Q (Musikzeitschrift)

Q, britische Musikzeitschrift, 1986 von Mark Ellen und David Hepworth in London gegründet; das Magazin, das zunächst »Cue« heißen sollte, erscheint im zur deutschen Bauer Media Group gehörenden Verlag Emap, der auch die Musikzeitschrift Mojo herausgibt. Die Zeitschrift gelangt monatlich in einer Auflage von etwa 130 000 Exemplaren in den Verkauf und ist auch in Deutschland im offenen Verkauf erhältlich.

Ellen und Hepworth waren mit der seinerzeit aktuellen Musikpresse Großbritanniens unzufrieden, das sie ihrer Meinung nach in dem Bestreben, eher aktuellen Trends nachzugehen als etwa dem Mainstream zu huldigen, wichtige Trends auf der Insel verschliefen, insbesondere aber den älteren Rock- und Pophörer verprellten. Gerade in älteren Rockhörern sahen die beiden Herausgeber des Blattes die Interessenten, die einerseits willens war, die eigenen Plattensammlungen durch die seinerzeit gerade marktreife CD zu ersetzen, andererseits auch deren Aufgeschlossenheit für anderen kulturellen Themen. So lautete der Untertitel der Zeitschrift in diesen Jahren »The modern guide to music and more«. Tatsäschlich ist der redaktionelle Inhalt des Blattes nach strikten Regeln geordnet: Neben Artikeln über Rock- und Popmusiker stehen vor allem Interviews und meist über einhundert Rezensionen von Schallplatten. Rezensiert werden auch in kleineren Teilen DVDs, Filme und Bücher. Eine mitunter ermüdende Spezialität des Magazins sind Listen zu diversen Themen, meist geht es um das jeweils »Beste«, wobei die Kriterien stets undurchsichtig bleiben.

In den ausgehenden 1980er- und beginnenden 1990er-Jahren – in denen der Hintergrund des Logos »Q« nicht wie später stets rot, sondern auch mal gelb oder blau war – erfüllte die Zeitschrift den selbst gestellten Anspruch. Mit wachsendem Erfolg und dem 1994 den Markt betretenden Magazin Mojo verlegte sich die Redaktion auf die jeweils aktuelle Musik und ließ etablierte Musiker und Bands ein wenig außer Acht, in der Gewissheit, dass Mojo diese Aufgabe übernehmen würde. Im Gegenzug eroberte Q nach und nach die Stellung, die zuvor der New Musical Express eingenommen hatte, mit den entsprechenden Charakteristika: Allemal steht die britische Rock- und Popmusik im Vordergrund, die Musik der USA wird weitgehend neutral betrachtet, während Rock und Pop aus anderen Ländern stets mit freundlicher Nachsicht betrachtet werden. Einige Sparten der Rockmusik werden nahezu vollkommen ignoriert, so etwa der seit Mitte der 1990er-Jahre wieder ein Publikum findende Progressive Rock, aber auch etwa Jazz, Hiphop und der komplette Dance-Bereich.

Auf anderen Gebieten setzte Q indes Maßstäbe: Die Zeitschrift ist durchgängig in Farbe gedruckt, Typographie und Layout sind mustergültig und die abgedruckten Fotos von erster Qualität. Gelegentlich liegen der Zeitschrift Gadgets wie CDs zu bestimmten Themen oder sogar Bücher bei. Von Zeit zu Zeit werden auch Sonderhefte veröffentlicht.

Unter dem Namen Q gibt es eine Web-Präsenz, einen digitalen Rundfunksender und einen Fernsehkanal. Starke Beachtung finden auch die jährlich in diversen Kategorien vergebenen Q-Awards.
Ellen und Hepworth blieben nach ihrem Ausscheiden in den 1990er-Jahren dem Musikzeitschriften-Markt treu und gründeten 2003 das Musikmagazin »The Word«: Ellen ist Chefredakteur des Blattes, das in dem von Hepworth gemeinsam mit ehemaligen Mitarbeitern Emaps gegründeten Verlagshaus Development Hell Ltd. erscheint.

Weblinks

qthemusic.com (Offizielle Website der britischen Musikzeitschrift Q)
www.rocklistmusic.co.uk/qlists.html (Website mit einer Sammlung der in Q veröffentlichten Listen)