Bigelf

Bigelf, amerikanische Progressive-Rock-Band, 1991 in Los Angeles (Kalifornien) gegründet.

Der Sänger, Gitarrist und Keyboard-Spieler Damon Fox und der Sänger und Bassist Richard Anton orientierten sich mit der Musik ihrer Band zunächst an Vorbildern aus den 1960er-Jahrne, an Hardrock, Glam Rock und Psychedelic Rock. Gemeinsam mit dem Gitarristen A.H.M. Butler-Jones und dem Schlagzeuger konnten sich Fox und Anton ein an dieser Musik interessiertes Publikum erarbeiten, veröffentlichten jedoch erst 1996 mit »Closer to Doom« eine erste EP. Die Musik der Band wurde flugs als »Psychedelic Doom« bezeichnet – mit Bigelf als seinerzeit einzigem Vertreter. Zu dieser Zeit, direkt nach den Aufnahmen zu der »Closer to Doom«, hatte Sullivan die Band bereits verlassen und auch Anton mochte nicht länger bei Bigelf den Bass zupfen. Fox entschloss sich, die Band mit Butler-Jones und dem Schlagzeuger Steve Frothingham, genannt Froth, als Trio fortzuführen. In dieser Besetzung nahm Bigelf 1997 die zweite CD auf, »Money Machine«. Zunächst fand die Band kein Label, das die CD veröffentlichen wollte. Erst 2000 wurde das Album von dem schwedischen Label Record Heaven übernommen. Da sich in Skandinavien mittlerweile eine feste Anhängerschaft gebildet hatte, ging Bigelf auf eine ausgedehnte Tour durch die nordeuropäischen Länder. Mit dem finnischen Bassisten Duffy Snowhill fand Fox auch wieder einen vierten Mann. 2001 wurde Butler-Jones durch den ebenfalls aus Finnland stammenden Gitarristen Ace Mark ersetzt. Die Verbindung zu Nordeuropa festigte sich, als die schwedische Vertretung des Warner-Konzerns die Band unter Vertrag nahm. Doch verhalfen auch dieser Wechsel und die Veröffentlichung von »Hex« im Jahre 2002 der Band nicht zum großen Erfolg. Der deutete sich erst gegen Ende des Jahrzehnts an, als die Band zu Custard Records wechselte, 2008 die CD »Cheat the Gallows« veröffentlichte und im Jahr darauf mit Dream Theater auf Tournee gehen konnte. Die Verbindung zu Dream Theater bleib über diese »Progressive Nation« genannte Tour hinaus erhalten, denn Bigelf war auch bei den Konzerten der Gruppe um Mike Portnoy im Jahre 2010 wieder dabei, später auch im Vorprogramm von Porcupine Tree. Danach legte sich Stille über das Geschehen um die Band, bis Fox 2012 bekannt gab, dass er an einem neue Album arbeite – zur Überraschung der anderen Bandmitglieder, die nun nicht einmal mehr wussten, ob sie überhaupt noch Teil von Bigelf waren. Fox legte wenige Monate später noch nach, unterschrieb einen Vertrag bei Insideout und konnte niemand geringeren als Portnoy für Bigelf gewinnen, ob als reguläres Mitglied einer neu zu besetzenden Band Bigelgf oder nicht, blieb nebulös. Fox schloss schließlich die Küche der Gerüchte und ließ verlauten, dass die Band weiter bestehe. Mittlerweile hatte Ace Mark die Band allerdings in der Tat verlassen und Schlagzeuger Froth war angesichts des Engagements von Portnoy ja nun nicht mehr nötig; einzig Bassist Snowhill war wieder mit dabei.

Die Musik von Bigelf erfordert den Rockhörer, der sich auskennt in der Geschichte der Rockmusik: Reminiszenzen an T. Rex und Mott the Hoople sind hier ebenso auszumachen wie Anklänge an Queen. Spätestens »Cheat the Gallows« weist aber auf The Move, Roy Wood und das Electric Light Orchestra hin: Fox bot Streichorchester, Bläser und Chor auf. Es sind aber keine Pseudo-Sinfonien, die er hier von den Musikern vortragen ließt, keine Synthesen von Kunstmusik und Rock, noch nicht einmal die Arrangements sind besonders raffiniert. Meist geht es – wie im Hardrock überhaupt – um akustische Gewalt, Unisono-Spiel von Streichern, Bläsern, Gitarren, Mellotron, Orgel und Bass war das Stilmittel, das von den vier Musikern allerdings mit einiger Ironie gebraucht wurde. Dazwischen auch mal ein Blues, ein wenig Music Hall und natürlich der alte Glam Rock.

Diskografie

Money Machine (2000)
Hex (2003)
Cheat the Gallows (2008)

Weblink

www.bigelf.com (Offizielle Website der amerikanisch-finnischen Progressive-Rock-Band Bigelf)