Graceland

Graceland, 1939 in Memphis, Tennessee, im Neo-Kolonial-Stil der USA erbaute Villa, 1957 von Elvis Presley gekauft; die Villa diente Presley und seiner Familie als Heim. Nach Presleys Tod 1977 wurde das Haus 1982 zu einem Museum und einer Gedenkstätte umgewidmet. Presley wie andere Mitglieder seiner Familie fanden auf dem etwa 5,6 Hektar großen Gelände ihre letzte Ruhestätte.

Das auf dem Land gelegene Grundstück gehörte vormals dem Druckereibesitzer Stephen C. Toof und bestand aus zuvor zwei getrennten Grundstücken. Toofs Tochter Grace – nach der das Gelände Gracelands Farm genannt wurde – gab das Grundstück an ihre zwei Neffen und eine Nichte weiter. 1939 ließ eben diese Nichte, Ruth Brown Moore, auf dem Grund ein an die Architektur der früheren Kolonialbauten der Südstaaten angelehntes Wohnhaus bauen; der Entwurf stammte von dem Architekturbüro Furbringer & Ehrman. Entsprechend der Vorbilder erhielt das imposante Haus einen von vier weißen Säulen getragenen Vorbau. Die Besitzer des Baus konnten über 23 Zimmer verfügen, von denen acht als Schlafzimmer bzw. Badezimmer vorgesehen waren.

Elvis Presley war 1956 zu einem der erfolgreichsten Stars des noch jungen Rock’n’Roll geworden und beauftragte Anfang 1957 seine Eltern, ein Wohnhaus für sie, seine Großmutter Minnie May Presley und sich selbst zu suchen. Eine Maklerin bot den Eltern Graceland an, obwohl Haus und Grundstück schon an den YMCA verkauft worden war, dies in der Hoffnung, dass Presley einen höheren Preis bieten würde. Elvis Presley war dann von dem mittlerweile der Tochter Ruth Brown Moores, Ruth Marie Moore, gehörendem Graceland so angetan, dass er in der Tat mehr Geld bot und den Zuschlag erhielt. Kaum mehr als einen Monat nach Kauf des Hauses im März 1957 zogen die Presleys ein.

Presley ließ das Haus mehrmals mehrmals umbauen, es erhielt eine umgrenzende Mauer aus Feldsteinen, ein eisernes Tor, verziert mit Notenmotiven und zwei stilisierten Gitarristen, genannt »The Musical Gates«, später der »Meditation Garden«, weitere zusätzliche Gebäude wie eine Garage für vier Autos und einen Swimming Pool. Auch im Inneren wurde das Haus den Wünschen des Rockstars angepasst. Am bekanntesten wurde sicherlich der »Jungle Room«, ein mit einem kleinen Wasserfall ausgestatteter Raum, vollgestellt mit Grünpflanzen und der Thematik angepasstem Mobiliar. 1974 wurde ein Studio eingebaut, in dem mehrere Songs entstanden. In einem »Trophy Room« sind die Auszeichnungen, die Elvis Presley erhielt, ausgestellt. Besichtigt werden können auch die zwei Flugzeuge, die Presley gehörten.

Der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde Graceland 1982; jährlich kommen über 600 000 Besucher, die allerdings nur das untere Stockwerk zu sehen bekommen, da das obere nach wie vor privat genutzt wird. Um dem Ansturm der Fans gerecht zu werden, sollen weitere Gebäude auf dem Gelände errichtet werden, etwa ein Besucher-Zentrum, ein Museum und ein Hotel. Ohnehin ist die Nutzfläche der Gebäude von etwa 953,7 qm (1957) auf mittlerweile 1630,6 qm gewachsen.

Presley starb in 1977 in seinem Badezimmer und wurde im Meditation Garden beigesetzt; hier liegen auch seine Großmutter, seine Eltern und sein bei der Geburt verstorbener Bruder Jesse.

Paul Simon setzte dem Haus Elvis Presleys mit seinem Album »Graceland« ein Denkmal, wenn es auch in dem dem Album den Titel gebenden Song weniger um das Haus als um eine Reise dahin geht. Es ist keine Frage, dass das Haus ein Topos der Rockmusik, für manchen wohl auch ein Wallfahrtsort.

 

Diskografie

Elvis Presley: From Elvis Presley Boulevard, Memphis, Tennesse (1976)
Elvis Presley: The Jungle Room Sessions (2000)
Paul Simon: Graceland (1986)

 

Weblinks

http://www.elvis.com/graceland (Teil der offiziellen Elvis-Web-Präsenz mit Informationen zu Graceland)
http://www.elvis.com.au (Australische Website mit zahlreichen Informationen und Fotos zu Graceland)