Rainbow Theatre

Rainbow Theatre, Konzertsaal im Norden London, 1930 unter dem Namen Astoria Theatre als Kinosaal eröffnet; das Gebäude liegt am Finsbury Park an der Ecke Isledon Road und Seven Sisters Road.

Das Astoria Theater war eines der vier Kinos, die der Kinobesitzer Arthur Segal in London besaß. Bei seiner Eröffnung im September 1930 war der Saal einer der größten Kinosäle überhaupt. Die Bühnenbreite betrug mehr als 20 Meter, die Tiefe der Bühne elf Meter. Besondere Attraktionen waren ein mit Goldfischen besetzter Springbrunnen im Foyer und eine dreimanualige Kinoorgel der Firma Compton. Schon im Dezember des Jahres 1930 übernahm die Filmgesellschaft Paramount Pictures den Saal, verkaufte ihn 1939 aber an die Firma Odeon Theatres Ltd.
Obwohl das Gebäude bis 1971 als Kino betrieben wurde, fanden bereits in den 1960er-Jahren Rockkonzerte in dem Saal statt; ab 1971 wurde das Haus bis zu seiner Schließung nur noch als Konzertsaal genutzt. Gelegentlich wurden Box-Veranstaltungen im Rainbow durchgeführt. Da das Haus unter Denkmalschutz steht, fand sich viele Jahre lang kein Nutzer. 1995 kaufte die Universal Church of the Kingdom of God das Haus.
Von historischer Bedeutung für die Rockmusik sind die Jahre etwa ab Mitte der 1960er-Jahre bis 1981. In dieser Zeit fanden in dem Theater, das ab 1971 den Namen Rainbow Theatre trug, zahlreiche Rockkonzerte statt. Jimi Hendrix setzte 1967 hier zum ersten Mal seine Gitarre in Brand, Pink Floyd trat hier 1972 und stellten im folgenden Jahr hier ihr Album »Dark Side of the Moon« (1973) vor. Bands wie Kool & The Gang, The Ramones und Van Morrisons Caledonia Soul Orchestra hatten im Rainbow denkwürdige Auftritte, von denen bei diesen Gelegenheiten mitgeschnittene Aufnahmen Zeugnis ablegen. Einige Songs, die die amerikanischen Band Little Feat bei vier aufeinander folgenden Terminen 1977 im Rainbow aufnahmen, fanden Verwendung für das Live-Album »Waiting for Columbus« (1978). Gelegentlich wurden auch noch Musikfilme gezeigt, so 1972 der Film »Jimi Plays Berkley«, 1974 Leonard Cohens Film »Bird on a Wire« und 1979 ein Film über Paul McCartney und seine damalige Band Wings. Umgekehrt war das Gebäude auch selbst Schauplatz für einen Film, als hier einige Szenen des Films »Breaking Glass« (1980; Regie: Brian Gibson) mit Hazel O’Connor gedreht wurde.
In dem Saal traten eine Vielzahl von Musikern und Bands auf, so Connie Francis, Shirley Bassey, Adam Faith, Dave Brubeck, Ray Charles, Frank Sinatra, Miles Davis, Cliff Richard, The Rolling Stones, The Beatles, Chuck Berry, Aretha Franklin, The Beach Boys, The Who, Alice Cooper, Mott the Hoople, Frank Zappa, Joan Baez, Deep Purple, David Bowie, Genesis, Electric Light Orchestra, 10cc, Jerry Lee Lewis, Blondie, Elton John und weitere mehr.



Weblink

http://cinematreasures.org/theater/1243 (Website mit Informationen zum Rainbow Theater in London)