B-52s

B-52s, The, auch The B-52’s,  amerikanische Rockband, 1976 in Athens (Georgia) gegründet; bis zur Veröffentlichung der CD »Funplex« 2008 schrieb sich der Bandname The B-52’s. Der Name bezieht sich auf die hochtoupierten Bee-Hive-Frisuren der beiden Sängerinnen Cindy Wilson und Kate Pierson; derartige Frisuren wurden um 1960 nach dem Langstreckenbomber der amerikanischen Luftstreitkräfte auch B-52 genannt.

Bandbiografie

Cindy Wilson (* 1957), ihr Bruder Ricky (* 1953) und ihre Freunde Kate Pierson (* 1948), Fred Schneider III (* 1951) und Keith Strickland (* 1953) hatten während des Besuchs eines China-Restaurants spontan beschlossen, eine Band zu gründen – ohne dass sie bis dahin musikalisch besondere Erfahrungen gesammelt hatten oder gar in Erscheinung getreten waren. Der in feuchtfröhlicher Runde aufgekommene Gedanke wurde sofort in die Tat umgesetzt, Cindy Wilson, Kate Pierson und Fred Schneider sangen, während Ricky Wilson Gitarre spielte und Keith Strickland Schlagzeug spielte; das karge Instrumentarium wurde durch einige kleine Synthesizer, die meist von den beiden Sängerinnen traktiert wurden, erweitert. Ab 1977 trat die Band öffentlich auf, zunächst auf privaten Veranstaltungen und Parties, dann – nach Veröffentlichung der selbst produzierten Single »Rock Lobster« – auch in regulären Rock-Konzertsälen, wie dem Club Max’ Kansas City und der Wiege des amerikanischen New-Wave-Rocks, dem CBGB’s in New York. Das Schallplattenlabel Island Records nahm die auffällige Gruppe unter Vertrag und 1979 erschien mit »The B-52’s« die erste LP.
Der bellende Sprechgesang Schneiders, die krähenden Background-Gesänge der beiden Frauen, die dürren, aber funky klingenden Arrangements in Verein mit ironischen Texten fanden von Anbeginn an ein großes Publikum und waren besonders in Europa und Australien erfolgreich; »Rock Lobster« brachte es immerhin in die Top-100 des amerikanischen Branchenblattes »Billboard«.
Die zweite LP, »Wild Planet« (1980), äußerlich im Kern genauso gestaltet wie die erste, schaffte es dann schon in die Top-Twenty. Danach pausierte die Band und veröffentlichte mit »Party mix!« 1981 ein Album mit Remixen von den Songs der ersten beiden LPs.
Als the B-52’s 1982 »Mesopotamia« vorlegten, war der Neuigkeitseffekt nahezu verpufft. Für »Whammy!« (1983) erweiterte die Band das Instrumentarium um Drum Box und weitere Elektronik, vermochte aber nicht, ihren Hörerkreis zu vergrößern. Schneider spielte 1984 ein wenig beachtetes Soloalbum ein (»Fred Schneider & the Shake Society«). Im selben Jahr auch nahm die Band »Bouncing off the satellites«, ging nach Veröffentlichung der CD 1986 aber nicht auf Tour, da im Oktober 1985 Ricky Wilson gestorben war. Die Band stand kurz vor der Auflösung, produzierte keine CDs und trat auch nicht öffentlich in Erscheinung.
1988 beendeten die  Musiker die Pause: Strickland übernahm die Gitarre und weitere Musiker verstärkten die Band. Für den Film »Earth girls are easy« (1988; Regie: Julien Temple) steuerten sie den Song »(Shake that) comic thing« bei, um den herum das Album »Cosmic thing« konstruiert wurde. Erstaunlicherweise hatte sich die Pause nicht negativ auf die Popularität der B-52’s ausgewirkt, »Cosmic thing« war nicht weniger erfolgreich als die früheren Alben. Zumindest in den USA, denn in Europa nahm das Publikum kaum noch größere Notiz von der Band. Das blieb auch in den folgenden Jahren so: »Good stuff«, 1992 veröffentlicht, schaffte es planmäßig in die Top-Twenty der US-Charts.
»Good stuff« verdeckte allerdings die Probleme der Band: Mit Cindy Wilson, Keith Strickland und Fred Schneider waren nur noch drei der Gründungsmitglieder übrig geblieben. Pierson hatte die Guppe 1990 verlassen und trat danach mal hier – bei Iggy Pop –, mal da – bei R.E.M. – in Erscheinung. Als Aushilfe kam die Sängerin Julee Cruise zu den B-52’s, die sich ansonsten von wechselnden Musikern unterstützen ließen.
So waren die Musiker immer wieder auf der Bühne zu sehen, veröffentlichten gelegentlich auch mal eine Single, so etwa 1994 »The Flintstones«, den sie für den gleichnamigen Film eingespielt hatten und tauchten immer wieder in diversen Fernsehserien und –shows auf, doch fand sich das Quartett erst 2007 wieder zu Aufnahmen im Studio ein.
»Funplex« kam 2008 auf den Markt und erweckte den Eindruck, für die Band sei die Zeit stehen geblieben: Mit denselben Ideen und Stilmitteln, mit denen Wilson, Strickland, Schneider und Pierson ihre ersten beiden LPs in den 1980er-Jahren aufgewartet hatten, eroberten sie fast 30 Jahre später erneut die Top-Twenty der amerikanischen Charts.
The B-52s sind weniger eine Rockband, als ein Phänomen der amerikanischen New Wave. In ihrer Musik verquickten die Wilson-Geschwister, Pierson, Strickland und Schneider Teeen-Pop der 1950er-Jahre mit Surf Music zu einem ironischen Ganzen, zu dem auf jeden Fall ihre schrille Aufmachung gehörte. Als eine Art »Gesamtkunstwerk« gingen sie so in die Geschichte der amerikanischen Rockmusik ein- sie können und dürfen gar nicht anders sein.



Diskografie

The B-52’s (1979)
Wild Planet (1980)
Party Mix (1981)
Mesopotamia (1982)
Whammy (1983)
Bouncing Off The Satellites (1986)
Cosmic Thing (1989)
Good Stuff (1992)
Funplex (2008)



Weblinks

http://www.astralwerks.com/b-52s/default.asp (Offizielle Website der amerikanischen Rockband The B-52s)