Korn

Korn, amerikanische Nu-Metal-Band, 1993 in Bakersfield (Kalifornien) aus diversen Vorläuferbands hervorgegangen.

Bandbiografie

Die beiden Gitarristen Reginald Arvizu (* 1969), genannt Fieldy, und Brian Phillip Welch (* 1970), genannt Head, beschlossen Mitte der 1980er Jahre, eine Band zu gründen. In dem gerade mal dreizehnjährigen David Randall Silveria (* 1972) fanden die beiden Musiker einen trotz seines jugendlichen Alters erstaunlich virtuosen Schlagzeuger. Das Trio nannte sich zunächst L.A.P.D., eine Abkürzung von Love and Peace, Dude – die Abkürzung wurde allerdings auch schon anders gedeutet, beispielsweise Laughing as People Die. 1989 hatte sich die Band konsolidiert. Nunmehr gehörten neben Arvizu und Silveria der Gitarrist James Shaffer, genannt Munky, und der Sänger Richard Morrill zu der Band; Welch arbeitete zu dieser Zeit als Roadie für die Band. Im selben Jahr veröffentlichte L.A.P.D. mit »Love and Peace, Dude« ihre erste EP, der 1991 das Album »Who’s Laughing Now« folgte. Als Morrell 1992 die Band verließ, nahmen die übrigen Mitglieder der Band dies zum Anlass für einen vollständigen Neubeginn. Sie wechselten nach Los Angeles, übergaben Welch den Bass und nannten das neue Quartett Creep. Auf Dauer fehlte indes ein veritabler. Anfang 1993 lernten sie den Sänger der Band Sexart, Jonathan Houseman Davis (* 1971) kennen und überredeten ihn, sich ihnen anzuschließen. Nach einigem Zögern willigte Davis ein. Noch einmal benannte sich die Band um: Korn, in unbeholfener Kinderschrift, mit einem spiegelverkehrten großen R, geschrieben, sollte sie nun heißen.
Zunächst fand Korn in der vom Heavy Metal älterer Schule und dem zu dieser Zeit omnipräsenten Grunge nicht recht einen Platz. Mit Hilfe des Produzenten Ross Robinson konnten die Musiker zwar das Demo-Band »Neidemeyer’ s Mind« (1993) zusammenstellen, doch schien niemand Notiz von der Existenz der Band zu nehmen. Erst, als das Label Immortal Records, ein Unterlabel von Epic Records, auf Korn aufmerksam gemacht wurde, kam es zu einem Vertragsabschluss. Für die Produktion des ersten Albums, das 1994 unter dem Title »Korn« erschien, hatten die Musiker erneut mit Robinson zusammengearbeitet, und tatsächlich fand das Debüt sein Publikum: Korn trat in den folgenden Monaten im Vorprogramm der Konzerte von Größen wie Marilyn Manson und Danzig, dann im Rahmen der Auftritte von Megadeth, Deftones, Ozzy Osbourne und weiterer mehr auf.
Robinson übernahm auch die Produktion der zweiten CD, »Life is Peachy« (1996). Korn gehörte mit diesem Album nach kurzer Zeit zu den wichtigen Bands des Nu-Metals, trat mit Metallica auf und gehörte mit Tool zur Prominenz des Lollapalloza Festivals 1997. Auch in den Hitparaden hatte die Mischung von Heavy Metal, Funk und diversem Angedeuteten, den die Band vorführte, erheblichen Erfolg, konnte sich das Album doch für kurze Zeit auf dem dritten Platz der Charts des Branchenblattes Billboard platzieren. Umsichtig planten die Musiker ihre Zukunft, erreichten durch eine Zusammenarbeit mit der Hip-Hop-Formation The Dust Brothers (»Kick the P.A.«) auch ein anderes Publikum und gründeten mit Elementree Records ihr eigenes Label. Sie begannen auch, die Möglichkeiten des Internets für sich zu nutzen und machten die Arbeiten am dritten Album, dem 1998 veröffentlichten Album »Follow the Leader«, in einer wöchentlichen Online-Show öffentlich. Das Resultat: Erster Platz in der Hitparade von Billboard. Selbst MTV wollte jetzt die Videos der Band vorspielen, übergab später neun seiner MTV Awards der Band und das Video zu der Single »Freak on Lesh« (1999) wurde mit einem Grammy ausgezeichnet.
Der Erfolg blieb Korn auch mit der Veröffentlichung von »Issues« (1999) treu, ließ sich gar noch steigern, doch kam »Untouchables« erst 2002 auf den Markt und überraschte die Gemeinde der Korn-Fans mit Ungewohntem wie dem Klang elektronischer Instrumente einerseits, dem von Streichern andererseits. Dennoch brachte die Single »Here to Stay« (2002) der Band einen weiteren Grammy ein. Korn hatte den Olymp des Show-Geschäfts erreicht, die Musiker spielten für den Werbe-Trailer zu dem Film »Lara Croft Tomb Raider: The Cradle of Life« (2003; Regie: Jan de Bont) die Musik ein, und Angelina Jolie ließ sich für das Video zu dem Song sehen.
Mitte des Jahrzehnts wechselte Korn von Sony Music zu Virgin Records und legte unter dem neuen Label 2005 die CD »See You on the Other Side« vor. Das Album erschloss der Band endgültig das Mainstream-Publikum, doch brachten diese Jahre auch Ernüchterung: 2005 hatte Welch die Band verlassen, 2006 erkrankte Davis ernsthaft, für einige Konzerte sprang etwa Corey Taylor von Slipknot ein, dann wurde der größte Teil der anstehenden Europa-Tournee abgesagt. Ende des Jahres gab Silveria bekannt, dass er pausieren wolle, die Band gab noch ein Konzert in der »Unplugged«-Serie von MTV, schnitt den Auftritt mit und veröffentlichte die Aufnahmen 2007.
Mitte 2007 legte die Band ihr achtes Album vor – ohne Titel. Für die der Veröffentlichung folgenden Konzerte wurden gleich mehrere Schlagzeuger engagiert, so Größen wie Terry Bozio, Brooks Wackerman und Joey Jordison. Das Problem des verwaisten Schlagzeuger-Sitzes löste schließlich Ray Luzier (* 1970) von der Band Army Of Anyone – Silveria hatte Korn endgültig verlassen.
Mit »Heavy Funk« wäre die Musik Korns zwar einigermaßen treffend, jedoch nicht ausreichend beschrieben. Da gibt es natürlich die tiefer gestimmte Gitarre des jüngeren Heavy Metals, den fünfsaitigen, tief grollenden Bass, da gibt es monolithische, mitunter nur aus ein, zwei Tönen bestehende, rhythmisch akzentuierte Riffs und das ausgeklügelte Schlagzeugspiel von Silveria; Luzier, eines der Wunderkindes des Instrumentes, ist ihm mehr als ein würdiger Nachfolger. Doch mit diesen Grundelementen und einer Reihe von auch disparaten Beigaben – Vokalexperimente, abrupte Generalpausen, komplette Wechsel des Stils, eben noch Heavy Metal, dann schon fast Jazzrock, Einbindung elektronisch erzeugter Klänge, auch ein wenig Dudelsack ist zu hören– schaffen die Musiker von Korn eine unheimliche, fast bedrohliche Atmosphäre. Der Unbeweglichkeit von Gitarre, Bass und Schlagzeug wird damit eine unterschwellige Unruhe, eine zerrende Nervosität gegenübergestellt, die sich dem Hörer unmittelbar mitteilt und die Musik weit vom gängigen Heavy Metal alter Schule wegführt – sozusagen Horror ohne Zombies und Monster.



Auszeichnungen

Grammy 1999
Grammy 2002



Diskografie

Korn (1994)
Life is Peachy (1996)
Follow the Leader (1998)
Issues (1999)
Untoucables (2002)
Take a Look in the Mirror (2003)
See You on the other Side (2005)
– (2007)



Weblink

http://modlife.com/korn (Offizielle Website der amerikanischen Nu-Metal-Band Korn)