Berklee College of Music

Berklee College of Music, unabhängige Musikhochschule in Boston, 1945 von dem Musiker und Ingenieur Lawrence Berk (* 1908, † 1995) unter dem Namen Schillinger House of Music gegründet; 1954 änderte Berk den Namen in Berklee School of Music, indem er Teile des Namens seines Sohnes Lee Eliot Berk verwendete, damit auch eine Nähe zur University of California in Berkeley herstellte. Seit 1970 trägt die Hochschule den Namen Berklee College of Music.

Lawrence Berk war Schüler des Komponisten und Musiktheoretikers Joseph Schillinger, der in den 1920er- und 1930er-Jahren ein auf mathematischen Überlegungen basierendes Kompositionssystem entwickelt hatte, mit dessen Hilfe vor allem das Komponieren von Musik für Instrumente mit elektronischer Klangerzeugung und Musik für Filme erleichtert werden sollte. Um dieses System zu popularisieren, gründete Berk in seiner Heimatstadt Boston das Schillinger House of Music. Die Schule wurde von angehenden Komponisten für Filmmusik, besonders aber auch von Jazzmusikern und dem Jazz nahe stehenden Musikern und Komponisten besucht. In späteren Jahren wurde die musikalische Ausbildung stark erweitert, und die Hochschule öffnete sich jüngeren Entwicklungen wie Rock’n’Roll, Soul und Jazzrock.
Im Laufe der Jahre wuchs das Bildungsangebot des Colleges, so dass die nunmehr etwa 4000 Studenten unter mehreren Master-Studiengängen wählen Diese Studiengänge sind etwa Master of Music Contemporary Performance, Master of Music Scoring for Film, Televison oder Video Games, Master of Arts Global Entertainment and Music Business und Master of Music Music Technology Innovation. Die 12 Major-Studiengänge sind Compostion (tradtonelle Kompositone), Contemporary Writing and Production, Electronic Production and Design, Film Scoring, Jazz Composition, Music Business/Managmnt, Music Education, Music Production and Engineering, Music Therapy, Perfomance, Professional Music, Songwriting; die Inhalte der Kurse können teils auch miteinander kombiniert werden. So genannte Minors gelten etwa Acoustics and Electronics, Audio Design for Video Games, Conducting, Drama, English, History, Instrument Repair, Music and Society, Performance Studies in Latin Music, Philosophy, Psychology, Theory of Jazz and Popular Song, Video Game Scoring, Visual Culture and New Media Studies sowie Writing for TV and New Media. Der pragmatische Ansatz des Angebots an Studiengängen sorgt dafür, dass auch neuere Entwicklungen in Musik, Musiktechnik und Musikproduktion schnell Eingang in den Lehrplan finden.
Größtes Renommee hat die Instrumentalausbildung des Colleges, auf deren Grundlage zahllose Musikerkarrieren entstanden. Dazu gehörten etwa der Gitarrist John Abercrombie, die Pianistin Toshiko Akyoshi, der Bassist Victor Bailey, der Bassist Jeff Berlin, die Schlagzeugerin Ciny Blackman, der Vibraphonist Gary Burton, der Schlagzeuger Will Calhoun, der Trompeter Bill Chase, der Gitarrist und Sänger Bruce Cockburn, der Schlagzeuger Vinnie Colaiuta, die Sängerin Paula Cole, der Gitarrist Al Di Meola, die Sängerin und Gitarristin Melissa Etheridge, der Keyboard-Spieler Donald Fagen, der Gitarrist Bill Frisell, der Pianist Jan Hammer, der Sänger und Pianist Bruce Hornsby, der Pianist Keith Jarrett, der Trompeter, Arrangeur und Produzent Quincy Jones, die Pianistin Dianna Krall, der Saxophonist Joe Lovano, die Sängerin und Bassistin Aimee Mann, der Saxophonist Charlie Mariano, der Gitarrist und Sänger John Mayer, der Pianist Brad Mehldau, der Gitarrist Pat Metheny, der Bassist John Myung, der Gitarrist John Petrucci, der Schlagzeuger Mike Portnoy, die Gitarristin Emily Remler, der Gitarrist John Scofield, der Gitarrist Sonny Sharrock, der Keyboard-Spieler Derek Sherinian, der Schlagzeuger Steve Smith, die Bassistin Esperanza Spalding, der Sänger und Gitarrist Billy Squier, der Gitarrist Mike Stern, die Gitarristin und Sängerin Susan Tedeschi, der Gitarrist Steve Vai und der Pianist Joe Zawinul Vermutlich zwei Studenten des Berklee Colleges stellten das bekannte Real Book zusammen, ein Fake Book mit den Lead Sheets zahlreicher Jazz-Standards.
Die Ausbildung der Schüler wird von fast 150 hauptamtlichen Lehrern und nahezu 300 Honorarkräften übernommen. Unter den Lehrkräften gab und gibt es einige renommierte Musiker, so der Gary Burton, Esperanza Spalding, der Bassist Steve Swallow und die Pianistin Joanne Brackeen. Bis 2006 gab es keine Zulassungsbedingungen, seitdem müssen Interessenten an einer Ausbildung am Berklee College of Music eine Aufnahmeprüfung ablegen, die allerdings kaum die Hälfte besteht. Das Berklee College of Music hat eine Filiale in Valencia mit einem etwas vom Mutterhaus in Boston differierenden Angebot. Die Hochschule unterhält Partnerschaften mit Musikhochschulen außerhalb der USA, in der Bundesrepublik etwa mit den Jazz & Rock Schulen Freiburg.


Weblink

http://www.berklee.edu (Offizielle Website des Berklee Colleges of Music)