Riddim

Riddim, jamaikanischer Slang, abgeleitet von englisch rhythm für »Rhythmus«, einem Riff ähnelndes Pattern aus einer kombinierten Schlagzeug-Bass-Figur, das als Grundlage für Reggae– und Ragga-Kompositionen verwendet wird.

Ein Riddim hat eine Länge von einem, zwei oder vier Takten, wobei die zwei- und viertaktigen Formen auf Variationen eintaktiger Riddims basieren können und dann symmetrisch angelegt sind. Das Schlagzeug-Pattern bleibt dabei entweder stets gleich, wird meist aber durch ein Fill In der zweiten Hälfte des jeweils vierten Taktes abgeschlossen. Die Grundbewegung eines Riddims beruht auf Achteln, wobei das Schlagzeug-Pattern weit weniger variiert wird als das Bass-Pattern. Beispielsweise ist grundsätzlich ein Bass-Drum-Schlag auf der Zählzeit Eins platziert. Im Wesentlichen entsprechen Riddims ähnlicher Riffbildung im Funk, Funkrock und damit auch diversen Spielarten des Hiphop.

Riddims bilden die Grundlage aller älteren Reggae-Stücke und wurden als Sample oder aber als nachgeahmte Kopie auch zur Grundlage in jüngeren Stilen des Reggae wie Dancehall-Reggae oder Raggamuffin. So kann ein und dasselbe Riddim von einer Vielzahl anderer Musiker benutzt werden, die daraus so genannte Versions machen: Es kann Gesang oder Toasting hinzugefügt werden, es gibt instrumentale Naschschöpfungen und es gibt Dub-Versions, also produktionstechnisch überarbeitete Versionen. Die spätestens seit Ende der 1980er-Jahre verfügbare digitale Tontechnik erleichtert natürlich die Produktion von Versions, doch führte der Einsatz von elektronischen Klangerzeugern, erst recht der von Samplern, zu besonderen Ausformungen der Riddims, die sich besonders im Klang von den älteren Riddims unterscheiden.

Einige Riddims wurden so oft kopiert, dass sie als Standards zu gelten haben. Dazu gehören der Real Rock-, der Answer- und der Stalag-Riddim, durchweg Riddims, die auf je einem in den 1970er-Jahrne entstandenen Riddims basieren. In den 1980er-Jahren traten mit elektronischen Instrumenten erzeugte Riddims hinzu, die wichtigsten sind der auf der Platte »Under Me Sleng Teng« (1985) von Wayne Smith und King Jammy beruhende Sleng-Teng-Riddim und der so genannte Tempo-Riddim hinzu.