No Angels

No Angels, deutsche Girlgroup; 2000 nach einem Fernsehcasting zustande gekommen.

Bandbiografie

Zu den Gründungsmitgliedern gehörten die Sängerinnen Nadja Benaissa (* 1982), Lucy Diakowska (* 1976), Sandy Mölling (* 1981), Vanessa Anneliese Petruo (* 1979) und Jessica Martina Wahls (* 1977). Die Gruppe bestand zunächst von 2000 bis 2003; Jessica Wahls verließ die No Angels bereits 2002. 2007 unternahmen Nadja Benaissa, Lucy Diakowska und Sandy Mölling einen Comeback-Versuch; noch 2007 stieß Jessica Wahls zu der reformierten Gruppe.
2000 veranstaltete der Fernsehsender RTL II unter dem Titel »Popstars« einen Gesangswettbewerb. Aus den mehr als 4500 Anmeldungen wurden 32 Frauen ausgewählt, die unter der Anleitung des Coaches Detlef D! Soost an einem einwöchigen Tanz- und Gesangstraining auf der Baleareninsel Mallorca teilnahmen. Dieser erste TV-Casting-Wettbewerb Deutschlands endete mit dem Sieg von Benaissa, Diakowska, Mölling, Petruo und Wahls. Der Name der Gruppe wurde durch eine von RTL II durchgeführte Publikumswahl festgelegt; zur Wahl standen die Namen Elle´ments, Champaign und No Angels.
Die Gruppe war bereits mit der ersten, 2001 veröffentlichten Single (»Daylight«) erfolgreich und die bald darauf folgende LP »Elle´ments« stieg in der deutschen Hitparade auf den ersten Platz, ebenso in Österreich und der Schweiz. Auch in Übersee, so in Brasilien, hatten die fünf Frauen größte Erfolge. Mit einer Coverversion des Songs »There must be an angel« des britischen Duos [Eurythmics] konnten die No Angels ihre Erfolgsserie fortsetzen. Für den Song »Atlantis«, die Coverversion eines Ausgangs der 1960er-Jahre äußerst erfolgreichen Songs, hatte die Gruppe sogar Donovan – Urheber der Ballade – zur Teilnahme an den Aufnahmen bewegen können. Die CDs verkauften sich jeweils millionenfach.
Die Mischung von altbekannten Erfolgstiteln wie etwa dem durch eine Eiscreme-Werbung überaus bekannten Songs »Like ice in the sunshine« und routiniert neu geschriebenen Songs garantierte der Frauenband anhaltenden Erfolg. Die zweite CD, »Now…us!« (2002) nahm ebenso wie die erste die Top-Position der deutschen Hitparade ein und kam in Österreich und der Schweiz mühelos in die Top-Ten.
Die ebenfalls 2002 veröffentlichte CD »When the angels swing«, für die der deutsche Jazztrompeter Till Brönner einige No-Angels-Hits in gekonnt gemachte Swing-Arrangments verpackt hatte, war zwar nicht so erfolgreich wie die für ein jüngeres Publikum gedachten ursprünglichen Aufnahmen, zeigte aber, dass die fünf Frauen sich nicht einseitig festlegen wollten.
Dennoch zeigten sich Ermüdungserscheinungen. Die ständige Medienpräsenz, die in schneller Folge aufgenommenen CDs und diverse Konzertauftritte hatten ihren Tribut gefordert, so dass die No Angels im September 2003 die Auflösung der Gruppe bekannt gaben. 2003 erschien noch eine Best-Of-Zusammenstellung, 2004 eine CD mit auf akustischen Instrumenten gespielten Versionen der No-Angels-Songs.
Mit ihren Solo-Karrieren waren die fünf Frauen, wenn sie es denn überhaupt angestrebt hatten, weit weniger erfolgreich. So gaben Benaissa, Diakowska und Mölling 2007 die Wiedervereinigung der No Angels bekannt; Wahls stieß kurz danach ebenfalls wieder zu der Band, während Petruo ihre Zukunft weiterhin in einer eigenen Karriere sah. Die im April veröffentlichte CD »Destiny« knüpfte beinahe nahtlos an die früheren Erfolge der Gruppe an, wenn auch aufgrund des sich inzwischen dramatisch verändernden Musikmarktes die früheren Auflagenzahlen bei weitem nicht mehr erreicht werden konnten.
Im März 2008 gehörten die No Angels zu den deutschen Kandidaten, die sich um die Teilnahme am Eurovision Song Contest 2008 in Belgrad bewarben. Die Gruppe konnte mit ihrem Song »Disappear« knapp vor der Sängerin Carolin Fortenbacher den Wettbewerb für sich entscheiden. Im Finale des Wettbewerbs konnte sich die No Angels allerdings gemeinsam mit den Vertretern Polens und Großbritanniens lediglich auf dem letzten Platz positionieren.
Die No Angels entstanden 2000 – als erste deutsche nach einem TV-Casting gebildete Gruppe – in einer Zeit, als [Girlgroups], Boygroups und gemischte Vokal-Gruppen noch immense Erfolge feiern konnten. Das Casting zielte dabei ebenso auf das männliche wie das weibliche Publikum: Für das männliche ein wenig Sex, für das weibliche freche Sprüche. Der listig nach Typus, Haar- und Hautfarbe zusammengestellten Gruppe wurden Songs auf den Weg gegeben, die entweder längst ihre Publikumstauglichkeit bewiesen hatten oder aber im Stile diverser Hits extra für die Gruppe und ihre vokalen Möglichkeiten geschrieben wurden. Die breitgefächerte Stilistik der Aufnahmen – von der mit akustischen Instrumenten begleiteten Ballade bis hin zum opulenten Big-Band-Arrangement – konnte, wenn schon nicht das gesamte No-Angels-Publikum, stets große Teilgruppen befriedigen. Unzulänglichkeiten im Gesang wurden durch die Produktion der Musik kaschiert und spielten im Konzertsaal ohnehin eine untergeordnete Rolle.



Auszeichnungen

2001 Echo in zwei Kategorien
2002 Echo in einer Kategorie
2002 Goldene Kamera



Diskografie

Elle´ments (2001)
Now…us! (2002)
When the Angels swing (2002)
Pure (2003)
The best of No Angels (2003)
Acoustic Angels (2004)
Destiny (2007)



Weblinks

http://www.noangels-music.de (Offizielle Website der deutschen Girlgroup No Angels)