Aphrodite’s Child

Stichworte Procol Harum | The Moody Blues | Concept Album | Yes



Aphrodite’s Child, griechische Progressive-Rock-Band, 1967 gegründet

Bandbiografie

Der Keyboard-Spieler ↑Vangelis Papathanassiou (* 1943) und der Sänger und Bassist Demis Roussos (* 1946) hatten bereits in den Bands Formynx beziehungsweise Idols erste Band-Erfahrungen gesammelt, als sie mit dem Gitarristen Silver, eigentlich Anargyros Koulouris, und dem Schlagzeuger Loukas Sideras die Band Aphrodite’s Child gründeten. Die ersten Aufnahmen machten die Musiker allerdings nicht unter dem Namen der Band, sondern als Vangelis and his Orchestra als Backing-Band für George Romanos und dessen Album »In Concert and his Orchestra«. Noch 1967 nahmen die Musiker allerdings ein kleines Demo-Band auf, in der Hoffnung, bei Philips Records einen Plattenvertrag zu erhalten. Dies führte zunächst nicht zum gewünschten Ergebnis und so überredete Vangelis Papathanassiou die anderen Mitglieder der Band, die Karriere von London aus einzuleiten. Koulouris musste allerdings erst seinen Militärdienst ableisten und verließ deshalb die Band. Die übrigen Musiker erreichten ebenfalls nicht London, sondern blieben zunächst in Paris, wo es ihnen gelang, als Aphrodite’s Child bei Mercury Records einen Plattenvertrag zu unterzeichnen. In Paris auch veröffentlichte die Band mit »Rain and Tears« ihre erste Single. Der Song, vage auf Johann Pachelbels (* 1653, † 1706) bekanntem »Canon« basierend, war in ganz Europa äußerst erfolgreich. Wenige Monate später veröffentlichte Aphrodite’s Child eine erste LP, »End of the World«, mit der die Band an die seinerzeit erfolgreiche Musik etwa von ↑Procol Harum anzuknüpfen versuchte.
Nach einer Tournee durch ganz Europa legte die Band 1969 die Single »I Want to Live«, ein Re-Make von »Plaisir d’amour«, vor, wenig später das in London aufgenommene Album »It’s Five O’Clock«. Während allerdings die Band wieder auf Tour ging, widmete sich Vangelis, wie sich Papathanassiou nun kurz nannte, der Komposition seiner ersten Filmmusik. Vangelis war auch die treibende Kraft hinter der Produktion des Albums »666«, einem auf einer biblischen Vorlage basierenden Konzept-Album. An den Aufnahmen war auch Gitarrist Silver wieder beteiligt, doch vergrößerte das eher die latenten Spannungen in der Band, hervorgerufen durch die divergierenden Interessen der Musiker: Vangelis mochte nicht mehr an der wenig anspruchsvollen Pop Music, mit der Aphrodite’s Child erfolgreich war, mitwirken, während Roussos genau darin die Zukunft der Band sah. So begaben sich der Sänger an seine erste Solo-Aufnahmen und Vangelis an weitere Filmmusik. Als »666« 1972 veröffentlicht wurde bestand die Band schon nicht mehr – dennoch wurde das Album in zweistelliger Millionenhöhe verkauft.
Aphrodite’s Child ist weniger als Band von Bedeutung, als vielmehr als Phänomen: Die Möglichkeiten des Progressive Rocks waren zu dieser Zeit nur in vagen Umrissen zu erahnen, und zeigten sich geradezu exemplarisch in den Protagonisten Roussos und Vangelis. Während Roussos eine teils erfolgreiche Solo-Karriere als Sänger verfolgte, wurde Vangelis zu einem der Klangzauberer der 1970er-Jahre und schuf mit einigen seiner Soundtracks – etwa zu dem Film »Blade Runner« (1982; Regie: Ridley Scott) – Klassiker des Genres; gelegentlich kehrte er in die Rockmusik zurück, schlug aber selbst das Angebot, bei ↑Yes die Keyboards zu spielen, aus. Aphrodite’s Child hingegen hatte sich mit der Single »Rain and Tears«, von Roussos mit unverkennbarer, hoch tremolierender Stimme gesungen, ein Denkmal gesetzt.



Diskografie

End of the World (1968)
It’s five o’clock (1969)
666 (1972)