Hammersmith Apollo

Hammersmith Apollo, Konzertsaal, im Londoner Stadtteil Hammersmith gelegen; der Saal wurde 1932 unter dem Namen Gaumont Palace eröffnet. Berühmt wurde das Gebäude als Hammersmith Odeon, trägt aber seit 2009 den Namen HMV Hammersmith Apollo.

Der von dem Architekten Robert Cromie im Stil des Art Deco entworfene und mittlerweile unter Denkmalschutz stehende Bau war ursprünglich als Kinosaal konzipiert und bot 3487 Sitzplätze. Entsprechend der Planung des Saales in der Stummfilmzeit ist in den Saal eine Kinoorgel der Firm Compton eingebaut, die Anfang der 1990er Jahre, unbrauchbar geworden, teilweise ausgebaut wurde. Der Rat des Stadtteils wie auch die Cinema Theatre Association bestanden aber auf einer Restaurierung, so dass das über vier Manuale und mehr als 1200 Pfeifen verfügende Instrument seit 2007 wieder einsatzfähig ist.
Der Saal wurde schon früh auch für andere Veranstaltungen als Filmvorführungen genutzt. Seit 1962 trug das Gebäude den Namen Odeon und ging als Hammersmith Odeon in die Geschichte der Rockmusik ein. Zahllose Rockmusiker und Bands traten in dem Saal auf, darunter The Beatles, The Rolling Stones, Abba und Bob Marley. Auch eine Reihe von Live-Aufnahmen wurden hier produziert wurden, so etwa von Bruce Springsteen, Rush, Black Sabbath, Art of Noise, Gary Numan, Jethro Tull, Motörhead, Iron Maiden, Queen, Neil Young, Blondie, Rainbow, Ted Nugent, Twisted Sister, Ultravox und Whitesnake; Elton John, Dire Straits, Culture Club, Metallica, Carlos Santana und die Band Slipknot ließen hier ihre Auftritte auf Film festhalten. Eng verbunden ist der Saal auch mit der Karriere David Bowies, der hier 1973 zum letzten Mal als Ziggy Stardust auftrat; für den Film »Ziggy Stardust« wurde der Saal ebenfalls genutzt. Auch entstand im Hammersmith Odeon ein Live-EP und ein Video der Sängerin Kate Bush. Motörheads 1981 veröffentlichte Live-LP »No Sleep ’til Hammersmith« hingegen trägt nur den Namen des Ortsteils im Titel, enthält aber keine in dem Konzertsaal angefertigten Aufnahmen. Ein etwas verstecktes Denkmal setzte die Band The Who dem Saal: In dem der ersten Auflage der Doppel-LP »Quadrophenia« beigegebenen Fotoheft ist auch der Eingang des Hammersmith Odeons abgebildet.
Zwar wurde als letzter Film 1984 »Blue Thunder« (1983; Regie: John Badham) in dem Saal aufgeführt, später wurde das Hammersmith Odeon aber immer wieder mal für einzelne Vorführungen genutzt, beispielsweise für die Premiere des Dokumentarfilms »It Might Get Loud« (2009; Regie Davis Guggenheim) mit den Gitarristen Jimmy Page, The Edge und Jack White.
Ende der 1980er-Jahre wurde das Haus renoviert und erhielt für kurze Zeit den Namen Labatt’s Apollo. Zu dieser Zeit wurde das Theater vornehmlich für Musicals und Show-Termine genutzt. 2003 übernahm die Brauerei Carling den Saal – nun erhielt er den Namen Carling Apollo Hammersmith. Der neue Betreiber baute den Saal um, so dass die Bestuhlung teilweise entfernt werden kann. Wenn der Saal mit Sitzen ausgestattet ist, finden 3632 Personen Platz darin, werden die Stühle im Parkett entfernt, ist er für 5039 Personen zugelassen.
2007 kaufte das Veranstaltungsunternehmen MAMA das Hammersmith Apollo; MAMA betreibt in Großbritannien eine Reihe von Sälen. Als MAMA 2009 ein Joint Venture mit der HMV-Gruppe einging, wurde das Haus in HMV Hammersmith Apollo umbenannt.
Im Laufe der Jahrzehnte sind so viele Sängerinnen, Sänger, Schauspieler, Musiker und Bands im Hammersmith aufgetreten, dass die Website des Saales einen Bereich mit Namenslisten bereithält: Allein unter dem Buchstaben A finden sich 86 Einträge.



Diskografie

The Who: Quadrophenia (1973)
Kate Bush: On Stage (1979; EP)



Weblink

http://venues.meanfiddler.com/apollo/home (Offizielle Website des Hammersmith Appolo)