The Darkness

Darkness, The, britische Rockband, 1999 in London gegründet.

Dan Hawkins, eigentlich Daniel Francis Hawkins (* 1976; Gitarre, Gesang), eigentlich aus Lowestoff (Suffolk), hatte in London den Bassisten Frankie Poullain, eigentlich Francis Gilles Poullain-Patterson (* 1967) kennen gelernt, und wollte mit ihm gemeinsam eine Band gründen. Als Schlagzeuger gewannen die beiden Musiker einen Freund Hawkins’, Ed Graham, eigentlich Edwin James Graham (* 1977). Als Dan Hawkins bei einer Sylvesterparty zum Jahreswechsel 1999 zu 2000 kurzzeitig in Lowestoff war, sah er seinen Bruder Justin David Hawkins (* 1975; Gesang, Gitarre) zu Queens »Bohemian Rhapsody« so überzeugend Freddie Mercury mimen, dass er ihn überredete, der Band als Sänger beizutreten.
So war es auch das ungemein selbstsichere und singuläre Auftreten Justin Hawkins, das der Band zahlreiche Auftritte und in den Pubs einbrachte, wo sie ihr Publikum mit einer Melange von Hardrock und Glamrock gewann und schnell bekannt wurde. Der Rückhalt bei ihrer britischen Zuhörerschaft wie auch der auffällige Falsettgesang Justin Hawkins’ gepaart mit stilsicher konstruierten Songs ließ das 2003 veröffentlichte Debüt-Album der Band beinahe zwangsläufig zu einem Erfolg werden: »Permission to land« stand sofort auf dem zweiten Platz der britischen Verkaufscharts, verdrängte die gerade aktuelle Veröffentlichung von Beyoncé und nahm nach kurzer Zeit die Top-Position der Hitparade ein.
Damit begann für die vier Musiker aber auch der übliche Rock-Zirkus: Monatelange Tourneen, unter anderem mit Metallica, diverse Termine bei Rundfunk und Fernsehen, Preisverleihungen – 2004 konnten sie allein drei Brit Awards entgegennehmen – und aufreibende Shows hinterließen erste Spuren. Poullain verließ 2005 während der Aufnahmen zu dem zweiten Album die Band und wurde durch den Gitarren-Roadie Dan Hawkins’, Richie Edwards, ersetzt.
»One Way Ticket to Hell…and Back«, Ende 2005 veröffentlicht, und von Roy Thomas Baker produziert, konnte den Erfolg des Erstlings allerdings nicht wiederholen. Die CD erreichte weder die Top Ten der britischen Charts, noch konnte es sich überhaupt lange in der Hitparade halten. Baker hatte sich diverser Details aus seiner früheren Zusammenarbeit mit Queen erinnert und sie der zwar einfachen, aber enorm wirkungsvollen Musik von The Darkness aufgarniert. Das allerdings hatten die Fans der Band wohl nicht erwartet.
Der rasante Aufstieg der Band – zumindest in Großbritannien und Europa – wie auch der schnelle Abschwung forderten natürlich ihren Tribut: Justin Hawkins, alkohol- und drogenabhängig – »One Way Ticket to hell…and Back« war mit den Geräuschen eines Kokainschnupfers eröffnete worden – musste sich ärztliche behandeln lassen, einige Konzerte wurden abgesagt und noch vor Beginn der Aufnahmen zum geplanten dritten Album verließ Hustin Hawkins die Band. Ihrer Hauptfigur beraubt, löste sich The Darkness Ende 2006 auf. Zwar waren die Bandmitglieder sich zunächst nicht im Klaren darüber, ob sie den Namen aufgeben wollten, doch im Frühjahr 2007 entstanden aus den Trümmern von The Darkness die Band Stone Gods, während Justin Hawkins die Band Hot Leg gründete und nebenbei etwas elektronische Musik unter dem Namen British Whale macht.
Zu Beginn sah es zwar aus, als sei es eine besonders clevere Idee, Riffs nach Art von AC/DC mit Falsett-Gesang zu paaren, auf wuchtige Drums und effektvolle Gitarren-Licks zu setzen, das Ganze dann noch mit diversen Anklängen an die Musik von Queen zu Zeiten von »A Night at the Opera« und »A Day at the Races« aufzudonnern. Tatsächlich sind die Songs von The Darkness auf den erstem Eindruck frappierend, fangen sie doch Glam Rock, diesen Stil zwischen Hardrock und Music Hall, geradezu typisch ein. Dennoch scheint diese Musik, wenn schon nicht eine Pose, dann aber doch ein wenig zu clever, ein wenig zu berechnet zu sein. Das mag noch nicht einmal der Band anzulasten sein, wohl aber dem ganzen Drumherum von Produzenten, Plattenfirmen und Musikpresse, die in The Darkness natürlich sofort das „Retro-Ding“ zu erkennen glaubte. Nur wenige Jahre nach Auflösung der Band wirkt ihre Musik indes wie die einer Cover-Band, die unbedingt etwas Eigenes auf die Beine stellen will.



Auszeichnungen

2004 Brit Award in drei Kategorien



Diskografie

Permission to land (2003)
One Way Ticket Hell…and Back (2005)