Antony and the Johnsons

Antony and the Johnsons, amerikanische Pop-Formation um den britischen Sänger Antony Hegarty (* 1971), 1998 in New York gegründet.

Bandbiografie

Antony Hegarty wuchs in Großbritannien und den Niederlanden auf. Ende der 1970er-Jahre zogen seine Eltern mit ihm nach Kalifornien, doch blieb er als Jugendlicher seinem Geburtsland verbunden: Er entwickelte eine Vorliebe für die Musik Marc Almonds und Boy Georges. Ende der 1980er Jahre ging Hegarty nach New York und schloss sich 1990 der Drag-Truppe The Blacklips Performing Cult an. Im Rahmen der Auftritte dieser Gruppe sang er auch eigene Songs, so etwa »Cripple and the Starfish«, »Hitler in My Heart« und »Blue Angel«, die dem britischen Folkmusikers David Tibet auffielen. Tibet bot Hegarty an, sie auf seinem Label Durtro zu veröffentlichen. 1998 kamen die auffälligen Lieder des auffälligen Hegartys unter dem Titel »Antony and the Johnsons« auf den Markt. The Johnsons nannte Hegarty die Band, die er für die Aufnahmen und die bald folgenden Konzerte zusammengestellt hatte. Streicher und Bläser gehörten obligat dazu, und mit dieser Band produzierte er 2001 die EP »I Fell in Love with a Dead Boy«.
Auf diese EP machte der Produzent Hal Willner Lou Reed aufmerksam. Reed, gerade mit der Planung seiner Poe-Hommage »The Raven« (2003) beschäftigt, engagierte Hegarty. Die Zusammenarbeit mit Reed wiederum machte Hegarty einem größeren Publikum bekannt, so dass ihm das Label Secretly Canadian Records einen Vertrag anbot. Die erste Veröffentlichung bei Secretly Canadian war die EP »The Lake« (2004).

Das erste Album bei Secretly Canadians, »I Am a Bird Now« legte Hegarty im folgenden Jahr vor. »I Am a Bird Now« verhalf dem Sänger zu internationaler Reputation, so dass er 2006 auf Europa-Tournee gehen konnte. Ebenfalls 2006 trat Hegarty mit seiner Gruppe im Rahmen einiger Konzerte Leonard Cohens auf, während der er auch Kompositionen des melancholischen Kanadiers sang. Erst Ende 2008 legte Hegarty eine weitere EP, »Another World EP«, doch folgte bereits im Frühjahr 2009 mit »The Crying Light« das dritte Album.

Bei aller Verschiedenheit kann Hegarty etwa mit Tom Waits und Tiny Tim verglichen werden: In der Rock- und Popmusik sind auffällige Stimmen Voraussetzung, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Der Sänger steht immer im Fokus des Publikumsinteresses. Hegartys Gesang aber ist so auffällig und unverwechselbar wie der nur weniger anderer: Meist im Falsett, mit ständigem Vibrato, begleitet von kammermusikalisch anmutenden Streicher- und Bläserklängen, singt Hegarty Texte, die eine dauernde Seelenschau zu sein scheinen und zu mehr oder weniger psychologisch ambitionierten Deutungen verleiten können. Ein Begriff wie Pop verliert angesichts dieser Musik seine Bedeutung und macht die Musik Hegartys ähnlich heimatlos wie die Protagonisten seiner Texte.

Diskografie

Antony and the Johnsons (2000)
Live at St. Olave’s (2003)
I am a bird now (2005)
The crying light (2009)

Weblink

www.antonyandthejohnsons.com