Enya

Enya, eigentlich Eithne Patricia Ní Bhraonáin, irische Folk- und Elektronik-Musikerin, * Gweedore (Donegal, Irland) 17.5.1961; vornehmlich in den Medien wird sie gelegentlich auch mit dem Namen Enya Brennan versehen.

Aufgewachsen in einem an Musik interessierten Elternhaus, hatte Enya früh traditionellen Klavierunterricht erhalten. 1968 hatten einige ihrer acht Geschwister gemeinsam mit mehr oder weniger nahen Verwandten die Band An Clann As Dobhar gegründet, die 1970 in Clannad umbenannt wurde. 1980 nahm Enya erstmals an Plattenaufnahmen der Band teil, spielte Keyboards und sang Background. 1981 war sie dann offizielles Mitglied von Clannad. Als deren Manager und Produzent Nicky Ryan die Band verließ, schloss sie sich ihm an, um unter seiner Betreuung eine Solokarriere einzuschlagen. Zeitweilig lebte die Sängerin gemeinsam mit Ryan und dessen Frau Roma unter einem Dach.
Das Trio teilte sich die Arbeit. Enya war für Musik und Gesang zuständig, Nicky Ryan für die Produktion und das Management, Roma Ryan für die Texte. Hatte sich Enya bei Clannad an deren Neigung zur Pop-Musik gestoßen und eine Besinnung auf die Volksmusiktradition gefordert, so sah sie für ihre Musik folglich keinen rechten Platz in der Popmusik. Stattdessen verlegte sie sich auf die Komposition für Filmmusik. Sie schrieb für David Puttnams Film »The Frog Prince« (1984) die Musik, veröffentlichte hier und da einzelne Songs und erhielt schließlich den Auftrag, die Musik für die BBC-Serie »The Celts« zu schreiben.
Die Serie war nicht zuletzt aufgrund der atmosphärisch treffenden Musik ein Erfolg, und die BBC erbot sich, den Soundtrack unter Enyas Namen zu veröffentlichen. Der Erfolg rief aber auch die Plattenindustrie auf den Plan, WEA erhielt den Zuschlag und veröffentlichte 1988 »Watermark«. Enya und die Ryans hatten das Rezeopt von »The Celts« verfeinert und ausgebaut. Die ätherische Stimme der Sängerin, der geheimnisvoll raunende Gesang, die gälischen und englischen Texte, all das eingebettet in weiche Synthesizerklänge und reichlich Hall, verschafften den Käufern der CD eine beinahe religiöse Stimmung in ihren Heimen. »Watermark« und bald auch die ausgekoppelte Single »Orinoco Flow« waren ungewöhnlich erfolgreich und wurden weltweit in Millionenauflage verkauft. Das Trio rührte nicht an der Machart Musik, die folgenden CDs wurden nach demselben Muster angefertigt wie das Debütalbum und waren ähnlich erfolgreich. »Sheperds Moon«, 1991 veröffentlicht, brachte ihr den ersten Grammy ein, »The Memory of Trees« (1995). Die Amerikaner sahen Enyas Musik allerdings nüchterner und gaben ihr die Grammys in der Kategorie »New Age Music«.
Der große Erfolg ihrer CDs verschafften der Sängerin eine Unabhängigkeit, die sie selbst das Angebot John Camerons, die Musik für seinen Dampferfilm »Titanic« zu schreiben, ausschlagen ließ. Tatsächlich arbeitete Enya sehr langsam, häufig liegen mehrere Jahre zwischen den Veröffentlichungen ihrer Alben, »A day without rain«, folgte erst fünf Jahre nach »The Memory of trees« und enthielt kaum 40 Minuten Musik. Das Album allerdings wurde das bis dahin erfolgreichste der Sängerin und den Song »Only time« benutzten viele Rundfunkstationen nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 als Background-Musik für ihre Nachrichten – Enya veröffentlicht daraufhin eine besondere Fassung des Songs, deren Erlös den Hinterbliebenen der Opfer des Anschlags zugute kam. Notierungen auf den vorderen Plätzen der Hitparaden konnten da nicht ausbleiben.
Über die Jahre hat Enya einige Weihnachtsalben vorgelegt, eine Song für den ersten Film der „Lord of the rings“-Trilogie von Peter Jackson geschrieben (»May it be«) und veröffentlichte 2005 »Amarantine«, gewohnt erfolgreich und ebenfalls mit einem Grammy ausgezeichnet.
Wenn Enya ihre Grammys auch durchweg in der Kategorie »New Age Music« erhalten hat, so ist das ein Etikett, dass an dieser Musik nicht so recht haften will: Im Hintergrund dieser Musik steht allemal die irische Folk Music, die besonders in manchen Wendungen der Melodien zu erkennen ist. Ansonsten ist die Musik Enyas hochmodern. Sie verwendete fast ausschließlich Synthesizer, setzt mehrere Gesangsspuren zusammen, so dass der Klang ihres Sopran mit den Synthesizerklängen verschmilzt, authentische Instrumente werden täuschend echt nachgeahmt und mit raffinierten Hall-Arrangements umgeben. Enya verkauft weniger Musik als Atmosphäre, in die der Hörer hineinlesen mag, was immer ihm gefällt. So ist es auch unerheblich, was sie singt. Den Großteil ihrer Texte singt sie in gälisch oder englisch, es gibt aber auch Texte in anderen Sprachen bis hin zu Latein und der von Roma Ryan erfundenen Sprache Loxisch (loxian). Dazu passt ihr persönliches Leben: Sie schottet sich ab, tritt nie im Konzertsaal auf und kaufte sich nach ihren ersten Erfolg ein kleines Schloss.

 

Auszeichnungen

Grammy 1993
Grammy 1997
Grammy 2002
Grammy 2007

 

Diskografie

Enya (1987)
Watermark (1988)
Shepherd moons (1991)
The Celts (1992)
The memory of trees (1995)
Paint the sky with stars (1997)
A day without rain (2000)
Amarantine (2005; 2006 geringfügig erweitert wiederveröffentlicht)

 

Weblinks

http://www.enya.com (Offizielle Website der irischen Sängerin Enya)
http://www.enya.de (Offizielle deutsche Website der irischen Sängerin Enya)
http://discography.enya.com (Offizielle Diskografie der irischen Sängerin Enya)