Barriemore Barlow

Barlow, Barriemore, britischer Schlagzeuger, * Birmingham 10.9. 1949; Barlow heißt eigentlich Barrie, erhielt aber als Mitglied der Band Jethro Tull ganz im Sinne deren ironisch-altertümelnden Attitüde den Namen Barriemore.

Biografie

Barriemore Barlow begann im Alter von 14 Jahren, sich für das Schlagzeug zu interessieren, nicht zuletzt, weil er in der Band The Blades, 1963 von Ian Anderson, John Evan und Jeffrey Hammond gegründet, mitspielen wollte. Um sich ein Instrument kaufen zu können, arbeitete er als Zeitungsjunge. Nachdem er sich ein Jahr lang mit dem frisch erworbenen Drum Set auseinandergesetzt hatte und anhand von Schallplatten von den Beatles einerseits, mit Jazz und Big-Band-Musik andererseits sich einen gewissen technischen Standard erarbeitet hatte, entschloss er sich 1965 unter dem Eindruck der LP »Sounds of 65« von Graham Bond Organization, eine Karriere als professioneller Musiker einzuschlagen. Er gründete eine Rockband namens The All Jump Kangaroo Band, schloss sich aber bald der Gruppe des Keyboardspielers John Evans an. Mit Evans Band spielte er den Song »Aeroplane«, der Jahre später als B-Side eine Single von Jethro Tull wiederverwendet wurde. Mit der John Evan Band und der Nachfolgegruppe John Evan’s Smash ging Barlow auch auf Tour, erlebte das Reisen und Konzertieren aber als äußerst anstrengend und verließ Evans Band.

1971 fragte ihn Ian Anderson, ob er bei Jethro Tull das Schlagzeug übernehmen könne, da Clive Bunker die Band verlassen hatte. Barlow willigte ein und war bis 1979 Mitglied der Band. Mit Jethro Tull spielte Barlow unter anderem die Alben »Thick as a Brick« (1972), »A Passion Play« (1973) und »Minstrel in the Gallery« (1975) ein.

1979 verließ Barlow Andersons Band, auch unter dem Eindruck des Todes des Tull-Bassisten John Glascock, nahm noch an der Tournee zu dem Album »Stormwatch« teil und arbeitete als Studiomusiker; unter anderem spielte er Schlagzeug für Robert Plant, Jimmy Page, Yngwie Malmsteen und Kerry Livgren. In Oxfordshire richtetet er ein Studio ein, dass er The Doghouse nannte und das im Laufe der Jahre von Musikern und Bands wie Amy Winehouse, Kate Nash, Lily Allen, The Babyshambles, Bad Company, Coldplay, Echo and The Bunnyman, It Bites und weiteren mehr gebucht wurde. Er selbst griff nur noch gelegentlich zu den Schlagzeugstöcken, etwa für die Gruppe Dustin’s Bar Mitzvah.

Barriemore Barlow stand zwar Anfang der 1970er-Jahre stets ein wenig im Schatten von Größen wie Carl Palmer und Bill Bruford und erreichte etwa in Deutschland auch nicht die Bekanntheit eines Jon Hiseman, war unter Schlagzeugern aber hoch angesehen; John Bonham von Led Zeppelin etwa hielt ihn für den besten britischen Schlagzeuger dieser Jahre. Barlow hatte diese Reputation durch sein sehr ausgewogenes, niemals auftrumpfendes Schlagzeugspiel erreicht, in dem sich Einflüsse von Jazz wie Rock zeigten, dass er aber durch fantasievolle Rafinesse der Klanggestaltung in den von Jethro Tull seinerzeit favorisierten stark von englischer Folk Music geprägten Rock einfügte. Er gehörte zu den wenigen Drummern, die in den 1970er-Jahre zwei Bass Drums verwendeten, zu hören etwa in Live-Versionen des Schlagzeug-Solos zu dem Song »King Henry’s Madrigal«. Barlow spielte im Laufe seiner Karriere Drums der Firmen Slingerland und Ludwig sowie Becken von Paiste.

Diskografie

Mit Jethro Tull

Thick as a Brick
Living in the Past (compilation including above EP)
A Passion Play
War Child
Minstrel in the Gallery
Too Old to Rock ’n‘ Roll: Too Young to Die!
Songs from the Wood
Heavy Horses
Bursting Out
Stormwatch

Literatur

Rees, David: Minstrels in the Gallery – A History of Jethro Tull; Wembley 1998