das Magazin erscheint, nunmehr unter dem Namen »Prog«, mittlerweile alle sechs Wochen.

Die Idee zu der Zeitschrift ging von dem Journalisten Jerry Ewing, der zunächst für die Zeitschrift »Metal Hammer« gearbeitet hatte, dann als freier Mitarbeiter sowohl für »Metal Hammer« als auch für die 1998 gegründete Schwester-Zeitschrift des Heavy-Metal-Magazins »Classic Rock«. Als »Classic Rock« 2008 das zehnjährige Jubiläum beging, gelang es Ewing, die Eigner des Teils, Futur Publishing, von der Idee eines eigenständigen Magazins zum Progressive Rock zu überzeugen. Der Verlag gab zunächst nur ein Heft in Auftrag, das noch unter dem Titel »Classic Rock presents Prog« 2008 auf den Markt kam. Es erhielt so großen Publikumszuspruch, das der überraschte Verlag den Titel fortführte, zunächst mit vierteljährlich erscheinenden Ausgaben. Ewing wurde Chefredakteur.

Das Magazin weicht in seiner Machart nicht von der anderer britischer Musikmagazine ab: Im vorderen Teil des Heftes gibt es nach einem »Letter« des Chefredakteurs die Mischung von Leserbriefen, kurzen Artikeln über die aktuellen Aktivitäten einzelner Musiker und Bands, einen thematisch einschlägigen Comic-Strip, kurze Nachrichten und einige wenig feste Kolumnen; Rick Wakeman hat mit »Rick Wakeman’s Caped Crusades« eine eigene Kolumne, in der er Heft für Heft seinen Sinn für deftigen Humor unter Beweis stellt. Eine weitere Kolumne trägt den Titel »It’s Prog Jim But Not As We Konw It«, in der regelmäßig bewiesen wird, das manche eigentlich nicht zum Progressive Rock gerechnete Alben eben doch nichts anderes enthalten. Der zweite Teil des Heftes gilt der Titelgeschichte, enthält in der Regel auch Interviews zu den stets historisch aufgebauten Storys und ist immer mit hervorragenden Fotos ausgestattet. Im hinteren dritten Teil von »Prog«, wie das Magazin seit 2012 heißt, finden sich Rezensionen zu CDs, Büchern, DVDs und Konzerten. Ein Quiz, mit dem Ausgabe für Ausgabe wechselnde Musiker konfrontiert werden, beschließt das Heft.

»Prog« wird äußerst aufwändig produziert: Das mit einem Hochglanz-Titelblatt versehene Magazin ist durchgehend farbig und steckt in einem besonderen Kartonumschlag. Eine CD, die bis zu einem Dutzend einzelner Songs verschiedener Musiker und Bands enthält, ist fester Bestandteil der Zeitschrift; früheren Heften lag mitunter auch ein Gimmick bei wie beispielsweise ein Aufnäher, der seinen Träger als Fan von Progressive Rock kennzeichnete. Der Aufwand in der Produktion des Magazins schlägt sich in einem relativ hohen Preis nieder.

»Prog« ist die bedeutendste Zeitschrift der Welt zum Progressive Rock. Die Reputation des Magazins ist unter Musikern – von Rick Wakeman bis Steven Wilson, von Keith Emerson bis Bruce Soord – gleichermaßen hoch, der seit 2011 vergebene Award des Magazins stets ein Treffen der Größen des Genres. Übersehen wird dabei, dass einige Bereiche der Musik, die als Progressive Rock bezeichnet wird, eine nur marginale Rolle spielen, Zeuhl etwa, und kontinentaleuropäischer Progressive Rock, erst recht Prog-Rock aus Japan, kommen entweder gar nicht oder nur in homöopathischen Dosen vor.
2013 übernahm der Verlag TeamRock das Magazin von Future.

Weblink

www.progrockmag.com (Offizielle Website der britischen Musikzeitschrift »Prog«)