Sam Brown

Brown, Sam, eigentlich Samantha Brown, britische Popmusikerin (Gesang, Komposition, Text), * Stratford (London) 7.10.1964.

Sam Brown wuchs in einem eng mit der britischen Pop- und Rockmusik verbundenen Elternhaus auf: Ihr Vater, der Gitarrist Joe Brown hatte Anfang der 1960er-Jahre drei Top-ten-Hits, ihre Mutter, die Sängerin Vicky Brown, gehörte Anfang der 1970er-Jahre zur Backing-Group der Band T. Rex. Sam Brown lernte Klavierspielen und begann im Alter von 14 Jahren eigene Songs zu schreiben – unter der selbst gesetzten Maßgabe, keine Klischees zu benutzen und nicht über die Liebe zu singen. Öffentliche Auftritte hatte sie bereits zu dieser Zeit, etwa mit dem National Youth Jazz Orchestra. 1977 sang sie das erste Mal professionell, als sie das Engagement annahm, für das letzte Album der Band the Small Faces Background zu singen. Nach diversen selbst finanzierten Demo-Aufnahmen gelang es ihr schließlich, einen Plattenvertrag bei dem Label A & M Records zu bekommen.
Sie bestand auf ihrer Unabhängigkeit. Die Produktion ihres ersten Albums (»Stop!«, 1988) übernahm sie gemeinsam mit ihrem Bruder. Mit der Hilfe diverser Co-Autoren hatte sie fast alle Songs selbst geschrieben, aber auch zwei Cover-Versions untergemischt, »Can I get a witness« von Holland/Dozier/Holland und »Nutbush City Limits« von Tina Turner. Der ausgekoppelte Titel-Song des Albums, »Stop!«, fand zunächst wenig Resonanz, stieg ein knappes Jahr nach der Veröffentlichung aber überraschend in die Top-Ten der Hitparaden in Deutschland und den Niederlanden, dann auf Platz 4 in der britischen Hitparade. Der Erfolg der Single zog das Album mit sich, es fand im laufe der Jahre mehr als zweieinhalb Millionen Käufer.
Mit den folgenden Alben konnte Sam Brown diesen Erfolg nicht wiederholen. »April moon« (1990) erfüllte ebenso wenig die hochgespannten Erwartungen der Plattenfirma – die Sam Brown als Star aufbauen wollte – wie »43 Minutes« (1993). Besonders mit den Songs von »43 Minutes« tat sich das Publikum schwer: Sam Brown hatte den frühen Krebstod ihrer Mutter in sperrigen Songs verarbeitet. Die Querelen mit A & M, deren Manager eine Hit-Single erwarteten, führten schließlich zur Trennung von dem Label und der Gründung des eigenen Labels Pod Records.
In der Folge veröffentlichte Sam Brown zwar weiter gelegentlich eigene Alben, war aber eher als Sängerin bei anderen Bands zu finden, etwa bei Jools Hollands Big Band oder bei Pink Floyd, an deren »Pulse«-Tour sie als Backgroundsängerin beteiligt war. Ebenso hatte sie mit Deep Purple, George Harrison und Nick Cave zusammengearbeitet.
Bereits das erste Album Sam Brwons, »Stop«, zeigte, dass sie alles singen kann: Blues, Rock, Pop, Parodien (»Tea«). Ihre vokale Virtuosität gibt ihr daher selbst als Background-Sängerin eine Sonderstellung, denn immer wieder tritt sie aus der zweiten Reihe nach vorn, etwa bei dem Song »Shine on crazy diamond« in der »Pulse«-Fassung Pink Floyds. Ihr Song »Stop!« entfaltete noch fast 20 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung seine Wirkung erneut, als die R & -B-Sängerin Jamelia ihn in einer nahezu originalgetreuen Fassung sang.



Diskografie

Stop! (1998)
April moon (!990)
43 Minutes (1992)
Box (1997)
Reboot (2000)
Of the moment (2007)



Weblink

http://www.onecandle.co.uk (Website zu der britischen Sängerin Sam Brown)