Glastonbury Festival of Contemporary Arts

Glastonbury Festival of Contemporary Arts, Festival für Musik und Darstellende Kunst, erstmals 1970 von dem Farmer Michael Eavis unter dem Namen Pilton Pop, Blues & Folk Festival auf dem Gelände seiner Farm (Worthy Farm) in der Nähe von Pilton veranstaltet; Pilton liegt nahe bei der Kleinstadt Glastonbury in der Grafschaft Somerset.

Eaves sah in den großen Festivals der 1960er-Jahre, denen von Monterey und Woodstock in den USA, das Vorbild für das von ihm veranstaltete Festival: Die Musik sollte zwar im Vordergrund stehen, es sollte ab er auch ein Ort für andere kreative Tätigkeiten sein und dem künstlerischen Experiment großer Raum geboten werden. Auch hinsichtlich der Musik zog Eaves die Grenzen weit, neben den seinerzeit aktuellen Spielarten der Rockmusik sollte sein Festival auch dem Jazz und der so genannten Weltmusik ein Forum gegeben werden. Die Idee des Free Festivals war noch aktuell, und so kostete der Eintritt des ersten, 1970 veranstalteten Festivals nur ein englisches Pfund. Bereits das zweite, 1971 veranstaltete der fast durchgängig alljährlich Ende Juni stattfindenden Festivals trug den Ort in seinem Namen, Glastonbury Fayre. Danach fiel das Festival in einen mehrjährigen Dornröschenschlaf, doch blieb die Idee lebendig, bis 1978 ein kleines Festival auf Eaves Gelände dazu führte, dass Bill Harkin und Arabella Churchill die Idee wiederbelebten und 1979 ein weiteres Glastonbury Fayre veranstalteten. Seit 1981 trägt das Festival den Namen Glastonbury Festival und wird von Michael Eaves veranstaltet; Eaves gründete zu diesem Zweck die Glastonbury Festivals Ltd.

Von dem ursprünglichen Gedanken, der alternativen Kultur breiten Raum zu gewähren, ist Eaves nicht abgewichen, die Umweltschutz-Organisation Greenpeace stellt ihre Arbeit ebenso in einem eigenen Bereich dar wie britische Gewerkschaften. Eaves stellt seinen Anteil an den Gewinnen des Festivals für wohltätige Zwecke zur Verfügung. Gewinne fallen mittlerweile an, nachdem die Vorstellung vieler Besucher, ein Rockfestival müsse freien Eintritt bieten, durch Überklettern des Zaunes zur Realität verholfen wurde, mittels einer stabilen und ohne größeren Aufwand nicht zu überwindenden Abgrenzung der Boden entzogen wurde. Der Eintritt ist nicht billig, 2013 wurden für die drei Tage, die das Festival regelmäßig dauert, etwa 200 englische Pfund verlangt. Für diese Summe wird dem Publikum allerdings auf mehreren Bühnen stets auch einiges geboten, 2013 gaben beispielsweise The Rolling Stones auf der Pyramid Stage, der wichtigsten und größte Bühne der Veranstaltung, ihren ersten Auftritt beim Glastonbury Festival. Inzwischen sind die Festivals auch regelmäßig ausverkauft. Will man ein Ticket bekommen, muss der jeweilige Interessent sich lange vor dem gegebenen Festivaltermin registrieren lassen, mitsamt Passfoto. Wer keine Eintrittskarte erhalten hat, kann Glasto, wie das Festival von Fans genannt wird, wenigstens Online verfolgen.

Im Laufe der Jahrzehnte sind wohl alle britischen Rockmusiker von Rang und Namen und viele amerikanische Musiker und Bands im Rahmen von Eaves‘ Festival aufgetreten, wobei der Veranstalter nach wie vor keine engen Grenzen zieht: Marc Bolan, Al Stewart, Quintessence, Hawkwind, Traffic, Melanie, Peter Gabriel, Steve Hillage, David Bowie, Led Zeppelin, The Kinks, Paul McCartney, Johnny Cash, Travis, Lady Gaga, Coldplay, Muse, Oasis, Michelle Shocked, PJ Harvey, Jamiroquai, Dissidenten, Radiohead, The Flaming Lips, Portishead, The Orb, Vampire Weekend, Kenny Rogers, Haim, Primal Scream, Mumford and Sons und zahllose andere, die sich teils zum ersten Mal einem größeren Publikum präsentieren. Nicht zuletzt für junge Bands hat die BBC eine eigene Auftrittsmöglichkeit auf dem Gelände geschaffen.

Trotz des im Sommer liegenden Termins ist das Glastonbury Festival weniger berühmt als berüchtigt für das schlechte Wetter, das sich mit einiger Zuverlässigkeit regelmäßig einstellt und das Gelände unter Wasser setzt; so machen auch stets diverse Pressefotos von den Schlammschlachten, die sich vergnügte Besucher liefern, die Runde durch die Medien.

Weblink

www.glastonburyfestivals.co.uk (Offizielle Website des Glastonbury Festivals)