Beggars Opera

Beggars Opera, schottische Progressive-Rock-Band, 1969 in Glasgow gegründet

Bandbiografie

Der Gitarrist Ricky Gardiner hatte mit seinen Schulfreunden, dem Sänger Martin Griffiths und dem Bassisten Marshall Erskine in der Band The System gespielt. Als Gardiner den Organisten Alan Park kennen lernte, entschloss er sich, mit seinen Freunden und Park eine neue Band zu gründen. Den Schlagzeuger Raymond Wilson fanden die Musiker mittels einer Zeitungsanzeige. Bereits nach wenigen Auftritten gelang des dem Quintett, bei dem gerade gegründeten Schallplattenlabel Vertigo Records einen Vertrag zu bekommen. Die erste LP, »Act One« (1970) enthielt eine Mischung von Rock und Bearbeitungen wie Zitaten aus der traditionellen Kunstmusik, darunter zwei Arrangements von Werken des österreichischen Komponisten Franz von Suppè (* 1819, † 1895). An zwei Kompositionen hatte die traditionell ausgebildete Pianistin Virginia Scott mitgewirkt, die 1971 Mitglied der Band wurde.

Beggars Opera veröffentlichte bei Vertigo insgesamt vier LPs. Mit ihren nicht ganz zufällig an die Musik von The Nice erinnernden Stücken hatte die Band in ganz Europa Erfolg, fand jedoch besonders in Deutschland ein treues Publikum. 1971 wurde Erskine durch Gordon Sellar ersetzt, wenige Monate später, Anfang 1972, Griffiths durch Pete Scott, früher bei Savoy Brown. Scott hielt es allerdings nicht lange in der Band, bereits 1973 kam Linnie Paterson für ihn, doch war die Band wenig später, 1974, am Ende ihrer Karriere.

1975 fragte das deutsche Schallplattenlabel Jupiter Records bei Gardiner an, ob er unter dem Namen Beggars Opera zwei Alben für das Label einspielen wolle. Gardiner sagte zu und nahm mit Pete Scott, Virginia Scott und den Studio-Schlagzeugern Mike Travis, früher bei Gilgamesh, und Clem Cattini zwei Alben auf, »Sagittary« und »Beggars can’t be Choosers« auf. Wenn auch Gordon Sellar 1981 noch das Album »Lifeline« unter dem Namen Beggars Opera einspielte, so hatte diese einmalige Zusammenstellung von Musikern nichts mehr mit der Band Gardiners zu tun.

Dieser tauchte nach Auflösung der Band 1976/77 im Umkreis von David Bowie und Iggy Pop wieder auf. Er und Virginia Scott veröffentlichten 2009 mit »Touching the Edge« ein gemeinsames Album. Gardiner schrieb außerdem an einer Rockoper, die den Titel »Electro Sensitive« tragen sollte und in der er seine elektromagnetische Übersensitivität zu thematisieren suchte. Der Organist Alan Park arbeitete viele Jahre lang als Musical Director für die Konzerte von Sir Cliff Richard.

Beggars Opera hatte als eine Art Paraphrase zu The Nice begonnen, und das Stück »Raymond’s Road« war kaum mehr als ein Plagiat von deren »Rondo«. Doch hatte die Band schon auf der ersten LP – die im Übrigen in einem der rätselhaftesten Cover der Rockgeschichte steckte – Eigenes zu bieten. Wirkten einige der Bearbeitungen auch seltsam steif – ausgerechnet die Musik von Franz von Suppè als Vorlage zu nehmen war ein singulärer Einfall –, so konnte die Band auch mit einem plakativen Rock aufwarten, der Beggars Opera durchaus in die Nähe von Deep Purple rückte. Beggars Oper war besonders in Deutschland erfolgreich, ihr Song »Time Machine« schaffte es hier Anfang der 1970er-Jahre sogar in die Hitparade.

Diskografie

Act One (1970)
Waters of Change (1971)
Pathfinder (1972)
Get your Dog off Me! (1973)
Sagittary (1974)
Beggars can’t be Choosers (1979)
Lifeline (1980)
The final Curtain (1996)
Touching the Edge (2009)

Weblink

www.beggarsopera.co.uk (Offizielle Website der schottischen Rockband Beggars Opera)