Britney Spears

Spears, Britney Jean, amerikanische Popsängerin und Schauspielerin, * McComb (Mississippi) 2.12.1981; ihre Kindheit verbrachte Britney Spears in Kentwood (Louisiana)

Biografie

Britney Spears wurde von Kindesbeinen an durch ihre Mutter Lynne auf eine Karriere im Show-Geschäft vorbereitet. Als kleines Kind eine begeisterte Turnerin, nahm sie bereits vor ihrem achten Geburtstag an Wettkämpfen teil. Der kindliche Bewegungsdrang zeigte sich auch in ihrer Freude am Tanz und so trat sie auch im Rahmen von lokalen Tanz-Vorführungen auf. Ab 1989 besuchte sie die New York City’s Professional Performing Arts School und stellte sich im selben Jahr einem Auswahl für die Fernsehserie »The New Micky Mouse Club« des Disney Channels. Zwar wurde sie wegen ihres zu geringen Alters abgelehnt, doch war ein New Yorker Theateragent auf sie aufmerksam geworden und nahm sie unter Vertrag. So trat sie parallel zu ihrer Ausbildung in einigen Off-Broadway-Produktionen auf.
1991 übernahm Britney Spears eine Rolle in dem Musical »Ruthless« und 1992 gelang es ihr, wenigstens die erste Runde in der Talent-Show »Star search« zu überstehen. Nunmehr auch alt genug für den Disney Channel, gelang es ihr kurz darauf, eine Engagement für den New Mickey Mouse Club zu bekommen. Bis die Show 1994 eingestellt wurde, gehörte sie zu deren Protagonisten. Ohne Engagement, kehrte sie nach Kentwood zurück und absolvierte ihre allgemeine Schulausbildung.
Erst 1997 kehrte sie, zunächst kurzzeitig, ins Musikgeschäft zurück, als sie sich der Girlgroup Innosense anschloss. Wenig interessiert am Ensemblegesang, nahm sie eine Demo-CD auf und konnte bald darauf mit dem Schallplattenlabel Jive Records einen Vertrag abschließen. Der Plattenfirma gelang es mit Hilfe einer Teenager-Zeitschrift, ihren jungen Schützling in die Konzertprogramme von etablierten Formationen wie `N Sync und den Backstreet Boys unterzubringen.
Bekannt wurde sie allerdings nicht allein durch die Zugkraft dieser Gruppen, sondern durch ihre erste Single, »…Baby one more time«, die Ende 1998 veröffentlicht wurde. Im Januar 1999 hatte die Single den ersten Platz der Charts des Branchenblattes Billboard erreicht und setzte sich da für zwei Wochen fest. Die Kombination von Schulmädchen-Erotik samt nicht ganz uneindeutigem Text und dem kindlich wirkenden Stimmklang Spears hatte ein unerwartet großes Publikum angezogen und die Sängerin innerhalb kürzester Zeit bekannt gemacht. Die Medienmaschinerie war parallel zu der Veröffentlichung der Single angelaufen: MTV strahlte mehrmals am Tag das zur Single gehörende Video aus, in dem Spears sich in verschiedenen Verkleidungen zeigte, von denen sie eine auch für die Aufnahmen zum Cover des Musikmagazins »Rolling Stone« trug: schwarzer Push-Up-BH, knappe kurze Hose, lose übergeworfenes Jäckchen, Telefon in der einen, Teletubby-Puppe (Tinky Winky) in der anderen Hand. Listig nannte die Plattenfirma auch Spears erstes Album »…Baby one more time«, um die Single-Käufer daran zu erinnern, dass die Sängerin auch ein Album auf den Markt gebracht hatte – die CD nahm erwartungsgemäß ebenfalls den ersten Platz der Hitparade ein. Im Laufe der Jahre wurden von der Single »…Baby one more time« über 14 Millionen Exemplare verkauft. Noch 1999 war Britney Spears auch wieder als Schauspielerin aktiv und spielte eine kleine Rolle in der Sitcom »Sabrina, the teenage witch«.
2000 veröffentlichte die noch nicht neunzehnjährige Sängerin ihre zweites Album dessen Titel eine Art Sequel auf den Titel der ersten war: »Oops!…I did it again«. Spears hatte längst einen Grad an Popularität erreicht, der dafür sorgte, dass die CD innerhalb der ersten Woche mehr als eine Million mal verkauft wurde und wie selbstverständlich auf den ersten Platz der Album-Charts kam. Die auf der CD enthaltene Musik wich auch nicht um einen Deut von der der ersten ab.Britney Spears hatte zu dieser Zeit weltweit einen Bekanntheitsgrad erreicht, dass sie unter dem Titel »Opps!…I did it again« ihre erste Welttournee durchführen konnte.
Mit »Britney«, 2001 veröffentlicht, wandelte sich das Bild. Schon der Titel sollte auf eine älter – sie war noch nicht 20 – und reifer gewordene Britney Spears hinweisen, wenn man sie auch immer noch lediglich beim Vornamen nennen durfte. Die CD erreichte wiederum den ersten Platz der Charts, doch sorgte die Krise des CD-Marktes und die fehlende Konkurrenz dafür, dass dafür eine knappe Million verkaufter Exemplare genügte. Spears war damit der erste weibliche Künstler überhaupt, der in den USA drei nacheinander veröffentlichte Alben auf den ersten Platz der Hitparade gebracht hatte. Dennoch war der Erfolg des dritten Albums nicht so beeindruckend wie der der Vorgänger. Die ausgekoppelten Singles brachten es wohl in die Top-Hundred, nicht aber mehr auch nur in die Top-Twenty. Nach der obligaten Tour zum Album legte die Sängerin eine mehrmonatige Pause ein.
Die Tour de Force der vergangenen Jahre hatte ihre Spuren hinterlassen, hatte sich nach einer vierjährigen Beziehung von Justin Timberlake getrennt und Ärger mit ihrem Managment. Die Verbindung mit Fred Durst, Sänger der Nu-Metal-Band Limp Bizkit trug allerdings Früchte. Sie, die bisher nur als Ko-Autorin genannt wurde, schrieb mit dem Schwermetaller gemeinsam Songs. Auch auf der Leinwand war sie wieder zu sehen, ihre Verkörperung einer Studentin wurde indes nicht weiter bejubelt.
Dass sie für Provokationen des amerikanischen Durchschnittsbürgers allemal gut war, bewies sie 2003, als sie bei einem Auftritt anlässlich der MTV Video Musik Awards die Grandma terrible der amerikanischen Popmusik, Madonna Louise Veronica Ciccone, liebevoll küsste. Hätte sie eine Hund geküsst, wäre das weniger kontrovers diskutiert worden, doch war nun der Wandel von der Sängerin und Schauspielerin zur »Celebrity« endgültig vollzogen. Das 2003 veröffentlichte Album »In the zone« kam zwar wiederum auf den ersten Platz der Charts, doch sanken die Verkäufe erneut und blieben zunächst bei wenig mehr als einer halben Million stehen. Spears hatte einerseits Produzenten wie Moby, R. Kelly und RedZone engagiert, sich andererseits aber auch stärker selbst an der Produktion beteiligt und wurde als Mitverfasserin von acht Songs genannt. Vor allem wies die CD mit »Toxic« eine Hit auf, der Britney Spears 2004 einen Grammy eintrug.
Britney Spears hatte nun innerhalb weniger Jahre erreicht, was vor ihr noch keine Popsängerin erreicht hatte: Vier Alben auf den ersten Platz der Charts gebracht, Millionen CDs verkauft, immens erfolgreiche Tourneen absolviert und Madonna geküsst – oder sich von ihr küssen lassen. Sie konnte sich nun ein wenig vom Musikgeschäft zurückziehen und so brachte die Plattenfirma zunächst eine Greatest-Hits-Collection und dann ein Remix-Album auf den Markt.
Diverse Ereignisse in ihrem Privatleben verhinderten für Jahre die Arbeit an einem neuen Album. Spears trat hier und da auf, etwa im Rahmen einer Tour für The House of Blues, nahm eine kleine Rolle in der TV-Serie »Will & Grace«, sprach mit David Letterman in dessen Show und zog sich für ein Cover-Foto von »Harper’ s Bazaar« aus. So kam ihr fünftes Album, »Blackout«, erst Ende 2007 in die Plattenläden. »Blackout« brachte es auf den zweiten Platz der Hitparade, doch war der als Single ausgekoppelte Song »Gimme more« ihre nach »…Baby one more time« erfolgreichste Single. Die öffentliche Präsentation dieses Songs zur Verleihung der MTV Music Awards 2007 allerdings misslang gründlich: Der Sängerin gelang es noch nicht einmal, die Lippen synchron zum Playback zu bewegen. Als sich 2008 ihr Privatleben allmählich beruhigte, fand Britney Spears allerdings zu alter Professionalität zurück, ging ins Studio und veröffentlichte Ende 2008, wenige Tage vor ihrem 27. Geburtstag das Album »Cicus«. Der vorab ausgekoppelte Song »Womanizer« stieg innerhalb weniger Tage auf den ersten Platz der Hot 100 in den USA.
Britney Spears stand von Kindesbeinen an im Rampenlicht des Publikums. Was sie zunächst wie ein Spiel empfunden haben mochte, wurde mit der Veröffentlichung ihrer ersten Single »Baby…one more time« zum Ernst, ohne dass sie das so recht begriff. Ihr Management stellte ihr eine Medienklaviatur bereit, auf der sie zunächst virtuos spielte. Ihr Alter, ihre kindliche Stimme, gepaart mit der Lolita-Erotik der ersten CDs, Videos und Titelblätter dürften ihr zu einem größeren Publikum verholfen haben, als es die Musik rechtfertigte. Gleichzeitig gab sie sich naiv, fabulierte von Keuschheit – war aber gleichzeitig jahrelang mit Justin Timberlake befreundet. Die Provokationen, vor aufmerksamen Medien wohldosiert verabreicht, zogen tatsächlich ds Publikum an, verkehrten sich aber zum Nachteil der Sängerin, die nicht bemerkte, dass man ihr die Medienklaviatur längst weggenommen hatte und nun andere spielten. Der Kuss mit Madonna, ihre keine drei Tage dauernde Ehe mit dem Jugendfreund Jason Allen Alexander, 2004 geschlossen, die im gleichen Jahr erfolgte Heirat mit dem Tänzer und Rapper Kevin Federline, das Chaos dieser Verbindung, die Geburten ihrer Söhne Sean Preston 2005 und Jason James 2006, die Scheidung von Federline und das ganze Drumherum von Drogen, Alkohol, Fahren ohne Führerschein und weiterem mehr waren für ein in dieser Hinsicht interessiertes Publikum weitaus interessanter als ihre CDs und ihre immensen Erfolge mit ihrer Musik. Sie selbst vermochte dies alles nicht zu steuern und wenn auch bei weitem nicht alles, was über Britney Spears veröffentlicht wurde, kritischer Nachfrage standhält, so spielte das schon bald keine Rolle mehr. Noch die unbedeutendste Kleinigkeit wurde zum epochalen Ereignis aufgebauscht.
Tatsächlich wurde der Sängerin nach ihrer Trennung von Federline 2006 einige Monate später das Sorgerecht für ihre Söhne abgesprochen und nur unter Aufsicht durfte sie Kinder alle zwei Wochen sehen. Mitte 2008 konsolidierte sich ihr Leben wieder – zeitweilig war ihr selbst die Vollmacht über ihre Konten entzogen worden – so dass ich auch das Interesse der Medien beruhigte.
Daneben schaffte sie es dennoch, einigermaßen professionell ihre Karriere in Gang zu halten. Die regelmäßige Produktion von CDs – »Blackout« 2007, »Circus« 2008 – ist keineswegs eine Sache, die zwischen Vollrausch, Gerichtsverhandlung und Ehestreitigkeiten erledigt werden kann. Und tatsächlich ist das Publikum, das an der »Celeb« Britney Spears interessiert ist, ein anderes als das, was an dem ziemlich einzigartigen Pop-Star Britney Spears interessiert ist – alle ihre Alben wurden auf Platz Eins oder Zwei der Charts gekauft.
Britney Spears gehörte zu den Kinder- und Teenager-Stars, die Disney Channel mit seiner Vielzahl von einschlägigen TV-, Platten- und Filmproduktionen braucht und verbraucht. Mitunter mündet eine Karriere bei Disney in eine Karriere als Teenager-Star für Teenager, nahezu nie aber in eine Karriere als Pop-Star für alle. Für Teenager ist eine Sängerin im gleichen Alter glaubwürdig und nachahmenswert, eine Sängerin jenseits der 20 aber eine alte Frau. So war Britney Spears sicherlich für manch einen Teenager ein wenigstens heimliches Vorbild, als sie aber älter wurde, war sie ebenso uninteressant wie ihre Musik.
Dabei ist ihre Musik natürlich keineswegs der Wegwerf-Pop, als der er gelegentlich dargestellt wurde. Ihre Vorbilder sind Madonna und vielleicht auch Janet Jackson, deren Songauswahl, Produktionsweise der Musik, Stil der Choreografien und letztlich auch deren Hang zur sexuellen Provokation sie nachahmte. Ihre ersten beiden CDs sind im Grunde genommen Pop im Stile der 1950er-Jahre, was die Zusammenstellung angeht. Zwei, drei Hits, um die herum eher mittelmäßige Songs herum gebaut wurden, damit es ein Album wird. Hervorragende Song-Schreiber, routinierte Produzenten und ausgezeichnete Musiker sorgten dafür, dass die CDs Britney Spears allemal auf er Höhe der Zeit standen und den Vergleich mit Produktionen eben etwa von Madonna aushalten. Manch ein Song bietet dabei mehr, als auf den ersten Blick offensichtlich ist.



Auszeichnungen

2005 Grammy



Diskografie

…Baby one more time (1999)
Oops!…I did it again (2000)
Britney (2001)
In the Zone (2003)
B in the Mix: The Remixes (2005)
Blackout (2007)
Circus (2008)



Weblink

http://www.britneyspears.com (Offizielle Website der amerikanischen Popsängerin Britney Spears)
http://www.britneyspears.de (offizielle deutsche Website der amerikanischen Popsängerin Britney Spears)