Christina Aguilera

Aguilera, Christina, amerikanische Sängerin und Song-Schreiberin, * Staten Island, New York 18. 12. 1980; der Vater der Sängerin stammt aus Ecuador.

Biografie

Christina Aguilera wollte angeblich schon als Kind Sängerin werden. Ihre Großmutter bestärkte sie in diesem Wunsch und förderte ihr Talent nach Kräften, so dass Christina Aguilera schon Anfang der 1990er-Jahre zur Moderatorenmannschaft der TV-Reihe The Mickey Mouse Club gehörte – wie Britney Spears und Justin Timberlake. 1994 wurde die Produktion der Reihe eingestellt. Aguilera entschloss sich, eine Karriere in der Popmusik einzuschlagen. Ihr Ziel, mit einigen selbst finanzierten Demo-Aufnahmen einen Plattenvertrag zu erhalten, erreichte sie zunächst nicht, doch engagierten sie die Disney Studios, für den Zeichentrickfilm »Mulan« den Song »Reflection« zu singen. Der Song wurde erfoglreich als Single veröffentlicht und dieser Erfolg brache der Sängerin einen Plattenvertrag mit RCA Records ein.
Schon das Debütalbum, mit dem schlichten Titel »Christina Aguilera« (1999) versehen, positionierte sich auf dem ersten Platz der US-Hitparade. Vorab war die Single »Genie in a bottle« veröffentlicht worden, und so kaufte das amerikanische Publikum Millionen von dem Album. 2000 erhielt Christina Aguilera »Genie in a bottle« einen Grammy. Um 2000, mit dem Erfolg von Ry Cooders CD »Buena Vista Social Club«, erlebte die lateinamerikanische Musik einen Boom, so dass RCA Records die Songs Aguileras Debüts 2000 unter dem Titel »Mi reflejo« in einer spanischen Version auf den Markt brachte. Ende des Jahres folgte die für den amerikanischen Markt obligate Weihnachts-CD, »My kind of christmas« (2000).
Allerdings wurde Christina Aguilera vom amerikanischen Publikum immer noch als heranwachsender Teen-Star, dazu noch  einer von vielen,  gesehen. Nicht zuletzt, um dieses Image zu ändern, erweiterte sie für »Stripped« (2002) ihr musikalisches Spektrum. Auch beteiligte sie sich selbst an der Ausarbeitung der Songs. Gravierender für die breite Öffentlichkeit aber war, dass sie ihr Aussehen veränderte: Aguilera, eben noch blond, gestaltete sich zu einem dunkelhaarigen Vamp und legte sich, mit Tatoos und Piercings verziert, vor die Kameras der Magazine »Rolling Stone« und »Maxim«; auch in ihren Konzerten spielte sie die Verruchte. Wegen oder trotz der Maskerade: Das Publikum blieb ihr treu und erneut wurden Millionen Exemplare der CD verkauft, bald darauf konnte sich die Sängerin einen weiteren Grammy auf den Schminktisch stellen.

Die Änderung ihres Images hatte Christina Aguilera im Rahmen einer Zusammenarbeit mit den Sängerinnen Lil´Kim, Pink und Mýa eingeleitet: Für die Cover Version des altbekannten und altbewährten Titels »Lady Marmalade« hatte sie sich mit den drei Kolleginnen zusammengetan und den Song zu dem Soundtrack des Film »Moulin Rouge« (2001; Regie: Baz Luhmann) beigesteuert. Für die Grammy-Verleihung 2002 stieg sie mit den drei neuen Freundinnen in spektakuläre Unterwäsche und das Quartett bot, unterstützt von Missy Elliott, den Song in einem fulminanten Auftritt dar; fortan gehörte »Lady Marmalade« zu Aguileras Repertoire und sie vermochte damit auch Zuhörer zu gewinnen, die ihr bis dahin mit Skepsis begegnet waren.

Die Kollaborationen setzte sie fort, so etwa mit Justin Timberlake, mit dem sie eine gemeinsamen Tour unter dem Titel »Justified & Stripped« absolvierte, aber auch mit Kelly Clarkson, an deren Song »Miss Independent« sie sich beteiligte. 2004 beendete sie die Phase des extrovertierten Auftretens, dem sie mittels eines Kusstauschs mit Madonna anlässlich der Verleihung des MTV Awards 2003 noch ein kleines Skandalon angefügt hatte. Das Haar färbte sie wieder blond und stimmte mit Tenor Andrea Bocelli »Somos novios« an. Auch sang sie für Daimler Benz und deren Werbekampagne zu einem Kleinwagen.
Musikalisches Zeichen der neuen Seriosität war eine Zusammenarbeit ganz ungewohnter Art: Zwar war sie auch wieder mit Missy Elliott und Nelly im Studio gewesen, doch bat Jazzpianist Herbie Hancock sie zu den Aufnahmen für sein Album »Possibilities« (2005). Von Hancock begleitet, sang sie »A song for you« – von Keyboard-Altemeister Leon Russell komponiert – und gemeinsam mit dem Pianisten fand sie sich auf der Liste der Grammy-Aspiranten. Die neue Rolle schien ihr zuzusagen: Die Doppel-CD »Back to basics« dokumentierte schon im Titel die Rückkehr zu ihren musikalischen Wurzeln. Mit Musik im Stile der 1930er- und 1940er-Jahre, mit Big Band oder kleiner Combo, mit großem Orchester oder kleinem Streicherensemble eingespielt, zeigte sich die Sängerin erneut als äußerst vielseitig. Ausgebuffte Profis wie Songschreiberin Linda Perry und Produzent Mark Ronson hatte sie verpflichtet, ausgedehnte weltweite Tourneen, opulent ausgestattet, sicherten ihr den Erfolg beim Publikum – 2007 gab es schon wieder einen Grammy.

Wie bei Mariah Carey, Jennifer Lopez und oder auch Whitney Houston nimmt die Musik die wichtigste Rolle in Christina Aguileras Auftreten ein – keinesfalls aber die einzige. Wie so vielen Pop-Sängerinnen – allen voran Whitney Houston und Madonna – gelang es bisher auch ihr nicht, im Film zu reüssieren. Dagegen vergrößerte sie die Zahl ihrer Zuhörer nahezu mühelos. Tatsächlich bietet sie fast jedem etwas: Mehr oder weniger aktuellen R & B, Lateinamerikanisches, ein wenig Blues und auch mal Swing, Duette mit unterschiedlichsten, auf jeden Fall aber populären Partnern – also von Madonna bis Bocelli und nicht etwa von P.J. Harvey bis Billy Bragg –, dass der kritische Zuhörer sich aber auch bald als Objekt einer gewissenhaften Planung sieht. In dieser Planung wird nichts dem Zufall überlassen, arbeiten erfolgreiche Texter, Komponisten und vor allem Produzenten wie etwa Mark Ronson dem Star zu. Dennoch nimmt Christina Aguilera in der Reihe der Sängerinnen, die dieselbe konfektionierte Produktionsweise und eingeschliffene Marketingstrategie für ihre Musik verfolgen, eine Sonderstellung ein. Dies vor allem aufgrund ihrer außergewöhnlichen, ein wenig an Etta James und andere Soul-Heroinen erinnernden Stimme.

Auszeichnungen

2000 Grammy
2001 Latin Grammy
2002 Grammy
2004 Grammy
2007 Grammy

Diskografie

Christina Aguilera (1999)
Mi reflejo (2000)
My Kind of Christmas (2000)
Stripped (2002)
Back to Basics (2006)
Bionic (2010)

Weblinks

http://www.christinaaguilera.com (Offizielle Website der amerikanische Popsängerin Christina Aguilera)
http://www.christina-aguilera.de (Offizielle deutsche Website der amerikanischen Popsängerin Christina Aguilera)