Rosenstolz

Rosenstolz, deutsches Popmusik-Duo, 1991 von AnNa R., eigentlich Anna Natalie Rosenbaum, * Berlin 25.12.1969, und Peter Plate, * Neu-Dehli 1.7.1967, in Berlin gegründet.

Bandbiografie

Peter Plate hatte sich bereits während der Schulzeit eigene Musik auf Tonbandkassette aufgenommen und ab 1990 versucht, im Musikleben Berlins Fuß zu fassen. Anna Rosenbaum hatte lediglich den Plan, Sängerin zu werden und deshalb privat Gesangsstunden genommen. 1991 taten sich die Musiker zusammen und traten zunächst in lokalen Veranstaltungsorten auf. Ihre erste CD, »Soubrette werd´ ich nie«, eine verquere Sammlung von Songs zwischen Schlager, Chanson und Mainstream-Pop, konnten die beiden Musiker 1992 veröffentlichen. Die Reputation des Duos wuchs langsam aber stetig und beinahe jährlich brachte Rosenstolz eine CD auf den Markt. Die Titel der CDs und der Songs ließen das Publikum häufig im Unklaren, was es zu erwarten hatte: »Nur einmal noch« (1994) las sich wie eine Zeile aus einem vergessenen Schlager der 1970er-Jahre, »Mittwoch is´ er fällig« wie der Beschluss einer Claire Waldoff. Für Texte wie für die Musik – das Duo ließ sich inzwischen von einer veritablen, eingespielten Band begleiten – zeichnete Plate verantwortlich.

1998 hatten Plate und Rosenbaum einen Bekanntheitsgrad erreicht, der dazu führte, dass sie am Vorentscheid für den Grand Prix der Eurovision teilnehmen konnten; knapp unterlagen sie Guildo Horn. Die Teilnahme an dem Wettbewerb machte Rosenstolz einem größeren Publikum bekannt. Die Alben ab 1999 waren dann auch stets auf den vordersten Plätzen der deutschen Hitparade zu finden. Eine listige Veröffentlichungspolitik – von beinahe jeder CD gibt es diverse Sonderauflagen und spezielle Versionen – treibt die Verkaufszahlen in die Höhe.

AnNa R. und Peter Plate bilden mit Rosenstolz ein Duo, das allein aufgrund seiner CD-Veröffentlichungen nicht verstanden werden kann – manche Songs sind Kopien von deutschen Schlagern der dümmsten denkbaren Art, andere spielen mit Klangelementen, die von Bands wie Erasure, Rammstein oder auch D.A.F benutzt wurden, manch einer kommt schnoddrig wie ein Kabarett-Hit der 1920er-Jahre daher. Erst im Konzertsaal können die aus vielerlei Bruchstücken zusammengesetzten Lieder als ironische Verführungen gesehen werden, wenn auch oft genug schemenhaft und immer ambivalent: Der Zuhörer muss die Vorlagen genau kennen.

Diskografie

Soubrette werd‘ ich nie (1992)
Nur einmal noch (1994)
Mittwoch is’ er fällig (1995)
Objekt der Begierde (1996)
Die Schlampen sind müde (1997)
Zucker (1999)
Kassengift (2000)
Macht Liebe (2002)
Herz (2004)
Das große Leben (2006)
Die Suche geht weiter (2008)
Wir sind am Leben (2011)

Weblinks

www.rosenstolz.de (Offizielle Website des deutschen Pop-Duos Rosenstolz)