Enochian Theory

Stichworte Porcupine Tree | No-Man | Progressive Rock | Progressive Metal | Transatlantic



Enochian Theory, britische Progressive-Rock-Band, 2004 in Portsmouth (Hampshire) gegründet.

Der Gitarrist Scott Ware, der Bassgitarrist Shaun Rayment und der Schlagzeuger Sam Street hatten bereits als Schüler in verschiedenen Bands der Region ihrer Heimatstadt, als sie sich 2004 zu einem Trio zusammenschlossen. Im Herbst 2004 lernten die drei Musiker den Keyboardspieler Benedict »Ben« Harris-Hayes kennen. Beeindruckt von dessen Fähigkeiten als Instrumentalist, als Song-Schreiber und als Sänger entschieden sich Ware, Rayment und Street, sich mit ihm als weiteres Mitglied unter dem Namen Enochian Theory professionell zu präsentieren. Schon 2005 legte die Gruppe mit »Our Lengthening Shadows« eine sieben Songs umfassende EP vor. Ermutigt durch den Erfolg der EP, die vornehmlich im Rahmen des Merchandisings von Konzerten verkauft wurde, nahmen die Musiker 2006 eine weitere EP auf. Da es der Band auch mit dieser CD, veröffentlicht unter dem Titel »A Monument to the Death of an Idea«, nicht gelang, einen Vertrag bei einem etablierten Label zu erhalten, gründeten sie kurzerhand ein eigenes, um einen Vertrieb mit dem Verkauf ihrer EP zu beauftragen zu können. Das Label erhielt den Namen Anomalousz Music Records. Die Gründung des Labels wiederum weckte das Interesse der Presse und ergab schließlich für die Band die Möglichkeit, eine Tournee durch Großbritannien zu organisieren.
2007 verließ Ware die Gruppe, wurde aber nicht durch einen anderen Gitarristen ersetzt; vielmehr übernahm Harris-Hayes die Gitarre. Vie zu bedeuten hatte dies indes nicht, denn er hatte bis dahin mit seinen Keyboards schon den Klang der Band maßgeblich beeinflusst und stellte seine Tasteninstrumente auch zukünftig nicht hintenan. Stattdessen gründete er mit »The Lost Orchestra« ein imgainäres Orchester, das nur ihn als Mitglied hatte. In dieser Rolle schichtete er für die Alben »Evolution: Creatio Ex Nihilo« (2009) und »Life … And All It Entails« (2011) die Klänge von authentischen Instrumenten – allemal Samples – und mit Synthesizern erzeugte Klänge wie auch Originaltöne beliebiger Herkunft – oft mehr oder weniger verzerrte menschliche Stimmen -, zu Klanglandschaften übereinander, in denen sich die Spuren der elektrischen Gitarre mitunter verloren. Mit »Evolution: Creatio Ex Nihilo« hatte Enochian Theory erheblichen Eindruck auf das Publikum des jüngeren Progressive Rocks hinterlassen. Für »Life … And All It Entails« konnte die Band den Produzenten Robert »Rob« Audrey gewinnen, der mit diversen Progressive-Rock-Bands sein Können schon unter Beweis gestellt hatte, so in der Zusammenarbeit mit Tony Levin, IQ und Transatlantic (»Life in Europe«; 2003). Veröffentlicht wurde »Life … And All It Entails« bei dem auf Progressive Rock spezialisierten Label Mascot.
Enochian Theory, entstanden aus einer Heavy-Metal-Gruppe mit starkem Bezug zum Industrial Metal, erhielt unter der musikalischen Führung von Harris-Hayes erheblichen Einfluss aus dem jüngeren Progressive Rock etwa von PorcupineTree, No-Man oder Anathema: Authentische und künstliche, atmosphärisch dichte Klänge bilden den Hintergrund, oft sind einfache Piano-Figuren als ostinate Pattern eingebaut, wie manch einer Aufnahme von Porcupine Tree geben auch bei Enochian Theory rätselhafte Stimmen, Ansagen und Gesprächsfetzen der Musik mitunter eine etwas düstere Atmosphäre.

 

Diskografie

Our Lentgthening Shadows (2005)
A Monument to the Death of an Idea (2006)
Evolution: Creatio Ex Nihilo (2009)
Life … And All It Entails (2012)

 

Weblink

http://www.enochiantheory.co.uk (Offizielle Website der britischen Progressive-Rock-Band Enochian Theory)