Mariah Carey

Carey, Mariah, amerikanische Popsängerin und Schauspielerin, * Huntington (Long Island, New York) 27.3.1970.

Biografie

Mariah Carey, Tochter eines venezolanischen Technikers und einer irischen Opernsängerin, wuchs in einem Haushalt auf, in dem Musik und vor allem der Gesang eine große Bedeutung hatten. Sie selbst war schon als Kind eine leidenschaftliche Sängerin und konnte bereits als Schülerin hier und da Engagements als Background-Sängerin annehmen. Die Musik wollte sie 1986, nach Beendigung ihrer Schulausbildung, zu ihrem Beruf machen. Auch als Song-Schreiberin hatte sie sich schon versucht und zusammen mit Ben Margulies, einem Freund ihres Bruders, Songs verfasst.

Die als Sängerin längst etablierte Brenda K. Starr gehörte zu denen, die die junge Mariah Carey für den Background-Gesang einiger ihrer Auftritte gebucht hatte. Starr war von deren Talent so beeindruckt, dass sie eine Demo-Bandkassette Careys an den ihr bekannten Musikmanager Tommy Mottola weitergab. Mottola, der gerade Chef der Plattenfirma Columbia geworden war, zögerte nicht lange, nahm Mariah Carey unter Vertrag und legte damit den Grundstein zu einer selbst im amerikanischen Musikgeschäft beispiellosen Karriere. Mottola hatte sofort erkannt, dass sich Careys Stimme wie ihre Gesangstechnik besonders für Soul und dessen jüngere Ausprägung, den sich gerade entwickelnden R & B eignen könnte. Mit aller Umsicht plante er die Karriere der jungen Sängerin: Er stellte ihr die routinierten Produzenten Narada Michael Walden, Rie Wake und Rhett Lawrence zur Seite, die eine Reihe von Songs der Stimme Careys auf Maß schneiderten. 1989 ließ Mottola Carey offiziell vorstellen. Listig hatte er dafür einen Kongress von Schallplattenhändlern gewählt, denen Mariah Carey, nur von einem Pianisten und einem Gospel-Chor begleitet, vorsang – die Musik-Verkaufsprofis waren beeindruckt. 1990 sang sie – nach einigen Auftritt im Rundfunk und im Fernsehen – anlässlich der Endrunde der Basketball-Liga die Nationalhymne und dann endlich konnte das Publikum nach und nach drei Singles kaufen; alle drei erreichten den ersten Platz der amerikanischen Hitparade. Nicht weniger als zehn Millionen Käufer wollten das im gleichen Jahr veröffentlichte Debüt-Album der Sängerin, schlicht mit dem Namen der Sängerin als Titel versehen, haben, und 1991 erhielt Carey zwei Grammys für die CD. Die folgenden CDs, darunter das »Unplugged«-Album mit dem Hit »I´ll be there«, waren nicht weniger erfolgreich.

Persönliches Glück stellte sich neben dem kommerziellen Erfolg ein: Mottola, weiter aufgestiegen und inzwischen Chef von Sony Music, hielt um die Hand der Sängerin an und 1993 feierte das Paar eine bombastische Hochzeit. Ebenfalls 1993 veröffentlichte sie ihre vierte CD, »Musicbox«, 1994 das für US-Stars obligatorische Weihnachts-Album. 1996 ließ sie ihre Fans vergeblich auf ein neues Album waren. Kurz vor der Veröffentlichung von »Butterfly« 1997 gaben sie und Mottola ihre Trennung bekannt.
Carey fasste nicht mehr recht Tritt: Bereits 1995 hatte sie als erste Sängerin überhaupt ihren Gesang von einem Rapper, Ol’ Dirty Bastard vom Wu-Tang-Clan begleiten lassen, doch war von diesem Experiment nicht weiter Notiz genommen worden. Jetzt, Ende der 1990er-Jahre, war ihr Gesangstil bereits ein wenig veraltet, die Heroinen des noch jungen R & B sangen anders. »Butterfly« war zwar noch ebenso erfolgreich wie die vorangegangenen Alben, doch sah sich Mariah Carey gezwungen, sich dem Neuen Stil mehr anzunähern. Hinzu kam, dass die künstlerischen und vor allem persönlichen Querelen die Zusammenarbeit mit Sony nicht eben förderten. Sie verließ die Firma, erhielt für kurze Zeit einen Vertrag bei Virgin Records und fand dann endlich bei Universal eine neue künstlerische Heimat.

Bei Universal stellte sich der früherer Erfolg wieder ein: 2005 veröffentlichte sie »The emancipation of Mimi« – Mimi wurde sie in ihrer Familie genannt –, das mit der ausgekoppelten Single »We belong together« auch wieder einen Hit enthielt. Mariah Carey konnte mittlerweile allein in den USA auf 17 Nr.-1-Hits vorweisen, nicht einmal Elvis Presley hatte es zu mehr gebracht und nur Madonna und die Beatles waren ihr noch voraus. So erhielt sie 2006 auch wieder Grammys, dieses Mal drei an der Zahl. Fleißig wie je, begann sie 2007 mit den Arbeiten an einem neuen Album, das 2008 unter dem Titel »E=MC²« veröffentlicht wurde. Das Spiel wiederholte sich: Die Single »Touch my body« stieg auf den ersten Platz der amerikanischen Hitparade und war der 18. Top-1-Hit der Sängerin.

Für das Album »Memories of an imperfect Angel«, dessen Veröffentlichung für den Herbst 2009 geplant ist, engagierte sie einerseits die Produzenten The-Dream und Tricky Stewart, mit dem sie schon bei früherer Gelegenheit zusammengearbeitet hatte, holte aber auch mit Timbaland einen der erfolgreichsten Produzenten der jüngeren Zeit überhaupt ins Studio.

Mariah Carey ist eine der wenigen Popstars, die einen Knick in der Karriere nach wenigen Jahren überstehen und ein erfolgreiches Comeback feiern konnten. Stand sie zu Beginn ihrer Karriere mit ihrer singulären Stimme – deren Umfang mehr als fünf Oktaven umfassen soll – und entsprechendem Stil in einer Reihe etwa mit Shirley Bassey und vor allem Whitney Houston, so zog sie schon in den 1990er-Jahren Rappern zu ihren Aufnahmen hinzu und setzte ihren melismenreichen, von Schluchzern und Seufzern durchsetzten Gesang in den Kontrast zu den Raps von Westlife, Snoop Dogg, JD, Cam´ron und Jadakiss. Selbst mit Whitney Houston sang sie 1998 im Duett. Mit Houston und Madonna zählt Mariah Carey zu den drei erfolgreichsten Sängerinnen der USA überhaupt. Als Filmschauspielerin wollten ihre Fans sie allerdings nicht sehen – die Filme, an denen sie mitgewirkt hatte, erwiesen sich durchweg als Ausfälle.

Auszeichnungen

1991 Grammy in zwei Kategorien
2006 Grammy in drei Kategorien

Diskografie

Mariah Carey (1990)
Emotions (1991)
MTV Unplugged (1992)
Music box (1993)
Merry Christmas (1994)
Daydream (1995)
Butterfly (1997)
Rainbow (1999)
Glitter (2001; Soundtrack)
Charmbracelet (2002)
The remixes (2003)
The emancipation of Mimi (2005)
E=MC² (2008)

Weblinks

http://www.mariahcarey.com (Offizielle Website der amerikanischen Popsängerin Mariah Carey)
http://www.mariahcarey.de (Offizielle deutsche Website der amerikanischen Popsängerin Mariah Carey)