Björk

Björk, eigentlich Björk Gudmundsdottir, isländische Rocksängerin und Schauspielerin, * Reykjavik 21. 11. 1965.

Biografie

Björk Gudmundsdottir sang im Alter von 12 Jahren einige isländische Volkslieder für eine LP (»Björk«, 1977). Ihre professionelle Laufbahn begann sie als Sängerin der isländischen Rockband The Sugarcubes (isländisch: Sykurmolarnir) und veröffentlichte mit ihr drei Alben. 1992 verließ sie die Band, um von Großbritannien aus eine höchst erfolgreiche Solokarriere zu eröffnen. Von Anfang an bediente sie sich dabei den gerade aktuellen Strömungen der Rock- und Popmusik und der damit verbundenen Personen. Für ihr Album »Debut« (1993) engagierte sie den Produzenten Nellee Hopper, der u. a. schon die Gruppe Massive Attack zum Erfolg geführt hatte. Die positive Annahme ihrer ersten Solo-LP durch Kritik und Publikum ermöglichten es der Sängerin, mit Stars wie Madonna und Tricky zusammenzuarbeiten. Letzterer war neben N. Hopper und Graham Massey von der Gruppe 808 State auch Co-Produzent ihrer zweiten LP »Post« (1994). »Post« festigte ihren Status als singuläre Sängerin und anziehende Bühnenerscheinung. Die Attraktivität der Videos zu ihren Veröffentlichungen, besonders zur dritten LP »Homogenic« (1997)  ließen sie daher auch als Filmschauspielerin reüssieren, so z. B. als Selma in Lars von Triers Film »Dancer in the dark« (2000). Die Beachtung, die ihre Filme wie ihre Alben stets fanden, ließen Björk dennoch nicht in einer sich selbst imitierenden Routine verfallen. Für »Medúlla« (2004) verwendete sie als einzige Klangerzeuger lediglich menschliche Stimmen: Obertongesang, Human Beatbox, Chöre, die Stimmen der Rocksänger Robert Wyatt und Mike Patton, ihren eigenen Gesang – all dies mischte sie unter Einsatz von diverser avancierter Elektronik zu einem schillernden Ganzen. Mit dem Song »Oceania«, ganz in der Art von »Medúlla« angelegt, eröffnete Björk die Olympischen Spiele 2004. Geschickt verband die umtriebige Sängerin auf diese Art immer wieder ihre eigenen Interessen mit öffentlichen Angelegenheiten: Nach dem verheerenden Tsunami in Südostasien im Jahre 2004 gab sie ihren Song »Army of me« von 1995 frei. Jedermann konnte Remixes dieses Songs anfertigen und ihr schicken. Zusammen mit Graham Massey wählte sie 20 Remixes aus, überarbeitete und veröffentlichte sie als ihren Beitrag zur Hilfe für die von der Flutwelle betroffenen Bevölkerung; der Erlös betrug über 250 000 englische Pfund. Nach der Veröffentlichung des Soundtracks zu dem Film »Drawing restraint 9« ihres Lebensgefährten Matthew Barney 2005 erschien 2007 ihr Album »Volta«, an dem u. a. Produzent Timbaland mitgewirkt hatte.

Wie Madonna ist auch Björk eine Ausnahmeerscheinung innerhalb der Welt der Popmusik und sprengt, umbekümmert um die Grenzen des Genres, deren Rahmen. Dabei hat sie – auch darin Madonna ähnlich – diese Welt fest im Blick und beobachtet genau deren aktuellen Bewegungen und Wendungen, um sie für sich zu nutzen und dadurch zu popularisieren. Sie präsentiert dabei ein Bild von sich, das zwischen Exaltiertheit und Avantgarde, zwischen Kostümklamauk und Ernsthaftigkeit ständig unberechenbar oszilliert und daher auch immer die Aufmerksamkeit des Publikums weckt, sobald ein neues Produkt der Sängerin – sei es CD oder Film – auf den Markt kommt. Ihre eher zufällig in Gang gekommene Karriere als Filmschauspielerin scheint wie nebensächlich betrieben, brachte ihr aber in Cannes für ihre Rolle als Selma dennoch eine Goldene Palme ein. Als Sängerin ist Björk trotz gewisser Grenzen extrem vielseitig, ihre Ausflüge in Big-Band-Musik sind aber ebenso stets »Björk-Musik« wie ihre vokalen Experimente und damit eigentlich ohne Vorbild.

Diskografie

Björk (1977)
Debut (1993)
Post (1995)
Telegram (1996)
Homogenic (1997)
Selmasongs (2000)
Vespertine (2001)
Medúlla (2004)
Drawing restraint 9 (2005)
Volta (2007)
Biophilia (2011)
Vulnicura (2015)

Weblinks

http://www.bjork.com/unity (Offizielle Website der isländischen Popsängerin und Filmschauspielerin Björk)
http://www.bjork-online.de (Deutschsprachige Björk-Seite mit Biografie, Fotogalerie, Diskografie, Links u. a.)