Dream Theater

Stichworte Mike Portnoy | Derek Sherinian | Jordan Rudess | Liquid Tension Experiment | Transatlantic | OSI



Dream Theater, amerikanische Progressive Rock-Band, 1985 in Boston gegründet; bis 1987 trug die Band den Namen Majesty.

Bandbiografie

Der Gitarrist John Petrucci (* 1967) und der Bassist John Myung (* 1967) gründeten während ihres Studiums am Berklee College of Music in Boston die Band unter dem Namen Majesty. Den Platz an den Drums übernahm der ebenfalls am Berklee College studierende Schlagzeuger Mike Portnoy. Portnoy seinerseits brachte für die Tasteninstrumente seinen Schulfreund Kevin Moore (* 1967) in die Band, als Sänger wurde Chris Collins engagiert, der jedoch nach kurzer Zeit durch Charlie Dominici ersetzt wurde. Die Band war mit ihren Cover Versions von Songs der Bands Iron Maiden und ↑Rush nach kurzer Zeit so erfolgreich, dass die Musiker beschlossen, ihre Ausbildung abzubrechen und eine professionelle Karriere als Musiker einzuschlagen. 1987 änderten sie, um einer juristischen Auseinandersetzung mit einer gleichnamigen Band aus dem Wege zu gehen, den Namen der Band in Dream Theater.
Ihre erste CD veröffentlichte Dream Theater mit »When Dream and Day Unite« 1989. Unmittelbarer Erfolg indes blieb aus und nach internen Streitigkeiten verließ Dominici die Band. Nahezu zwei Jahre lang trat Dream Theater nur noch gelegentlich auf, dann ohne Sänger unter dem Namen Ytse Jam – Majesty rückwärts gelesen. 1991 hatte Dream Theater mit dem Kanadier James LaBrie (* 1963) endlich einen adäquaten Sänger gefunden. Mit ihm wurde die zweite CD, »Images and Words«, eingespielt und 1992 bei Atco Records veröffentlicht. Das Album enthielt mit »Pull Me under« einen publikumswirksamen Song, der den Erfolg der Band einleitete.
In der Folge veröffentlichte Dream Theater regelmäßig weitere CDs, häufig im Wechsel von Studio- und Live-Produktion. 1994 verließ Moore die Gruppe, wurde kurzzeitig durch Jordan Rudess (* 1956) ersetzt, doch zog dieser es vor, sich der Gruppe The Dixie Dregs anzuschließen. Mit Derek Sherinian (*1966) fand Dream Theater schließlich einen Keyboard-Spieler, der bis 1999 in der Band blieb und dann doch für Jordan Rudess seinen Platz räumen musste.
Im September 2010 gab die Band bekannt, dass sich Mike Portnoy von Dream Theater getrennt habe. Vorangegangen waren offensichtlich Divergenzen über die musikalische Ausrichtung der Gruppe, die vor allem Portnoy im Engagement bei anderen Bands auszugleichen suchte. So hatte er Anfang des Jahres bei Aufnahmen der kalifornischen Heavy-Metal-Band Avanged Sevenfold den Schlagzeugpart eingespielt.
Wenn auch die Dream Theater einige Millionen CDs verkaufen konnte, ist der Kreis ihrer Zuhörerschaft relativ begrenzt, zumal der Fokus der einschlägigen Musikkpresse nicht auf dem von der Band vertretenen Progressive Metal Rock liegt. So ist Dream Theater mit seiner Mischung von Heavy Metal, Jazzrock, Progressive Rock und auch sentimentalen Pop-Balladen eine »Musician’s Band«, in deren Publikum sich überdurchschnittlich viele Musiker befinden. Tatsächlich steht die stupende Fingerfertigkeit der Musiker dem Erfolg bei einem Massenpublikum entgegen, regelrechte Hits gibt es nicht in ihrem Repertoire, wohl aber ausgedehnte Solopassagen, mitunter eingefangen in Konzeptalben, die sich über mehrere CDs erstrecken können (»Metropolis Pt. 2: Scenes from a Memory«, 1999; »Six Degrees of Inner Turbulence«, 2002). Die vielen Formalismen der Gruppe, etwa in der Verwendung von ungeraden Taktarten, aberwitzig schnell gespielten Unisono-Passagen, Zahlenspielereien der Art, dass Titel und Anzahl der Songs einer CD miteinander korrespondieren, Tonarten-Verrätselungen – »Octavarium« (2005) etwa enthält acht Stücke in den Moll-Tonarten F, G, A, H, C, D, E und wieder F – und Zitate aus Klassik, Jazz und Rock schienen einem Großteil des Publikums prätentiös, wenn nicht unverständlich. Dennoch gilt die Band als bedeutendster Vertreter des amerikanischen Progressive Rock, der – mehr als der britische Progressive Rock – zu einem guten Teil aus der Quelle Heavy Metal schöpft.
Sämtliche Mitglieder Dream Theaters spielen auch in anderen Formationen, so etwa bei Liquid Tension Experiments, bei Transatlantic, The Jelly Jam, OSI und in weiteren einmaligen Ad-Hoc-Gruppen u.a. mit Mitgliedern der Band Spock’s Beard. Aufgrund ihrer instrumentalen Fähigkeiten tauschen die Musiker mitunter auf der Bühne die Instrumente und spielen Cover Versions fremder Stücke. Ohnehin sind Cover Versions ein beliebtes Mittel der Musiker von Dream Theater, ihre instrumentale Virtuosität vorzuführen. Wegen ihrer Live-Konzerte, deren Programm von Auftritt zu Auftritt variiert, gehört Dream Theater zu den Bands, deren Konzerte am häufigsten mitgeschnitten und illegal auf CDs veröffentlicht werden.



Diskografie

When dream and day unite (1989)
Images and words (1992)
Live at the Marquee (1993)
Awake (1994)
A change of seasons (1995)
Falling into infinity (1997)
Once in a LIVEtime (1998)
Scenes from a memory (1999)
Live scenes from New York (2001)
Six degrees of inner turbulence (2002)
Train of thought (2003)
Live at Budokan (2004)
Octavarium (2005)
Score – 20th Anniversary world tour (2006)
Systematic chaos (2007)
Black Clouds & Silver Lining (2009)



Weblinks

http://www.dreamtheater.net (Offizielle Website der amerikanischen Progressive Rock-Band Dream Theater)