Jonas Brothers

Jonas Brothers, amerikanische Boygroup, 2005 von Kevin Jonas, eigentlich Paul Kevin Jonas II., (* 1987), Joe Jonas, eigentlich Joseph Adam Jonas, (* 1989) und Nick Jonas, eigentlich Nicholas Jerry Jonas, (* 1992) in Wyckoff (New Jersey) gegründet.

Bandbiografie

Nick Jonas hatte bereits als Kind einen Plattenvertrag und war in einigen Musicalproduktionen am Broadway aufgetreten. Als Zehnjähriger verfasste er gemeinsam mit seinem Vater, einem Geistlichen, den Song »Joy to the World (A christmas prayer)«, der es auf ein Benefiz-Album schaffte. Diese CD wiederum von dem Label INO Records aufgegriffen und an eine der christlich orientierten Rundfunkstationen geschickt. Der Erfolg des Songs ließ nicht auf sich warten, und die Single konnte sich in den einschlägigen Charts christlich orientierter Musik etablieren. Nun trat Columbia Records auf den Plan, nahm den jungen Sänger unter Vertrag und ließ ihn einen weiteren Song aufnehmen, »Dear God« (2004). Das bald fertiggestellte Album allerdings fand dann zwar nicht die Gnade der Label-Bosse, doch erhielt Nick Jonas eine weitere Chance, die er mit Hilfe seiner Brüder Joe – der inzwischen ebenfalls am Broadway reüssierte – und Kevin nutzte. Das Trio, nunmehr bei Columbia unter Vertrag, nannte sich zunächst Sons of Jonas, wechselte aber noch 2005 zu dem endgültigen Namen Jonas Brothers.
Zunächst gingen die Joans Brothers auf Tournee und traten im Rahmen der Konzerte etwa von Kelly Clarkson, Jesse McCartney und den Backstreet Boys auf. Währenddessen wurde bei Columbia die erste CD geplant: Um nichts dem Zufall zu überlassen, engagierte das Label Songschreiber, die etwa in der Zusammenarbeit mit Joss Stone, Destiny’s Child, Jessica Simpson, Aerosmith und Hanson bewiesen hatten, dass sie die Bedingungen des amerikanischen Mainstream-Rocks genau kannten. An dem Album »It’ s about time« (2006) wurde dann auch so lange gearbeitet, bis Columbia Records sicher war, dass es wenigstens eine Hit enthielt. Tatsächlich schaffte es die erste ausgekoppelte Single »Mandy« bis auf Platz vier der US-Hitparade.
In dieser Zeit begann eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Disney-Konzern und den Jonas Brothers. Disney, angetan von dem adretten Äußeren der drei Jungen, die vorgaben, nicht zu rauchen, nicht zu trinken oder andere kindheitsferne Sachen zu tun, brachte ihre Musik im Disney Channel unter, einem Sender für ein vorwiegend kindliches Publikum. Bald waren die Songs nicht nur im Disney Channel zu hören, sondern auch bei Radio Disney. Als Columbia den Vertrag mit den Jonas-Brüdern löste, sprang bald der Disney-Konzern ein und das zu Disney gehörende Label Hollywood Records nahm die Boygroup unter Vertrag.
Hatten die Brüder schon zuvor eng mit Disney zusammengearbeitet, so wurden sie nun regelrecht vermarktet: Aus früheren Sammelalben wurden Songs der Jonas Brothers heruntergenommen und als Singles veröffentlicht, sie machten Musik für Werbe-Jingles und sangen zu Ostern 2007 im Weißen Haus in Washington die Nationalhymne. Im selben Jahr veröffentlichten sie mit »Jonas Brothers« ihr zweite Album, das innerhalb kürzester Zeit auf den fünften Platz der amerikanischen Charts stieg. Zwei Singles samt Videos wurden herausgebracht, die Brüder tauchten in der Serie »Hannah Montana« an der Seite von Miley Cyrus auf und stellten damit sicher, dass ihre Namen nunmehr einem nach Millionen zählenden Publikum bekannt waren.
Eben dieses Publikum wurde in Atem gehalten, wenn auch vor allem das in den USA. Disney schickt aber das Trio mit Avril Lavigne auf Europa-Tournee, um die Jonas Brothers auch auf dem alten Kontinent einzuführen, stellten die zweite CD prominent in die Plattenläden und die dritte CD, »A little bit longer«, wurde dann auch in Europa beworben.
Die Jonas Brothers gehören zu der langen Kette von Musik-Stars, von Martika, Christina Aguilera, Britney Spears und Justin Timberlake bis Fergie, die unter den Fittichen des Disney-Konzerns groß und erfolgreich wurden. Die Musik der Brüder – ein perfekt produzierter, großflächiger und gelegentlich etwas überpointierter Mainstreamrock, in dem es allemal um Teenager-Liebe geht – spricht weltweit ein großes Publikum an. Die Brüder sind fotogen und telegen genug, um der gesamten Palette der Medien, die der Disney-Konzern anbietet, gerecht zu werden. Sie verschrecken weder Kinder noch heranwachsende Jugendliche – für die Musik und Filme der Jonas Brothers gemacht sind – noch deren Eltern, halten sie doch die christlichen Werte der amerikanischen Pioniere in Ehren und gründeten die Stiftung Change for the Children, die verschiedene karitative Organisationen unterstützt. Die Fixierung auf die Marketingstrategie des Disney-Konzerns könnte sich allerdings noch als fatal erweisen, wie der jeweilige Karriereverlauf manch eines früheren Disney-Stars zeigt, der dem Publikum und den Ansprüchen des Konzerns entwachsen ist.



Film

Camp Rock (2008)



Diskografie

It´s about time (2006)
Jonas Brothers (2007)
A little bit longer (2008)



Weblinks

http://www.jonasbrothers.com (Offizielle Website der amerikanischen Band Jonas Brothers)
http://www.jonas-brothers.de (Offizielle deutsche Website der amerikanischen Band Jonas Brothers)