Fillmore Auditorium

Fillmore Auditorium, The, Veranstaltungssaal in San Francisco (Kalifornien), 1965 von Bill Graham, eigentlich Wolfgang Grajonca, als Wolodia Grajonca geboren (* 1931, † 1991) eröffnet. 1968 verlegte Graham sein Lokal in den früheren Carousel Ballroom; der Name Fillmore rührt vom Namen der Fillmore Street her, an der der erste Saal lag.

Graham hatte geplant, im Fillmore Auditorium Dichterlesungen, Filmvorführungen, Jazz- und auch Rockkonzerte zu veranstalten. Bald wurde es aber mehrmals in jeder Woche vornehmlich für Rockkonzerte genutzt. Da sich bereits nach wenigen Jahren herausstellte, dass der Saal zu klein für das interessierte Publikum war, verlegte Graham sein Fillmore Auditorium 1968 in den größeren Carousel Ballroom, der bereits mehreren zwecken gedient hatte. Da er wenige Wochen zuvor in Manhattan (New York) ein weiteres Fillmore Auditorium eröffnet hatte, erhielt der Saal in San Francisco den Namen Fillmore West, der in New York den Namen Fillmore West.
Der Saal in San Francisco hatte sich rasch zum Rockzentrum der Stadt und in gewissem Sinne der USA überhaupt entwickelt. Namhafte, den Psychedelic Rock prägende Gruppen wie die Charlatans (die amerikanische Band), The Warlocks, aus denen später Grateful Dead hervorging, The Great Society, Jefferson Airplane, Quicksilver Messenger Service, The Doors, The Byrds u. a., später auch East Coast-Musiker wie Mike Bloomfield und Al Kooper (The Live Adventurers, September 1968) traten hier auf. Die Plakate, auf denen die Konzerte angekündigt wurden, wurden etwa von Wes Wilson und Rick Griffin gezeichnet und gehören zu den bemerkenswerten Zeugnissen einer psychedelischen Gebrauchsgrafik und werden mitunter noch heute immer wieder aufgelegt.
Anfang der 1970er-Jahre war der Aufwand von Rock-Konzerten so gewachsen, dass die Honorare für die auftretenden Musiker und Bands eine Höhe erreicht hatten, die Graham nicht mehr zahlen konnte. Er schloss im Juni 1971 zunächst das Fillmore East, im Juli des gleichen Jahres dann auch das Fillmore West.
Manche Live-Platten wurden in einem der beiden Fillmore-Konzertsäle aufgenommen darunter »The Mothers of Invention in Fillmore East June 71« (1971), aber auch Konzerte etwa von The Nice (Fillmore East), The Allman Brothers Band, Cream, Ten Years After, The Doors, Jimi Hendrix, Crosby, Stills, Nash & Young, Santana, Al Kooper, Mike Bloomfield, Miles Davis, Charles Lloyd, The Who und weitere mehr. Die letzten, von einer gewissen Wehmut bestimmten Tage des Fillmore West wurden in einem Film und auf einem Dreifachalbum festgehalten.
Auf einem kurzlebigen Fillmore-Label erschienen u. a. Aum, Lamb und Elvin Bishop.
1994 wurde das Fillmore West unter dem Namen The Fillmore in dem alten, nunmehr renovierten Gebäude wieder als Konzertsaal eröffnet. Die Betreiber des Saales veranstalten alljährlich das Fillmore Jazz Festival.



Literatur

Graham, Bill (mit Robert Greenfield): My Life Inside Rock and Out; New York 1992



Diskografie

The Last Days of Fillmore (1972; drei LP mit Poster und einem 32seitigen Heft



Weblink

http://www.livenation.com/The-Fillmore-tickets-San-Francisco/venue/229424 (Offizielle Website des Veranstaltungsortes The Fillmore)