Beny Moré

Moré, Beny, eigentlich Bartolomé Moré, kubanischer Sänger, * Santa Isabel de las Lajas (Kuba), † Havanna 19.2.1963.

Biografie

Bartolomé Moré lernte als Kind Gitarre, ohne dass er ein eigenes Instrument besaß. Erst als Siebzehnjähriger konnte er sich von dem Geld, dass er bei der Zuckerrohrernte verdient hatte, eine eigene Gitarre kaufen. 1940 ging er nach Havanna und trat in Cafés und Bars auf, konnte von seiner Musik jedoch nur schwer leben. Anfang der 1940er-Jahre gewann er einen Musikwettbewerb einer Radiostation und zählte fortan zu den Sängern, die von Rundfunkstationen für ihre Programme engagiert wurden. 1944 trat er mit dem Cauto Quartet erstmals im Programm des populären Rundfunksenders station 110 auf und gehörte damit zu dem kleinen Zirkel der Elite der kubanischen Musiker. Als er für den erkrankten Sänger des Trio Matamoros einsprang, war Miguel Matamoros, Gründer und Leiter des renommierten Trios, so begeistert von Morés Gesang, dass er ihn in seiner Formation behielt. Während eines Gastspiels der Gruppe in Mexiko wurden auch einige Schallplatten eingespielt, deren Erfolg Moré den Entschluss fassen ließ, in Mexiko zu bleiben. Er gründete mit Lalo Montané das Dueto Fantasma und nahm mit verschiedenen Orchestern für RCA Victor Schallplatten auf. Auf dem Höhepunkt seiner Popularität in den meisten Ländern Südamerikas kehrte er nach Kuba zurück, wo er weitgehend unbekannt geblieben war.
In Kuba arbeitete er für diverse Radiostationen und nahm – wiederum bei RCA – Schallplatten auf, häufig mit dem Orchester Ernest Duartes. Als er sich von Duarte wegen seiner Hautfarbe diskriminiert fühlte, gründete er 1954 sein eigenes Orchester. Aufgrund seiner Größe, zeitweilig gehörten mehr als vierzig Musiker zu der Gruppe, nannte er es Morés Banda Gigante. Moré war mit diesem Orchester in den Jahren vor der kubanischen Revolution äußerst erfolgreich und ging mit ihm in ganz Südamerika und den USA auf Tournee. Als zahlreiche Musiker und Orchester nach der Revolution Kuba verließen, blieb er in Kuba.
Beny Moré – der sich in Mexiko in Beny umbenannte, weil angeblich in Mexiko die Esel häufig Bartolomé genannt wurden – gilt mit seinen Sons montuno, Guajiros, Mambos, Cha Cha Chas, Cancións und Boleros als der bedeutendste Sänger vor der kubanischen Revolution. Die von ihm komponierten Songs »Bonito Y Sabroso« und »Que Bueno Baila Usted« gehören zu den Klassikern der kubanischen Musik. Zu Morés Gedenken wird alljährlich in Cienfuegos ein Festival abgehalten. Die Wirkung des Sängers, der schon zu Lebzeiten den Beinamen El Barbara di Ritmo erhielt, überdauerte seinen Tod und selbst HipHop-Gruppen wie Orishas beziehen sich auf ihn.



Diskografie

Die Diskografie ist eine Auswahl, die zum größten Teil Zusammenstellungen enthält, die nach dem Tode Morés zustande gekommen sind und teilweise mehrmals veröffentlicht wurden.

Y Hoy Como Ayer (1953/19979)
Romántico (1968)
Beny Moré & Oscar D’León (1990)
Maracaibo Oriental (1992)
El Barbaro del Ritmo (1993/2006)
Asi Es (1994)
Baila Mi Son (1995)
Voz y Obra (1996)
Caricias Cubanas (1996)
Ay Mi Cuba (1996)
Very Best of Beny Moré (2004)



Weblink

Beny Moré (Website zu dem kubanischen Sänger Beny Moré)