Kelly Osbourne

Osbourne, Kelly Michelle Lee, amerikanische Multimedia-Künstlerin (Fernsehen, Musik, Mode, Selbstdarstellung), * London 27. 10. 1984.

Biografie

Kelly Osbourne wurde als zweites Kind des Ehepaares Sharon und Ozzy Osbourne geboren; Ozzy Osbourne ist Sänger der Heavy-Metal-Band Black Sabbath gewesen und verfolgt eine eigene Karriere als Metal-Sänger. Von seiner Vorliebe für bizzare Aktionen versprach sich das Management des amerikanischen Musik-Senders MTV attraktive Momente für eine Serie, die kurz und bündig »The Osbournes« genannt wurde und eine Art Dokumentation über das Leben der Familie des Hardrockers darstellte. Die Osbourne zugedachte Hauptrolle in der vom Frühjahr 2002 an ausgestrahlten Serie wurde bald von seiner Tochter Kelly übernommen, die sich benahm, wie sich weibliche Teenager im Alter von 16 bis 18 Jahren nun mal benehmen. Ihre strikten Vorstellungen, wie sich Vater, Mutter und Bruder Osbourne – die älteste Schwester hatte es abgelehnt, an der Serie teilzunehmen – zu verhalten hätten, laut, unmissverständlich und oft genug treffend witzig vorgebracht, waren bald ein wesentliches Element der Reihe und verhalfen nicht zuletzt Kelly Osbourne zu einem gewissen Nimbus.
Schon 2002 führte das Publikumsinteresse an der Halbwüchsigen zu ersten Plattenaufnahmen und der Veröffentlichung der CD »Shut up«, aus dem die Single »Papa don´t preach«, eine Cover Version eines Hits von Madonna, ausgekoppelt wurde. Während das Album eher schleppend Absatz fand, stieg die Single bis auf Platz 3 der britischen Charts, in den USA bis auf Platz 1 der sogenannten Billboard Heatseekers Charts. 2003 taten sich Vater und Tochter zusammen und sangen gemeinsam den alten Black-Sabbath-Titel »Changes«, was beiden eine neue Erfahrung brachte: Erstmals hatten sowohl Vater als auch Tochter mit dieser Single einen Nr.-1-Hit in Großbritannien. Das änderte allerdings nichts am nachlassenden Publikumsinteresse an den Alben der Sängerin. »Changes« (2003) verkaufte sich genau so schlecht wie »Sleeping in the nothing« (2005). Statt ihrer Musik drängte sich nun Anderes in den Focus der Boulevardblätter: Etwa, dass sie Christina Aguilera öffentlich »fat cow« titulierte. Ihren Körper ließ sie mit einem Dutzend Tätowierungen verzieren und heiratete 2006 in einer später als Scherz deklarierten Zeremonie ihren Freund Matty Derham. Ernst war dagegen offensichtlich ihre Abhängigkeit von Schmerzmitteln, wegen der sie sich 2004 in ärztliche Obhut begeben musste.
Die musikalische Karriere verlief im Sande, eine Zusammenarbeit mit Dauer-Teenager Cyndi Lauper für deren Album »The body acoustic« (2005) – gemeinsam sollte »Girls just want to have fun« gesungen werden -, brachte es nicht zur Veröffentlichung, dafür war Kelly Osbourne in dem in London laufenden Musical »Chicago« sieben Wochen lang auf der Bühne zu sehen. Auch wurde sie als Moderatorin für einige Fernsehsendungen und Preisverleihungen gebucht. Als Modeschöpferin brachte sie gemeinsam mit Ali Barone die Serien Stiletto Killers und The SK Collection heraus, beide allerdings nur kurzzeitig am Markt.
Mit Christina Aguilera hat sich Familie Osbourne noch einigermaßen versöhnt. Zwar hatte Aguilera nach Kelly Osbournes Äußerung ein Plakat der Ozzy-Tochter aufgehängt, mit Dartpfeilen beworfen und sich dabei filmen lassen, doch hielt sie das nicht davon ab, das Haus der Osbournes in Los Angeles, Schauplatz der Fernsehserie, zu kaufen. Osbourne-Mutter Sharon, geschäftstüchtige Managerin ihres Gatten, nannte Christina Aguilera daraufhin »lovely Christina« – vermutlich hatte der Preis gestimmt.



Diskografie

Shut up (2002)
Changes (2003)
Sleeping in the nothing (2005)



Weblink

http://www.kellyosbourne.com (Offizielle Website der amerikanischen Multimedia-Künstlerin Kelly Osbourne)