Grand Ole Opry

Grand Ole Opry, älteste, mehrmals pro Woche aus Nashville ausgestrahlte Rundfunk-Konzertsendung; im Zentrum der Rundfunksendung steht die Country Music. Im Prinzip handelt es sich um die Live-Übertragung eines vor Publikum stattfindenden Konzertes.

Die Konzertübertragungen wurden 1925 von der zu dem Versicherungsunternehmen National Life & Accident Insurance Company gehörenden Rundfunkgesellschaft WSM unter dem Namen Barn Dance Show aufgenommen. Die von dem Sender ausgestrahlten Konzerte fanden zwar durchweg den Zuspruch des Publikums, besonders erfolgreich waren aber die Sendungen mit so genannter Oldtime Music, mit der ein Amerika der Vergangenheit, das Amerika der Pioniere heraufbeschworen wurde. So widmete sich die seit 1927 unter dem Namen Grand Ole Opry firmierende Sendung sich schließlich nur dieser Musik. Mit wachsendem Erfolg: Zunächst wurde dem Sender WSM eine überregionale Frequenz überlassen, ab 1939 übernahm die NBC die Show in ihr Programm. Bis 1943 fanden die Konzerte in den Räumlichkeiten des Senders innerhalb des Versicherungsgebäudes statt. Von 1943 bis 1974 sendete WSM aus einer ehemaligen Kirche, dem Ryman Auditorium. 1974 bezog die mittlerweile mit von Rundfunk und Fernsehen übertragenen Konzerten zur medialen Attraktion gewordene Veranstaltung eine Konzerthalle innerhalb des Opryland genannten Vergnügungsparks. Die Shows finden jeweils freitags und sonnabends statt, doch gibt es gelegentlich unter der Woche weitere Termine.
Der Auftritt in der Opry, wie die Konzertreihe kurz genannt wird, ist obligate Station in der Karriere eines jeden Country-Musikers. War der Auftritt eines Musikers im Rahmen der Grand Ole Opry zunächst noch als ein Promotion-Termin für anstehende Tourneen gedacht, so erhielten die Konzerte seit den 1930er-Jahren vor allem durch die Auftritte des Sängers Roy Acuff einen eigenständigen Wert und bildeten den Maßstab für das, was als Country Music zu gelten hatte. Durch jüngere Entwicklungen der Country Music einerseits, die doch konservative Haltung der Grand Ole Opry andererseits – es entbrannte beispielsweise ein Streit um die Frage, ob eine Band ein Schlagzeug auf die Bühne stellen dürfe – schwächte sich die Bedeutung der Veranstaltung als Maßstab des musikalischen Genres Country Music spätestens seit den 1950er-Jahren ab. Dennoch gilt ein Auftritt in einer der Shows nach wie vor als eine Art »Ritterschlag«. Musikern, die regelmäßig in der Grand Ole Opry auftreten, wird die Möglichkeit eröffnet, Member of the Grand Ole Opry zu werden.



Literatur

Hurst, Jack: Nashville’s Grand Ole Opry; New York 1974
Wolfe, Charles K.: The Grand Ole Opry – The Early Years, 1925-1935; London 1975
Malone, Bill C.: Country Music, USA; Wellingborough, Northamptonshire 1985
Butterfield, Arthur: Encyclopedia of Country Music; London 1985
Hurst, Jack: Nashville’s Grand Ole Opry – The First 50 Years; New York 1989



Weblink

http://www.opry.com/ (Offizielle Website der Rundfunksendung Grand Ole Opry)