Carl Palmer

Palmer, Carl Frederick Kendall, britischer Schlagzeuger, * Handsworth (Birmingham, England) 20.3. 1950

Biografie

Carl Palmer lernte als Kind Violine, begeisterte sich aber bald für das Schlagzeug. Er erhielt ab seinem 12. Lebensjahr regulären Unterricht an dem Instrument und spielte bald zunächst in verschiedenen kleinen Orchestern, dann semiprofessionell in The Macca Dance Band, Kind Bees und den Thunderbirds mit dem Sänger Chris Farlowe. Als der Schlagzeuger Drachen Theaker von der Band The Crazy World of Arthur Brown wegen Flugangst seinen Platz hinter den Drums räumte, ersetzte ihn der 18jährige Palmer. 1970 gründete Palmer mit dem Organisten der Band, Vincent Crane, die Band Atomic Rooster. Kurz nach der Veröffentlichung des Albums »Atomic Ro-o-oster« (1970) ging er auf eine Angebot des Organisten Keith Emerson und des Bassisten Greg Lake ein, Mitglied eines neu zu gründenden Trios zu werden. Palmer stimmte schließlich zu und wurde damit der Schlagzeuger des Trios Emerson, Lake & Palmer.

Die neue Band trat im August 1970 zunächst in Plymouth auf, dann anlässlich des Isle of Wight Festivals. Der Auftritt geriet zum Triumph der neuen Band und machte auch Carl Palmer weltweit mit einem Schlag bekannt. Nach einer beispiellosen Karriere brach die Band 1979 auseinander.

Palmer gründete mit dem Sänger Todd Cochran, dem Gitarristen John Nitzinger, dem Keyboard-Spieler Eric Scott und dem Bassisten Barry Finnerty die Band PM. Nach der Veröffentlichung einer LP (»1:PM«, 1980) löste sich die Band allerdings schon wieder auf. Palmer arbeitete anschließend für Mike Oldfield. 1981 gründete er mit dem Sänger und Bassisten John Wetton (King Crimson), dem Keyboard-Spieler Geoff Downes (Buggles, Yes) und dem Gitarristen Steve Howe (Yes) die Band Asia, die von Beginn an als Super Group galt und mit einige Alben erheblichen Erfolg hatte. Nach internen Streitigkeiten verließ Palmer die Band und versuchte hier und da, eine neue Band zu gründen, mal mit Joe Lynn-Turner von Deep Purple, mal mit dem Keyboard-Spieler Don Airey. Keine dieser Bands kam zustande, und auch dem mit Keith Emerson und dem Bassisten Robert Berry 1987 gegründete Trio Three war trotz der Veröffentlichung einer LP kein Erfolg beschieden. 1989 kommt es zu einer Reformation von Asia, an der auch Palmer beteiligt war, doch fasste er nicht recht Fuß in der neuen Inkarnation der Band. So stand er 1992 für eine Wiedervereinigung von ELP bereit. Die Band bestand bis 1998, dann löste sich das Trio wieder auf. Zu einer einmaligen Reunion kam es im Sommer 2010, als Palmer anlässlich des in London veranstalteten High Voltage Festivals gemeinsam mit Emerson und Palmer ein Konzert gab.

Diverse Querelen um eine Neugründung von Asia – Steve Howe wollte nicht mitmachen, Downes wollte statt Wetton den Bassisten John Payne dabei haben, wegen fehlender Zustimmung Wettons zu diesem Plan bestand auch Payne auf seinen Rechten an dem Namen Aisa, dann wieder wollte Downes nicht – gründete Palmer mit Wetton, dem Gitarristen Dave Kilminster und dem Keyboard-Spieler John Young die Band Qango. Die Band hatte allerdings wenig Erfolg und so bestand sie nur bis 2000.

Palmer gründete daraufhin zunächst die Band Palmer! dann die Carl Palmer Band, jeweils ohne den Erfolg früherer Jahre. 2006 fand Asia in der originalen Besetzung mit Downes, Wetton, Howe und Palmer wieder zusammen, ging auf Tournee und veröffentlichte ein Live-Album. Wie vorher verabredet, ging man 2008 wieder auseinander und Palmer reformierte seine Band, doch fanden Wetton, Howe, Downes und der Schlagzeuger dann doch Gefallen daran, Asia wieder aufleben zu lassen und formierten sich 2010 aufs neue. Palmer spielte fortan bei Asia und in seiner eigenen Band.

Carl Palmer steht – neben Bill Bruford und Ginger Baker – in einer Gruppe von Schlagzeugern, die Ende der 1960er-, Anfang der 1970er-Jahre den Rockschlagzeuger aus seiner Rolle befreiten, lediglich den Beat zu markieren und alle vier Takte ein Fill-In zu trommeln. Als Carl Palmer mit ELP die Bühne betrat und schon durch seine ansteckende Spielfreude auffiel, hielt der Jazz durch die Hintertür Einzug in das Spiel des Rockschlagzeugs. Palmer trommelte wie die Big-Band-Drummer vom Schlage eines Buddy Richs, beherrschte das Metrum und konnte jede Taktart schlagen, wie etwa »Tarkus« (19719 zeigte. Dabei hatte er klare Vorstellungen, wie ein Schlagzeug zu klingen hatte, er türmte bald zahllose Trommeln und Becken aufeinander, kaufte Gongs und eine Glocke, ließ sich ein Schlagzeug mit Kesseln aus Metall eigens anfertigen und gehörte zu den ersten, die die Drums als Trigger für einen Synthesizer einsetzten. Auf sein Spiel konnte die nachfolgende Generation von Schlagzeugern aufbauen – wenn sie denn jeweils technisch dazu in der Lage war.

Carl Palmer spielte bei ELP eine Drum Kit der Firma Ludwig, dann ein speziell angefertigtes Metallschlagzeug, danach Schlagzeuge verschiedener anderer Firmen. Mittlerweile kehrte er zu einem Instrument der Firma Ludwig zurück, ein Kit, dessen Kessel aus rostfreiem Stahl gefertigt wurden. Er verwendet Becken der Firma Paiste.

Diskografie

Solo

Working Live, Volume 1 (2003)
Working Live , Volume 2 (2004)

Mit PM

1:PM (1980)

Literatur

Macan, Edward: Endless Enigma – A Musical Biography of Emerson, Lakeand Palmer

Weblink

www.carlpalmer.com (Offizielle Website des Rockschlagzeugers Carl Palmer)