Tori Amos

Amos, Tori, eigentlich Myra Ellen Amos, amerikanische Sängerin, Pianistin und Song-Schreiberin, * Newton (North Carolina) 22. 8. 1963

Biografie

Tori Amos erhielt seit ihrem sechsten Lebensjahr Klavierunterricht und trat im Alter von 13 Jahren das erste Mal im professionellen Umfeld auf. Seit 1985 nennt sie sich im Gedenken an ihre Vorfahren – mütterlicherseits stammt sie von den Cherokee-Indianern ab – Tori. Im selben Jahr gründete sie die Band Y Kant Tori Read und konnte bereits im folgenden Jahr einen Schallplattenvertrag bekommen. 1988 erschien das erste Album der Band unter dem Titel »Y Kant Tori Read«.

Der Platte bleibe der Erfolg allerdings versagt. Tori Amos löste kurzerhand die Band auf und schlug eine Solo-Karriere ein. Anfang der 1990er-Jahre gelang es ihr tatsächlich, mit einer Reihe von Konzerten in Großbritannien Fuß zu fassen.

Mit »Me and a Gun« (1991) und »Silent All these Years« (1991) legte sie zwei erfolgreiche Singles vor, denen sie 1992 das erste eigene Album folgen ließ. »Little Earthquakes« wie auch die 1994 veröffentlichte zweite CD »Under the Pink« wurde von Publikum wie Kritik positiv aufgenommen. Zwar blieben weitere Erfolge dieser Größenordnung aus, doch konnte sich Tori Amos seitdem auf eine konstante und interessierte Anhängerschaft verlassen. So veröffentlicht sie in regelmäßigen Abständen CDs, wobei sie auch auf optische Details achtet: »Strange Little Girls« (2001) wurde in mehreren verschiedenen Covers veröffentlicht, von denen jedes die Sängerin in anderer Maskerade zeigt. Der Hintergrund ist darin zu suchen, dass »Strange Little Girls« ein Concept Album ist und Amos darin verschiedene Charaktere mimt. Das Konzept selbst bestand darin, dass die Sängerin verschiedene Cover Versions aufnahm, allesamt Songs von Männern über Frauen – Amos schlüpfte in die Rolle der Frauen.

Ihre ersten Auftritte hatte Tori Amos allein, sich selbst am Piano begleitend, bestritten. Im Laufe ihrer Karriere erweiterte sie ihr musikalisches Spektrum und näherte sich auch gängiger Rock- und Popmusik an, setzte sich auch an Cembalo, Hammond-Orgel und Synthesizer und ließ weitere Instrumente zu.
Zwar stagnierte ihr Erfolg auf dem Schallplattenmarkt, nahm hier und da sogar ab, ihre Konzerte dagegen zogen stets ein großes Publikum an. Zehn Mal wurde sie für einen Grammy nominiert, hat ihn bis dato aber nicht erhalten.

Den Hörer erwartet neben der Intensität ihrer Auftritte eine mitunter extravagante Musik, die nicht zufällig an die der Britin Kate Bush und der Amerikanerin Laura Nyro erinnert. Ihre Songs kreisen um die Themen Sex, Tod, zwischenmenschliche Beziehungen und menschliche Tragödien, die sie in düsteren, häufig mythisch oder religiös gefärbten Bildern heraufbeschwört. Häufig verarbeitet Tori Amos eigene Erfahrungen, so in dem Song »Me and a Gun« die einer Vergewaltigung. Veranlasst durch die öffentliche Wirkung des Songs gründete die Sängerin 1994 das Rape, Abuse and Incest National Network (RAINN) gründete, das in den USA eine Notruf-Hotline für Vergewaltigungsopfer unterhält.

Diskografie

Y Kant Tori Read (1988)
Little earthquakes (1992)
Under the pink (1994)
Boys for pele (1996)
From the choirgirl hotel (1998)
To venus and back (1999)
Strange little girls (2001)
Scarlet’s walk (2002)
The beekeeper (2005)
The original bootlegs (2005)
A piano: The collection (2006)
American doll posse (2007)
Abnormally attracted to Sin (2009)
Night of Hunters (2011)

Literatur

Rogers, Kalen: Tori Amos: All these Years; London/Berlin1996
Amos, Tori: Lyrics; London 2001
Powers, Ann, mit Tori Amos: Pice by Piece – An Autobiograpy; London 2005

Weblink

http://www.toriamos.com (Offizielle Website der amerikanischen Popsängerin Tori Amos)