Wilfried Mellers

Mellers, Wilfried, britischer Komponist, Musikwissenschaftler und Musikschriftsteller, * Leamington Spa (England) 26.4.1914, † Scrayingham (North Yorkshire) 16.5.2008.

Wilfried Mellers studierte am Leamington College und in Cambridge Musik und begann Anfang der 1940er-Jahre als Musikkritiker zu arbeiten; daneben wirkte er zunächst am Downing College in Cambridge, dann an der Birmingham University als Hochschullehrer. Anfang der 1960er-Jahre bekleidete er eine Gastprofessur an der University of Pittsburgh, bevor 1964 an die University of York gerufen wurde und dort bis 1981 eine Professur inne hatte.

Mellers Kompositionen, darunter »The tragicall historie of Christoper Marlowe« (1950-1952) und »The borderline« (1958), werden zwar selten aufgeführt, haben in Großbritannien aber eine feste Anhängerschaft. International bekannt wurde Mellers aufgrund seiner Schriften über Musik, unter denen sein 1964 veröffentlichtes Werk »Music in a new found land. Themes and developments in the history of american music« ein Standardwerk ist. In seinem Buch »Twilight of the gods: The music of the Beatles« (1973) setzte er sich analytisch mit der Musik der Liverpooler Band auseinander, setzte einerseits damit Maßstäbe für die akademische Auseinandersetzung mit der Popkultur und öffnete gleichzeitig Hochschulen wie auch das Feuilleton für die Rockmusik. Zu seinen weiteren Schriften gehören »François Couperin and the French classical tradition« (1950), »Bach and the dance of God« (1980) und »A darker shade of pale: A backdrop to Bob Dylan« (1985). Noch 2001 veröffentlichte er »Singing in the wilderness: Music and ecology in the twentieth century«.