Royal Albert Hall

Royal Albert Hall, Konzertsaal am Rande des Londoner Kensington Parks, City of Westminster, gelegen; der Saal wurde 1871 von Queen Victoria eröffnet. Der Entwuf für die Royal Albert Hall stammte von Captain Francis Fowke und Major-General Henry Y.D. Scott, beide im Dienst der Royal Engineers. Im Saal finden bis zu 8000 Menschen Platz, 2000 davon allerdings nur auf Stehplätzen; im praktischen Betrieb werden allerdings nur zwischen etwa 4000 und 5250 Sitzplätze belegt.

Neben dem üblichen Konzertrepertoires des Bildungsbürgertums wurde seit Ende der 1960er-Jahre auch der Rockmusik breiter Raum gewährt. Einige dort stattgefundene Konzerte sind auf Schallplatten festgehalten, so Deep Purples »In Concert« (1970); auf dem Cover dieses Albums ist der Innenraum des Rundsaales sichtbar. Nach kurzer Sperre, die wegen Randalierens ausgesprochen worden war, setzen sich seit Mitte 1975 die Rockkonzerte in der Halle fort. Um die Jahreswende 1990/91 beispielsweise trat Eric Clapton mehrere Tage hintereinander in diesem Saal auf; die Konzerte sind in Ausschnitten auf dem Album 24 Nights dokumentiert. Hier traten unter anderem aber auch Janis Joplin, Luther Vandross, Carl Perkins, Sting, Elton John, The Beatles, The Rolling Stones, The Who, The Jimi Hendrix Experience, Pink Floyd, Led Zeppelin, Depeche Mode und Abba auf. Die Royal Albert Hall ist alljährlich Schauplatz der Night of the Proms. 1968 war die Halle auch der Schauplatz eines Konzertes der britischen Band The Nice. Gegen Ende des Auftritts spielte das Trio seine Version der Komposition »America« von Leonard Bernstein. Während des Gitarrensolos setzte Keith Emerson, Organist der Band, eine amerikanische Nationalflagge in Brand. Der Band wie auch Emerson wurde daraufhin verboten, jemals wieder in der Halle aufzutreten ein Schicksal. Emerson tat ungerührt und wies darauf hin, dass die Akustik der Halle seinen Ansprüchen ohnehin nicht genüge. Die Band teilte dieses Schicksal im Übrigen mit Frank Zappa, James Brown und der Band Funkadelic.
Tatsächlich zeigte die Konzerthalle nach der Eröffnung das Problem eines ausgeprägten Echos, was zu dem Bonmot führte, dass dieser Saal der einzige sei, bei dem ein Komponist sicher sei, sein Werk zweimal hören zu können. 1969 wurde die Akustik durch das Aufhängen von Kunststoffsegeln im Deckenraum verbessert.



Diskografie

Deep Purple: In Concert (1971)
Eric Clapton: 24 Nights (1991)



Videografie

Cream: Royal Albert Hall London May 2-3-4-5 05 (2005)