Atomic Rooster

Atomic Rooster, britische Rockgruppe, 1969 von dem Organisten Vincent Crane und dem Schlagzeuger Carl Palmer gegründet.

Bandbiografie

Crane und Palmer hatten zuvor in der Band des exzentrischen Sängers Arthur Brown, The Crazy World of Arthur Brown, gespielt. Für ihre eigene Band fanden sie in Nick Graham den geeigneten Bassisten. 1970 veröffentlichte das Trio das erste Album. Einfach mit dem Titel »Atomic Rooster« versehen, schien die LP durchaus geeignet, zur Musik des zu dieser Zeit äußerst erfolgreichen Orgeltrios The Nice um den Organisten Keith Emerson, einen Widerpart bilden zu können. Emerson hatte The Nice aber bereits aufgelöst und war für seine neue Band auf der Suche nach einem neuen Drummer. Er fand ihn in Carl Palmer, der Atomic Rooster noch vor den Aufnahmen zur zweiten LP verließ. Mit Emerson und dem Bassisten Greg Lake prägte Palmer den Progressive Rock in der ersten Hälfte der 1970er-Jahre. Als auch Nick Graham den Dienst bei Atomic Rooster quittierte, sah sich Crane gezwungen, sein Trio vollkommen neu aufzubauen. Es gelang ihm außerordentlich schnell: Noch 1970 veröffentlichte er mit Unterstützung des Schlagzeugers Paul Hammond und dem Gitarristen John DuCann die LP »Death Walks behind You«. Das Album enthielt mit »Devil’s Answer« einen Hit; die in Großbritannien veröffentlichte LP enthielt aber gerade diesen Song nicht. Unbeirrt arbeitete Crane am Konzept seiner Musik weiter, nahm den Sänger Pete French in die Band und nahm in dieser Besetzung 1971 die LP »In Hearing of Atomic Rooster« auf. Dann drehte er am Personalkarussell, bis Atomic Rooster komplett umbesetzt war: Gitarre spielte Steve Bolton, Bass Bill Smith, an den Drums saß Rick Parnell und am Gesangsmikrophon stand Chris Farlowe. Besonders Farlowe veränderte Klang und Stil der Band, dem Hardrock der ersten Bands, durchaus Vorbild für spätere Gitarrenbands, folgte mit Blues- und Soul-Elementen durchsetzte Musik. Der Erfolg Atomic Roosters nahm mit jeder weiteren LP ab, das Publikum erwartete andere Musik von Crane und seiner Band. 1974 löste Crane Atomic Rooster auf. Der 1979 von ihm unternommene Versuch, die Gruppe wiederzubeleben, schlug nach zwei kaum beachteten LPs fehl.

Atomic Rooster stand zwar stets im Schatten der Trios The Nice und später Emerson, Lake & Palmer, doch es schien zumindest Anfang der 1970er-Jahre so, als könne Crane abseits vom Progressive Rock Keith Emersons so etwas wie Heavy Metal mit der Hammond-Orgel als zentralem Instrument kreieren. Sein an einfachen, aber wirkungsvollen Riffs orientiertes Spiel wie auch die um Tod und Teufel kreisende Thematik mancher seiner Songs sind zumindest für die Anfangszeit des Heavy Metal essentiell. Der Erfolg Emerson, Lake & Palmers aber drängte Atomic Rooster schnell beiseite, und um neben beispielsweise Black Sabbath und Led Zeppelin im Genre des Hardrocks reüssieren zu können, war ein Organist wie Crane – der die Orgel grundsätzlich im Sitzen spielte – einfach nicht bühnenwirksam genug. Marketingfehler kamen hinzu: Die Single »Devil’s Answer«, immerhin der einzige veritable Hit der Gruppe, wurde in Großbritannien nur als Single veröffentlicht, obwohl der Single-Markt zu dieser Zeit weitgehend bedeutungslos war. Als dann mit Chris Farlowe ein zwar fähiger, aber eher an Blues und Soul interessierter Sänger den Gruppenklang bestimmte, war das Ende der Band besiegelt.

Diskografie

Atomic Rooster (1970)
Death walks behind you (1970)
In hearing of Atomic Rooster (1971)
Made in England (1972)
Nice ’n‘ greasy (1973)
Atomic Rooster (1980)
Headline news (1983)
Home to roost (1986)